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KritikerAnglican Moral PhilosophyEngland

Joseph Butler

1692 - 1752

Butler tritt in die Geschichte der personalen Identität als Lockes formidable früheste Kritiker auf, weil er erkannte, dass die Gedächtnistheorie das falsche Problem zu lösen schien. Locke hatte das Bewusstsein ins Zentrum gerückt, aber Butler fragte, ob das Bewusstsein irgendeine erklärende Funktion erfüllen könne, es sei denn, es gäbe bereits ein Subjekt, das durch die Zeit hinweg gleich bleibt. Sein Aufsatz „Of Personal Identity“, geschrieben 1736 und veröffentlicht zusammen mit der Analogie der Religion, ist kurz, aber er gehört zu den schärfsten Interventionen in der modernen Metaphysik.

Ein erster wesentlicher Einwand ist die Zirkularität. Gedächtnis schafft keine Identität; es setzt sie voraus. Ich kann eine Handlung nur dann als meine erinnern, wenn ich bereits derjenige bin, der sie vollzogen hat. Andernfalls hätte das Gedächtnis keine Autorität über das hinaus, was bloße Vertrautheit zu sein scheint. Butlers Punkt ist nicht nur logisches Haarspalten. Er verteidigt die alltägliche Annahme, dass Identität tiefer ist als unser episodischer Zugang zu ihr. Wir bringen uns nicht in Existenz, indem wir uns selbst in Erinnerung rufen.

Eine zweite Tugend von Butlers Kritik ist ihre moralische Ernsthaftigkeit. Er versteht, dass Lockes Theorie ethische Konsequenzen hat, insbesondere in Fragen von Schuld und Verantwortung. Wenn das Bewusstsein zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt, ob eine Person zur Verantwortung gezogen werden kann, dann beginnt das Gesetz der moralischen Verantwortung zu wanken. Butler möchte die Kontinuität bewahren, die Lob, Tadel, Reue und Urteil ermöglicht. Das Selbst kann seiner Ansicht nach nicht nur eine bloße Abfolge erinnerter Momente sein.

Doch Butler ist nicht einfach ein Reaktionär, der den gesunden Menschenverstand verteidigt. Seine Herausforderung zwingt die Philosophie dazu, zu klären, was es bedeutet, ein Subjekt der Erfahrung über die Zeit hinweg zu sein. Er löst das Problem nicht vollständig selbst, aber er zeigt, dass jede adäquate Theorie erklären muss, wie das Gedächtnis mit einem persistierenden Selbst in Beziehung steht, anstatt es zu ersetzen. In diesem Sinne half er, Lockes Vorschlag von einer scheinbar selbstevidenten Antwort in eine umstrittene Hypothese zu verwandeln.

Butlers Bedeutung liegt in seiner Fähigkeit, eine verborgene Annahme aufzudecken, während er sensibel für die damit verbundenen Risiken bleibt. Er verstand, dass, wenn personale Identität zu dünn ist, Verantwortung verschwindet; wenn sie zu dick ist, können wir die lebendige Textur von Gedächtnis und Selbstbewusstsein nicht erklären. Seine Kritik bleibt wertvoll, weil sie die Debatte zwingt, sich mit dem Unterschied zwischen dem Haben von Erfahrungen und dem gleichen Wesen, das sie hat, auseinanderzusetzen.

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