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UrsprungsgeberLate Roman Republic; Academic skepticism; Roman rhetorical cultureRoman Republic (Arpinum/Rome)

Marcus Tullius Cicero

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Cicero ist eine der seltenen Figuren in der Philosophie, deren Leben und Werk untrennbar miteinander verbunden sind, ohne aufeinander reduziert zu werden. Geboren in die Elite der römischen Republik, jedoch nicht in die ältesten aristokratischen Familien, musste er sich durch Sprache einen Namen machen: zuerst als Anwalt, dann als öffentlicher Redner, schließlich als der Schriftsteller, der dem Latein eine philosophische Ernsthaftigkeit verlieh, die es zuvor nie vollständig besessen hatte. Dieser Aufstieg war von Bedeutung. Ciceros zentrale Frage war nie einfach: „Was ist wahr?“ Sie war auch: „Wie kann Wahrheit öffentlich ausgesprochen werden, wenn Macht instabil und Gewissheit selten ist?“

Seine Originalität liegt in der Kombination von Rollen, die er sich weigerte zu trennen. Er war Politiker, Redner, Theoretiker und Übersetzer. In Werken wie De officiis, De re publica, De legibus, Tusculanae disputationes und De natura deorum sammelte er die griechische Philosophie in eine römische Sprache, die für Gerichtssäle, Senatsgebäude und die moralische Erziehung der Bürger geeignet war. Er erfand keine neue Schule. Er tat etwas Subtileres und historisch Entscheidendes: Er machte Philosophie für eine lateinisch sprechende Bürgerklasse lesbar, die sie benötigte.

Ciceros tiefste Loyalität schien der disziplinierten Skepsis der Akademischen Tradition zu gelten, doch er war zu sehr römischer Moralist, um auf der Ebene der Suspendierung zu verbleiben. Er wollte Urteil, nicht Lähmung. Deshalb konnte er skeptisch gegenüber Gewissheit sein und gleichzeitig das Naturrecht, die Pflicht, die Ehre und die gemischte Verfassung verteidigen. Seine Widersprüche sind keine zufälligen Makel; sie sind die Form, die seine Intelligenz unter historischem Druck annahm. Die Krise Roms machte ihn zu einem Denker von Wahrscheinlichkeiten, Pflichten und öffentlicher Vernunft.

Er war auch ein Schriftsteller von erstaunlicher Elastizität. Seine Prosa konnte forensisch, ironisch, lyrisch oder ernst sein, und er nutzte diese Töne, um dem Leser beizubringen, wie man zwischen philosophischen Positionen wechselt, ohne sich einer einzelnen zu unterwerfen. Für spätere Leser wurde er zum klassischen Modell des lateinischen Stils. Doch Stil bei Cicero ist nicht ornamental. Er ist eine Denkweise, eine Art, Argumente für eine Republik hörbar zu machen.

Seine letzten Jahre offenbarten die Tragödie hinter dem Glanz. Die Republik, die er verteidigte, brach zusammen, und sein eigener Mord wurde zu einem düsteren Symbol für die Niederlage der bürgerlichen Rede durch bewaffnete Macht. Dennoch überlebten seine Bücher die Niederlage und wurden zu einem der großen Vehikel, durch die die griechische Philosophie nach Europa gelangte. Cicero ist daher sowohl ein Zeuge des Endes der römischen republikanischen Freiheit als auch ein Gründer ihres späteren konzeptionellen Vokabulars.

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