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BefĂĽrworterAnalytic philosophy / tense logicNew Zealand

Arthur Prior

1914 - 1969

Arthur Prior war der wichtigste Verteidiger der Zeitlichkeit im zwanzigsten Jahrhundert, die er als philosophisch ernsthaft und nicht lediglich als grammatikalisch betrachtete. Er half, die Zeitlogik zu begründen und argumentierte, dass unsere gewöhnlichen Zeitunterscheidungen — wird geschehen, geschieht, ist geschehen — nicht ohne Verlust auf zeitlose Relationen von früher und später reduziert werden können. Für Prior war die Zeitlichkeit kein Schmuckstück der Realität, sondern ein grundlegendes Merkmal, wie Ereignisse für in der Zeit lebende Akteure verortet sind.

Was Prior ungewöhnlich machte, war nicht nur seine technische Genialität, sondern auch der emotionale Druck, der dahinterstand. Er war kein abgehobener Formalist, der ein Nischenrätsel polierte. Seine Philosophie liest sich wie das Werk von jemandem, der versucht, die gelebte Erfahrung aus einem System zu retten, das zu sauber, zu statisch und zu gleichgültig gegenüber der empfundenen Tatsache geworden war, dass das Leben in Sequenzen eintritt. Er erkannte, dass, wenn die Logik das Werden nicht berücksichtigen kann, menschliche Handlungen — entscheiden, bereuen, hoffen, beten — in einen abstrakten Rahmen gezwungen würden, der ihre Bedeutung abflachte. Seine Verteidigung der Zeitlichkeit war daher auch eine Verteidigung der Handlungsfähigkeit. Es war eine Art zu insistieren, dass die Zukunft nicht lediglich ein bereits geschriebener Abschnitt der Realität ist, der darauf wartet, entdeckt zu werden.

Seine Arbeit ist von Bedeutung, weil er die A-Theorie nach McTaggarts Angriff wieder bewaffnete. Prior bestand darauf, dass wir, um Handlung, Erwartung, Verantwortung und Gebet zu verstehen, eine Logik benötigen, die das Werden von innen heraus ausdrücken kann. Er bestritt nicht die Nützlichkeit zeitloser Beschreibungen; er bestritt, dass sie die temporale Realität erschöpfen. Das machte seine Philosophie sowohl technisch als auch existenziell. Er versuchte, den Sinn zu retten, in dem die Zukunft für uns noch offen ist, nicht lediglich unbekannt. Unter dem formalen Apparat liegt ein Temperament, das zur Dringlichkeit hingezogen ist: der Verdacht, dass jede Metaphysik, die den Druck der Gegenwart nicht bewahren kann, bereits etwas Wesentliches über das menschliche Leben verraten hat.

Ein auffälliges Merkmal von Priors Denken ist seine Ernsthaftigkeit gegenüber der gewöhnlichen Sprache. Er behandelte die Zeitlichkeit nicht als psychologische Eigenheit, sondern als einen Hinweis auf die Ontologie. In dieser Hinsicht antizipierte er spätere Arbeiten in der Sprachphilosophie und Metaphysik, die Indexikalität und Perspektive ernster nehmen würden. Sein Erbe ist überall sichtbar, wo Philosophen fragen, ob temporale Sprache die Realität oder nur unsere Position darin erfasst. Aber es gibt auch eine menschlichere, weniger triumphale Seite dieses Erbes. Priors Argumente gewannen an Kraft, weil sie eine Bruchlinie zwischen der Art und Weise, wie die Welt von nirgendwo beschrieben wird, und der Art und Weise, wie sie von irgendwo bewohnt wird, aufdeckten. Diese Spaltung verlieh seiner Arbeit ihre beständige Kraft, machte sie aber auch verletzlich: Jeder, der eine völlig objektive Metaphysik wollte, konnte die Zeitlichkeit als provinziell abtun.

Priors Spannung liegt in der Tatsache, dass seine Verteidigung der Zeitlichkeit immer noch in zeitneutralen Begriffen formuliert werden muss, wenn sie philosophisch argumentiert werden soll. Er wusste das und nutzte es gut. Das Ergebnis ist ein Werk, das für jeden, der denkt, dass die bewegte Gegenwart nicht zu schnell als Illusion abgetan werden sollte, zentral bleibt. Doch die tiefere Konsequenz seines Projekts ist, dass es niemanden unverändert lässt. Prior ernst zu nehmen bedeutet, zu akzeptieren, dass die Philosophie in Bezug auf die Zeit nicht unschuldig bleiben kann: Jede Theorie der Realität gewährt entweder etwas der gelebten Gegenwart oder fordert stillschweigend von den Menschen, Fremde in der Grammatik ihrer eigenen Existenz zu werden.

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