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KritikerEnglish literary culture; anti-idealism in eighteenth-century debateEngland

Samuel Johnson

1709 - 1784

Samuel Johnson wird in Berkeleys Geschichte für eine lebendige Geste in Erinnerung behalten, doch die Geste ist bedeutend, weil sie ein ganzes Temperament kondensiert: ungeduldig, kämpferisch, intellektuell ernst und unwillig, eine strahlende Theorie das Zeugnis des gewöhnlichen Lebens erniedrigen zu lassen. Er war kein systematischer Metaphysiker im Sinne der Philosophen, gegen die er argumentierte, doch er hatte einen ausgeprägten philosophischen Instinkt. Sein Geist bevorzugte Solidität gegenüber Mehrdeutigkeit, Realität gegenüber Verfeinerung und den klaren Widerstand der Dinge gegenüber Argumenten, die schienen, die Welt in Sprache und Wahrnehmung aufzulösen. Sein Einwand gegen Berkeleys Immaterialismus war daher mehr als ein technischer Dissens. Es war eine Verteidigung dessen, was er für die Würde des gesunden Menschenverstandes hielt.

Johnson berühmte Antwort auf Berkeleys Doktrin – einen Stein zu treten und zu erklären „Ich widerlege es so“ – ist ein Symbol geworden, weil sie zugleich grob und aufschlussreich ist. Die Geste löst das philosophische Problem nicht; sie dramatisiert Johnsons Weigerung, zuzugestehen, dass die Philosophie die unmittelbare Gewissheit des Körpers überstimmen kann. In ihm hört Skepsis auf, ein elegantes Rätsel zu sein, und wird zu einem moralischen Übergriff. Wenn ein Stuhl nicht wirklich da ist, wenn der Stein unter den Füßen nur eine Idee ist, dann hat der Philosoph nicht nur einen Streit gewonnen. Er hat den menschlichen Vertrag mit der Welt gefährdet. Johnson fühlte diese Gefahr akut, weil sein eigener Geist um Disziplin, Ordnung und die Autorität dessen, was ertragen und verifiziert werden kann, aufgebaut war.

Diese Beharrlichkeit war nicht rein nobel. Johnsons öffentliche Persona als Verteidiger des gesunden Menschenverstandes konnte in Sturheit und sogar Theatralik umschlagen. Er stellte oft Vernünftigkeit mit solcher Kraft dar, dass es wie die Wahrheit selbst aussah, doch die Darbietung war nie frei von Eitelkeit. Er kannte die Macht einer einprägsamen Antwort, die Autorität einer schroffen Abweisung, das Prestige, das daraus entsteht, mit der Menge gegen Abstraktion zu stehen. Und doch war sein privates intellektuelles Leben weit besorgter, als die öffentliche Pose vermuten lässt. Er las, zweifelte, überarbeitete und sorgte sich; er war kein einfacher Mann, der sich gegen Komplexität stellte, sondern ein schwieriger Mann, der versuchte, moralischen und epistemischen Halt in einer Welt zu bewahren, die oft instabil erschien.

Das macht ihn psychologisch fesselnd. Johnsons Widerstand gegen Berkeley wurde von der Angst getrieben, dass, sobald der Philosophie erlaubt wird, die Realität neu zu gestalten, sie Verpflichtung, Wahrnehmung und sogar den Verstand loslösen kann. Er betrachtete metaphysische Klarheit als mögliche Bedrohung. In diesem Sinne schützte er mehr als nur Steine und Stühle. Er schützte die Bedingungen, unter denen Menschen ihrer Erfahrung vertrauen, klar sprechen und verantwortungsbewusst handeln können.

Die Kosten dieser Haltung waren intellektuell, aber auch zwischenmenschlich. Berkeleys System überlebte Johnsons Angriff, doch Johnsons Bedürfnis, darauf zu antworten, half, Berkeley zu einer permanenten Provokation zu machen. Er gab der Doktrin ein Gesicht: das empörte Gesicht des gewöhnlichen Menschen, der sich nicht aus der Welt reden lassen will. Das machte Berkeley schwerer abzulehnen und schwerer zu vergessen. Johnson hingegen bezahlte für seine Gewissheiten, indem er mit der Kämpferischkeit selbst assoziiert wurde. Er gewann den Moment, aber nicht das Argument. Und im langen Nachleben der Kontroverse mag das das bleibendere Ergebnis sein: Johnson sorgte dafür, dass Berkeley nicht als exzentrische Kuriosität in Erinnerung behalten wird, sondern als Philosoph, dessen Ideen einen Menschen dazu provozieren konnten, den Boden zu schlagen, als ob die Realität selbst auf der Anklagebank stünde.

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