Tyler Burge
1946 - Present
Tyler Burge hat nicht nur den externalistischen Impuls von Twin Earth geerbt; er hat ihn radikalisiert und die Lehre über Worte hinaus in die Struktur des Denkens selbst getragen. Wo Putnam argumentierte, dass die Bedeutung von „Wasser“ teilweise von der Welt außerhalb des Schädels des Sprechers abhängt, vertrat Burge die beunruhigendere Behauptung, dass die eigenen mentalen Inhalte einer Person von der sozialen Umgebung abhängen können. Ein Glaube, so seine Auffassung, wird nicht immer durch das bestimmt, was „im Kopf“ ist. Manchmal wird er durch die sprachliche und normative Gemeinschaft, in der der Denker geformt wurde, festgelegt.
Dieser Schritt sagt viel über Burges Temperament als Philosoph aus. Er war nicht an skeptischem Spektakel oder intellektueller Provokation um ihrer selbst willen interessiert. Er wollte eine Erklärung für das Bewusstsein, die die gewöhnliche menschliche Abhängigkeit erklären kann, ohne die Handlungsfähigkeit auf Illusion zu reduzieren. Seine bekanntesten Fälle – insbesondere das Beispiel mit der Arthritis und seine Argumente über Missverständnisse – sind trügerisch alltäglich. Ihre Kraft kommt von der Tatsache, dass sie keine exotischen Mechanismen benötigen. Eine Person kann hochintelligent, aufrichtig und reflektiv zuversichtlich sein und dennoch einen Glauben hegen, dessen Inhalt ihre private Introspektion übersteigt. Burges philosophische Vorstellungskraft war somit forensisch: Er untersuchte die verborgene Architektur alltäglicher Fehler.
Psychologisch spiegelt sein Werk einen starken Widerstand gegen individualistische Bilder des Selbst wider. Burge scheint von der Überzeugung getrieben zu sein, dass Denken im Wesentlichen sozial ist, bevor es privat ist. Dies ist nicht nur eine deskriptive These, sondern auch eine moralische. Sprache als öffentliche Praxis zu behandeln, bedeutet anzuerkennen, dass kein Denker mit absolutem Eigentum an Konzepten beginnt; wir leihen, erben und deferieren. Burges Rechtfertigung für diese Abhängigkeit war, dass sie das rationale Leben bewahrt, anstatt es zu verringern. Wenn die Konzepte einer Person teilweise durch gemeinschaftliche Standards aufrechterhalten werden, dann ist verantwortliche Handlungsfähigkeit an ihren Grundlagen kooperativ.
Dennoch gibt es eine innere Spannung in seinem Projekt. Burges öffentliche philosophische Haltung verteidigt die Würde des denkenden Subjekts, aber seine Argumente verlagern leise einen Teil der Selbstautorität des Subjekts. Die Person glaubt, sie meine eine Sache, aber die Normen der Gemeinschaft können eine andere bestimmen. Das kann in der Theorie befreiend und in der Praxis demütigend klingen. Es stellt das tröstliche Bild von transparenter Selbstkenntnis in Frage. Die Kosten dieser Sicht tragen diejenigen, die entdecken, dass sie sich nicht nur über Fakten, sondern auch über die Inhalte ihrer eigenen Gedanken geirrt haben.
Burges Erbe in der Philosophie des Geistes ist daher zweischneidig. Er erweiterte den semantischen Externalismus zu einer dauerhaften Theorie des mentalen Inhalts und half, die Debatten über breiten Inhalt, Selbstkenntnis und rationale Verantwortung zu gestalten. Aber er hinterließ auch eine schwierigere Frage: Wenn das Denken teilweise außerhalb von uns gemacht wird, wie viel des Selbst bleibt dann wirklich das eigene? Seine Antwort war, dass das Selbst in Isolation nicht souverän ist. Es wird in Beziehung konstituiert. Diese Einsicht gab der Philosophie ein realistischeres Bild menschlicher Kognition, auch wenn sie einige der Intimität, die wir zwischen Glauben und Träger gerne vorstellen, wegstripte.
