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KritikerOligarchic politics in AthensGreece (Athens)

Critias

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Kritias ist einer der dunkelsten Namen, die aus den Trümmern des späten fünften Jahrhunderts in Athen hervorgegangen sind, und seine Bedeutung liegt nicht nur in dem, was er tat, sondern auch in dem, was er über die Verwundbarkeit brillanter, aristokratischer Geister gegenüber politischer Grausamkeit offenbarte. Als Verwandter von Platons Familie und später einer der berüchtigsten der Dreißig Tyrannen bewegte er sich in Athen als ein Mann von Intelligenz, literarischer Bildung und strenger Urteilskraft. Doch hinter diesem Glanz verbarg sich ein zunehmend verhärteter Charakter: Verachtung für demokratische Schwäche, Faszination für Kontrolle und die Bereitschaft, Theorie in Repression umzuwandeln.

Seine Verbindung zu Sokrates ist es, die seinem Leben später seine bleibende philosophische Bedeutung verlieh. Kritias hatte nicht einfach nur im sokratischen Umfeld studiert; er wurde zum alarmierendsten Beispiel für die Angst, dass Bildung, wenn sie von Demut losgelöst ist, eine kältere und effizientere Tyrannei hervorrufen könnte. Athen hatte Grund, sich verraten zu fühlen. Nach der Niederlage im Peloponnesischen Krieg war die Stadt erschöpft, verängstigt und politisch zerschlagen. In dieser Atmosphäre konnten Männer wie Kritias Oligarchie als Wiederherstellung, Disziplin als bürgerliche Heilung und Gewalt als Notwendigkeit präsentieren. Ihre öffentliche Sprache war eine von Ordnung und Erneuerung. Ihre private Praxis hingegen war Einschüchterung, Säuberung und Blutvergießen.

Psychologisch scheint Kritias von einer Mischung aus Ressentiment und intellektueller Arroganz getrieben worden zu sein. Er gehörte einer Elitewelt an, die Demokratie nicht als gemeinsames bürgerliches Leben, sondern als den Triumph der Vielen über die würdigen Wenigen interpretieren konnte. Diese Haltung mag ihm das Gefühl moralischer Überlegenheit gegeben haben, das er benötigte, um Brutalität zu rechtfertigen. Oligarchischer Terror ist in einem solchen Geist niemals bloße rohe Gewalt; er ist Gewalt, die als Prinzip verkleidet ist. Die Rechtfertigung ist stets, dass die Stadt in Korruption gefallen ist und sauber wieder gesund gemacht werden muss. Doch diese „Gesundheit“ kam zu einem immensen menschlichen Preis.

Für gewöhnliche Athener war der Preis unmittelbar und persönlich: Enteignungen, Hinrichtungen, Exil, Angst und der Zusammenbruch des Vertrauens zwischen Nachbarn. Für die politische Gemeinschaft war es die Zerstörung der Legitimität, die die Oligarchen zu verteidigen behaupteten. Für Kritias selbst war der Preis ein endgültiger Ruf, der Brillanz mit Infamie verband. Sein Name überlebte nicht als der eines Staatsmannes, sondern als Warnung. Er ließ Extremität rational erscheinen, und oft ist das die Art und Weise, wie die gefährlichsten Akteure agieren.

Seine Bedeutung in der Geschichte von Sokrates liegt daher nicht darin, dass er beweist, Philosophie züchte Tyrannei. Das wäre eine bequeme Schlussfolgerung. Vielmehr zeigt er, wie leicht kritische Intelligenz in Richtung Dominanz gebogen werden kann, wenn moralische Disziplin schwach und politisches Unrecht stark ist. Kritias verwandelt den Prozess gegen Sokrates in etwas Größeres als einen unglücklichen Rechtsfall. Er wird zum lebendigen Beweis für Athens Angst: dass fragende Geister befreien können, aber sie auch Männer legitimieren können, die Strenge mit Tugend verwechseln.

Kritias war kein Unfall der Geschichte. Er war ein Produkt von Krise, Klassenressentiment und Ambition, die zu Ideologie geschärft wurde. In ihm konfrontierte Athen die schreckliche Möglichkeit, dass dieselbe Intelligenz, die im Gespräch bewundert wird, unter anderen Druckverhältnissen ein Instrument des Terrors werden könnte.

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