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GesprächspartnerAthenian political and military eliteGreece (Athens)

Alcibiades

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Alcibiades ist für die Geschichte von Sokrates von Bedeutung, weil er den gefährlichen Charisma des Talents ohne stabile moralische Disziplin verkörpert. Brillant, schön, aristokratisch und politisch unberechenbar, war er der Typ junger Mann, der philosophische Gespräche entweder in Selbstkenntnis oder in theatrale Selbstinszenierung verwandeln konnte. In Platons Symposium ist sein betrunkener Auftritt nicht nur eine komische Unterbrechung, sondern eine psychologische Offenbarung: Er spricht mit der Intensität eines Liebhabers, Rivalen und Zeugen über Sokrates und legt dabei die seltsame Macht offen, die Sokrates über ehrgeizige junge Eliten hatte. Alcibiades kann ihn nicht vollständig als Verführer, Lehrer oder asketischen Helden klassifizieren, und diese Ungewissheit ist der Punkt. Sokrates entzieht sich der Besitznahme, während Alcibiades besessen davon ist, alles andere besitzen zu können.

In eine privilegierte Familie geboren, scheint Alcibiades früh die Gewohnheiten eines Menschen entwickelt zu haben, der annahm, die Welt sei eine Bühne, die zu seinem Vorteil gebaut wurde. Er wurde für seine Schönheit, Intelligenz und Leichtigkeit des Kommandierens bewundert, aber diese Gaben waren so tief mit Eitelkeit verbunden, dass sie fast untrennbar mit seiner öffentlichen Identität verwoben waren. Sein Verlangen war nicht einfach nach Vergnügen oder Amt; es war nach Unterscheidung, danach, als der Mann gesehen zu werden, der jeden Rivalen überstrahlen und die Ereignisse nach seinem eigenen Entwurf lenken konnte. Diese Ambition verlieh ihm immense Energie. Sie machte ihn jedoch auch instabil. Er scheint Loyalitäten, politische Ursachen und sogar Städte als Instrumente zur Selbstkonstruktion behandelt zu haben, nützlich, solange sie seine Größe verstärkten, und entbehrlich, sobald sie ihn einschränkten.

Das ist der Widerspruch im Zentrum von Alcibiades: Er konnte Adel erkennen, sogar bewundern, ohne sich ihm zu unterwerfen. Sokrates beeindruckte ihn offensichtlich, weil Sokrates eine Art Autorität verkörperte, die Alcibiades nicht leicht kaufen, bezaubern oder überwältigen konnte. Doch Bewunderung wurde nicht zur Bekehrung. Wenn überhaupt, scheint Alcibiades sokratische Selbstbeherrschung sowohl als Herausforderung als auch als Beleidigung erlebt zu haben. Er konnte von moralischer Ernsthaftigkeit bewegt werden, während er gleichzeitig den genau den Begierden und Statusspielen verpflichtet blieb, die moralische Ernsthaftigkeit erst notwendig machten.

Das Ergebnis war ein Leben von außergewöhnlichem politischen Erfolg, das von selbstzerstörerischer Instabilität überschattet wurde. Alcibiades wurde mit einigen der kühnsten strategischen Ambitionen Athens in Verbindung gebracht, einschließlich der katastrophalen sizilianischen Expedition, und seine wechselnden Loyalitäten machten ihn schließlich zu einem Symbol für die Unzuverlässigkeit der Eliten. Er wurde verbannt, zurückgerufen, misstraut und letztendlich nicht als Retter der Stadt, sondern als eine der Figuren in Erinnerung behalten, die zur Destabilisierung beigetragen haben. Sein Leben kostete andere teuer: Soldaten, Verbündete, politische Gemeinschaften und das fragile Vertrauen, das eine Demokratie zum Überleben benötigt. Es kostete ihn auch Kohärenz. Er scheint von Triumph zu Verrat gewechselt zu sein, nicht weil ihm Intelligenz fehlte, sondern weil seine Intelligenz den Begierden, dem Groll und dem Bedürfnis, außergewöhnlich zu bleiben, untergeordnet war.

Für Sokrates war Alcibiades der Beweis sowohl für Reichweite als auch für Misserfolg. Er zeigte, dass Philosophie die begabtesten und gefährlichsten Köpfe in Athen fesseln konnte, aber auch, dass Einsicht allein den Charakter nicht reformiert. Die Beziehung wurde nach dem Tod von Sokrates politisch giftig, da eine bewunderte Assoziation mit Alcibiades als Beweis gelesen werden konnte, dass Philosophie sozial korrosive Männer hervorbrachte. Ob dieser Vorwurf fair ist, ist eine Frage; warum er plausibel erschien, eine andere. Alcibiades zeigt genau, wie eine strahlende Seele ruinös werden kann: nicht durch Dummheit, sondern indem sie zu beeindruckt von sich selbst ist, um ganz zu werden.

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