Hilary Putnam
1926 - 2016
Hilary Putnam war das unruhige Zentrum der Gehirn-im-Bottich-Geschichte, weil er nicht nur den Albtraum des Skeptikers aufwarf; er verwandelte ihn in einen Prüfstein dafür, was Wörter und Gedanken sind. Er war ein Philosoph, der sich stets weigerte, stillzustehen: mathematisch ausgebildet, technisch beeindruckend und intellektuell unerschrocken in der Überarbeitung seiner eigenen Positionen, bewegte er sich von der Philosophie der Mathematik und der Philosophie des Geistes hin zur Semantik, zum Realismus und schließlich zu einer explizit humanistischen Auffassung von Vernunft. Diese Mobilität ist Teil seiner Bedeutung hier. Das Bottich-Argument gehört einem Denker, der glaubte, dass die Philosophie Bedeutung nicht als einen privaten Schatten im Kopf behandeln könne.
Putnams Beitrag bestand darin, ein klassisches skeptisches Rätsel mit einer Theorie der Referenz zu verbinden. In Reason, Truth and History verwendete er das Szenario des Gehirns im Bottich, um zu argumentieren, dass radikaler Skeptizismus selbstzerstörerisch sein könnte, wenn der semantische Externalismus wahr ist. Das Argument ist nicht, dass Täuschung unmöglich ist, sondern dass eine Person, deren gesamte Erfahrungsgeschichte fabriziert wurde, möglicherweise nicht die Ressourcen hat, um mit der beabsichtigten Referenz zu sagen, dass sie sich in diesem Zustand befindet. Es ist ein verblüffender Schritt, weil er die Philosophie von der Evidenz zur Bedeutung verschiebt, ohne die Kraft der ursprünglichen Sorge zu verlieren.
Doch Putnam war kein einfacher Triumphator. Er war stets vorsichtig gegenüber philosophischem Dogmatismus, einschließlich seines eigenen. Das macht ihn zu einem schwierigen Verbündeten für jeden, der ein einzeiliges Motto möchte. Er war Kritiker bestimmter Formen des metaphysischen Realismus, aber auch misstrauisch gegenüber grobem Relativismus. Er wollte Objektivität ohne einen Blick aus der Gottes-Perspektive, Wahrheit ohne eine Fantasie totaler konzeptioneller Neutralität. Das Gehirn-im-Bottich-Argument ist ein Ausdruck dieses Balanceakts.
Seine Widersprüchlichkeit ist auch sein Charme. Putnams Werk ist voller brillanter Spannungen, die sich nie vollständig in ein System auflösen, das man aus der Ferne bewundern und dann beiseitelegen kann. Er lädt die Leser ein, zu fragen, ob die Welt das ist, was das Denken über die Welt möglich macht, und dann weigert er sich, diese Antwort in Selbstzufriedenheit ruhen zu lassen. Das Bottich bleibt eines seiner haltbarsten Geschenke, weil es zugleich eine Widerlegung eines bestimmten Skeptizismus und eine Erinnerung daran ist, wie sehr die Philosophie von der Welt abhängt, die sie zu beschreiben versucht.
