J. J. C. Smart
1920 - 2012
J. J. C. Smart war einer der einflussreichsten Verteidiger der Identitätstheorie und somit eine der zentralen Figuren, gegen die Thomas Nagels Kritik der Reduktion gelesen werden muss. In den mittleren Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts argumentierte Smart, dass mentale Zustände nichts über die Gehirnzustände hinaus sind, eine Position, die darauf abzielte, die Autorität der Wissenschaft zu bewahren und die Philosophie von dem zu befreien, was er als den alten metaphysischen Nebel um den Geist betrachtete. Er versuchte nicht einfach, das Mentale zu eliminieren. Er wollte es disziplinieren, es den gleichen Standards der Erklärung unterwerfen, die die Physik und die Neurowissenschaften regieren. Für Smart war das philosophische Problem oft nicht, dass Geister geheimnisvoll waren, sondern dass Philosophen von irreführenden Ausdrucksweisen verführt worden waren.
Diese Überzeugung offenbart etwas Wichtiges über seinen Charakter. Smart gehörte zu einer Generation von Philosophen, die glaubten, dass intellektuelle Ernsthaftigkeit bedeutete, Erscheinungen abzubauen zugunsten dessen, was öffentlich überprüfbar gemacht werden konnte. Sein Vertrauen in die Identitätstheorie war nicht nur doktrinär; es war moralisch und methodologisch. Die Welt sollte in Begriffen beschrieben werden, die geteilt, getestet und in die Wissenschaft integriert werden können. Er hielt den kartesianischen Dualismus nicht nur für metaphysisch extravagant, sondern auch für verdächtig, weil er schien, das Private und Unaussprechliche vor Kritik zu schützen. In diesem Sinne war sein Materialismus ein Akt der intellektuellen Reinigung. Er wollte die Philosophie von dem befreien, was er als verbale Verwirrung und sentimentale Bindung an das Innere ansah.
Doch die Kraft von Smarts Position offenbart auch ihre Grenzen. Die Identitätsbehauptung versprach Eleganz: Wenn Schmerz einfach ein Gehirnprozess ist, dann gibt es keine ontologische Lücke zu überbrücken. Aber der Preis für diese Eleganz war, dass sie das Leben aus der Ich-Perspektive als etwas behandelte, das von außen neu beschrieben werden sollte. Smarts Kritiker, insbesondere Nagel, sahen, dass dieser Schritt die Metaphysik klären konnte, während er die Erfahrung als erklärungsbedürftiges Problem unberührt ließ. Nagels Fledermaus-Argument kann als direkte Herausforderung an das Vertrauen gelesen werden, das Smart verkörperte: Selbst wenn jeder mentale Zustand identisch mit einem physischen Zustand ist, bleibt die Tatsache bestehen, dass der subjektive Charakter nicht automatisch durch objektive Beschreibung erfasst wird.
Smarts öffentliche Persona war die des zügigen, anti-mystischen Philosophen, der großen Ankündigungen misstraute und ungeduldig mit obskuren Reden über immaterielle Seelen war. Aber der Stil selbst hatte Konsequenzen. Er half, ein mächtiges Forschungsprogramm in der Philosophie und der Kognitionswissenschaft zu legitimieren, das Forscher ermutigte, nach physischen Korrelaten und Mechanismen zu suchen, anstatt nach verborgenen Essenzen. Gleichzeitig riskierte er, das menschliche Leben auf das zu reduzieren, was gemessen, klassifiziert und aus der dritten Person berichtet werden konnte. Für diejenigen, deren Leiden oder Innerlichkeit sich einer einfachen Übersetzung widersetzten, konnte die Theorie wie eine Ablehnung ihrer Realität erscheinen.
Der tiefere Widerspruch in Smart besteht darin, dass seine eigene Methode von einer Art interpretativer Reduktion abhing, während seine Ambitionen expansiv waren. Er wollte die volle Ernsthaftigkeit der Wissenschaft verteidigen, doch sein Vertrauen ließ ihn manchmal ungeduldig erscheinen gegenüber dem Rest der Erfahrung, den die Wissenschaft noch nicht aufgenommen hatte. Dies war keine einfache Blindheit; es war die Disziplin eines Denkenden, der überzeugt war, dass das Geheimnis oft nur Unvollständigkeit im Verborgenen ist. Aber genau diese Disziplin hatte ihren Preis. Sie verengte, was als Erklärung galt, und setzte alles, was unreduzierbar subjektiv war, unter Druck, seine Existenz in physischen Begriffen zu rechtfertigen.
Smarts bleibende Bedeutung liegt also nicht darin, dass er das Geist-Körper-Problem gelöst hat, sondern darin, dass er dessen Einsätze klar gemacht hat. Er repräsentierte ein mächtiges erklärendes Ideal: dass das Mentale prinzipiell mit dem Physischen ohne Rest identifiziert werden kann. Nagel besiegte dieses Ideal nicht durch Spott. Er zeigte, warum es dennoch etwas auslassen kann. Diese Spannung – zwischen erklärender Kraft und dem erlebten Charakter der Erfahrung – hält Smart relevant, nicht als karikierter Materialist, sondern als Philosoph, dessen Stärken und blinde Flecken untrennbar miteinander verbunden waren.
