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Interpreter/NachfolgerCambridge philosophy; Oxford laterUnited Kingdom

G. E. M. Anscombe

1919 - 2001

Gertrude Elizabeth Margaret Anscombe steht als eine der entscheidenden Vermittlerinnen von Ludwig Wittgensteins späterer Philosophie, doch sie nur als Übersetzerin oder Jüngerin zu beschreiben, würde ein Leben verflachen, das von intellektueller Strenge, moralischem Absolutismus und einem hartnäckigen Widerstand gegen die philosophische Kultur um sie herum geprägt war. Sie half, Wittgenstein der englischsprachigen Welt verständlich zu machen, vor allem durch ihre Übersetzung der Philosophischen Untersuchungen, und dabei tat sie mehr, als nur Deutsch ins Englische zu übertragen. Sie fixierte einen Denkstil und prägte den Rhythmus, durch den Generationen von Lesern auf Wittgensteins Argumente stoßen würden. Diese Arbeit erforderte nicht nur sprachliche Fertigkeiten, sondern auch interpretativen Mut: Sie musste entscheiden, was als Treue galt, und sie tat dies mit dem Selbstbewusstsein einer Person, die glaubte, dass Präzision eine moralische Pflicht war.

Anscombes eigene Philosophie zeigt, wie vollständig sie Wittgensteins Misstrauen gegenüber der Innerlichkeit als privatem Theater der Bedeutung aufnahm, während sie zugleich über ihn hinaus in explizitere metaphysische und ethische Bereiche vordrang. In Intention entwickelte sie ein kraftvolles Konzept von Handlung, das sich weigert, menschliche Handlungsfähigkeit auf eine Abfolge körperlicher Bewegungen plus verborgene mentale Begleiterscheinungen zu reduzieren. Ihr Anliegen war nicht nur akademischer Natur. Sie versuchte, der Sprache der praktischen Vernunft wieder Ernsthaftigkeit zu verleihen, um zu zeigen, dass das, was wir tun, nicht unabhängig von den Beschreibungen verstanden werden kann, unter denen wir handeln. Diese Sorge war in ihrer Aufmerksamkeit für Grammatik und Kriterien erkennbar wittgensteinisch, spiegelte aber auch ihre tiefere Überzeugung wider, dass die moderne Philosophie die menschliche Verantwortung zu abstrakt, zu zuschauend gemacht hatte.

Der psychologische Motor hinter Anscombes Werk scheint ein heftiges Bedürfnis nach intellektueller Ehrlichkeit gewesen zu sein. Sie misstraute Systemen, die Verpflichtungen weg erklärten, und hatte wenig Geduld für philosophisches Glätten. Ihr Katholizismus war nicht ornamental, sondern strukturell: Er gab ihr einen Rahmen, in dem moralische Wahrheit nicht verhandelbar war, selbst wenn sie dadurch in Konflikt mit dem akademischen Mainstream geriet. Doch die gleiche Klarheit, die sie formidable machte, konnte sie auch streng erscheinen lassen. Sie war rigoros, aber nicht nachgiebig; prinzipientreu, aber oft kämpferisch. In der Öffentlichkeit konnte sie als strenge Verteidigerin der Wahrheit gegen modische Irrtümer auftreten. Privat hatte diese Haltung wahrscheinlich ihren Preis: die Last ständiger Wachsamkeit, die Einsamkeit, die aus der Weigerung, Kompromisse einzugehen, resultierte, und die Anspannung, als ob intellektuelle Fehler ein moralisches Versagen wären.

Ihre Rolle im Cambridge und Oxford der Mitte des Jahrhunderts war folgenschwer, weil sie half, Wittgensteins Ideen ins Herz der englischen Nachkriegsphilosophie zu tragen, wo sie Teil eines breiteren Aufstands gegen kartesianische Vorstellungen vom Geist wurden. Doch sie ließ Wittgenstein niemals zu einer Doktrin verhärten. Diese Unabhängigkeit war wichtig. Sie bedeutete, dass sie nicht nur das Erbe eines Meisters bewahrte; sie testete es, erweiterte es und widerstand ihm gelegentlich. Die Konsequenz für die Philosophie war enorm: Wittgenstein wurde nicht nur ein Name, der zitiert wurde, sondern ein lebendiges Instrument, um über Handlung, Sprache und das moralische Leben nachzudenken. Die Konsequenz für Anscombe selbst war ein Leben, das in unermüdlichem Urteil verbracht wurde – über Argumente, über Institutionen und vielleicht über die Neigung ihrer eigenen Zeit, Verantwortung durch Umdeutung zu umgehen.

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