The Philosophy ArchiveThe Philosophy Archive
Back to Marys Zimmer
Kritiker/InterlokutorPhilosophy of mind; phenomenal knowledge debateUnited States

Laurence Nemirow

? - Present

Laurence Nemirow ist einer der Hauptarchitekten der frühen philosophischen Antwort auf Frank Jacksons Gedankenexperiment „Mary“, obwohl sein Name oft von der größeren Debatte überschattet wird, die es mit sich brachte. Seine Bedeutung liegt in einer täuschend bescheidenen Unterscheidung: Wenn Mary den schwarz-weißen Raum verlässt und zum ersten Mal Farbe begegnet, könnte das, was sie erwirbt, nicht etwa eine neue Tatsache über die Welt sein, sondern eine Fähigkeit — die Fähigkeit, Farbe wahrzunehmen, sich vorzustellen und farbige Erfahrungen zu erinnern. Dieser eine Schritt half, die Diskussion von einer dramatischen anti-physikalistischen Herausforderung in einen technischeren Streit über die Natur des Wissens selbst zu verschieben.

In einem kühleren Licht betrachtet, hat Nemirows Eingriff den Charakter einer Rettungsaktion. Der Physikalismus, unter Druck von Jacksons Argument, schien für viele an Boden zu verlieren gegenüber der Idee, dass subjektive Erfahrung Wahrheiten offenbart, die über die vollständige physikalische Beschreibung hinausgehen. Nemirows Antwort bestand darin, das Schlachtfeld zu verändern. Wenn Marys Gewinn nach der Freilassung praktisch und kognitiv und nicht metaphysisch ist, folgt daraus nicht die anti-physikalistische Schlussfolgerung. Was zunächst wie eine Offenbarung über die Realität erscheint, könnte stattdessen eine Transformation der Kompetenz sein. Diese Umformulierung ist sein Markenzeichen.

Psychologisch deutet Nemirows Position auf einen Denker hin, der zur Zurückhaltung neigt, zu Erklärungen, die so viel gesunden Menschenverstand wie möglich bewahren, ohne analytische Strenge aufzugeben. Seine Antwort spiegelt einen Instinkt wider, aufgeblähten metaphysischen Schlussfolgerungen zu misstrauen, wenn ein engerer Bericht dieselbe Arbeit leisten könnte. Hinter diesem Schritt steht ein gewisses Temperament: geduldig, deflationär, misstrauisch gegenüber philosophischem Drama. Er leugnet nicht die Kraft von Marys Erfahrung; er leugnet, dass diese Kraft die Schlussfolgerung legitimiert, die Jackson wollte. In diesem Sinne ist Nemirows Argument nicht nur technisch. Es ist eine Verteidigung intellektueller Disziplin gegen die Verlockungen eines einprägsamen Beispiels.

Aber diese Disziplin hat ihren Preis. Die Fähigkeitshypothese sieht sich seit langem dem Vorwurf ausgesetzt, genau das zu erklären, was Marys Fall problematisch macht. Wenn das Farbsehen Mary nur eine Fähigkeit verleiht, fragen Kritiker, warum ihre erste Erfahrung mit Rot mehr zu beinhalten scheint als den Erwerb einer Fähigkeit? Nemirows Antwort zwang die Gegner, ihre Ansprüche zu schärfen, offenbarte jedoch auch eine Bruchlinie in seiner eigenen Position: das Misstrauen, dass er den Physikalismus durch eine Neudefinition, anstatt durch eine Erklärung des Phänomens, bewahrt hatte.

Seine öffentliche Rolle ist also die eines stillen Korrektivs — eines Philosophen, der sich weigerte, ein lebhaftes Gedankenexperiment zu einem losgelösten metaphysischen Urteil werden zu lassen. Privat könnte diese Haltung ihren eigenen Preis gefordert haben. Die Fähigkeitserklärung kann elegant, ja sogar human erscheinen, aber sie verlangt auch vom Philosophen, einen Rest von Geheimnis zu tolerieren, zu akzeptieren, dass Erfahrung zutiefst bedeutsam sein kann, ohne als neues Wissen über Fakten zu zählen. Nemirows bleibender Einfluss resultiert daraus, dass er diesen Kompromiss intellektuell respektabel machte. Er hat Marys Herausforderung nicht beseitigt; er hat sie eingehegt, und dabei hat er die Bedingungen verändert, unter denen der Rest der Philosophie sprechen musste.

Philosophies