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Back to Ewige Wiederkunft
InterpreterTwentieth-century Nietzsche scholarshipGermany / United States

Walter Kaufmann

1921 - 1980

Walter Kaufmann übersetzte Nietzsche nicht nur; er führte eine Rettungsaktion für einen beschädigten Ruf durch und offenbarte dabei etwas von seinem eigenen Temperament: kämpferisch, anspruchsvoll, misstrauisch gegenüber intellektueller Faulheit und leidenschaftlich engagiert für die Würde des philosophischen Denkens. Geboren in Deutschland und durch die Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts in ein amerikanisches akademisches Leben gezwungen, brachte er mehr als nur eine Sprache mit sich. Er trug eine Antipathie gegen die Vereinfachungen mit sich, die Nietzsche zu einem leichten Ziel für ideologischen Missbrauch gemacht hatten. Diese persönliche Geschichte war von Bedeutung. Kaufmanns Beharren darauf, dass Nietzsche nicht auf einen Proto-Nazi, einen romantischen Barbaren oder einen bloßen Apostel irrationaler Gewalt reduziert werden könne, war nicht nur eine wissenschaftliche Korrektur; es war eine moralische Widerlegung des intellektuellen Vandalismus seiner Zeit.

Die ewige Wiederkunft wurde zu einem der entscheidenden Orte dieser Rettung. Kaufmann widerstand der Versuchung, sie als grobe kosmologische Behauptung zu behandeln, als ob Nietzsche einfach eine Physik der Wiederholung anbieten würde. Stattdessen stellte er die Wiederkunft als existenzielle Prüfung dar: ein Gedankenexperiment, das testet, ob eine Person das Leben so vollständig bejahen kann, dass der Gedanke, es erneut zu leben, sie nicht zerbrechen würde. In dieser Lesart geht es bei der Lehre weniger um die Struktur des Universums als um die Struktur des Selbst. Diese Betonung passte zu Kaufmanns größerem Projekt. Er wollte, dass Nietzsche als ein Philosoph der Selbstüberwindung gelesen wird, nicht als ein Prophet des Unheils oder ein Spinner des spekulativen Systembaus.

Doch die Errungenschaft hatte ihren Schatten. Kaufmanns Nietzsche ist oft klarer, sauberer und disziplinierter als es die Originaltexte erlauben. Er glättete einige der Rauheiten, die rhetorische Volatilität und die beunruhigende Mehrdeutigkeit, die Nietzsche so schwierig machen. Dies war nicht Täuschung, sondern eher strategische Rekonstruktion. Kaufmann glaubte, mit einiger Berechtigung, dass ein Philosoph manchmal lesbar gemacht werden muss, bevor er fair beurteilt werden kann. Doch diese Entscheidung hatte ihren Preis. Die Leser begegneten einem Nietzsche, der durch Kaufmanns Wunsch nach Kohärenz gefiltert war, und diese Kohärenz konnte die Fragmente, Provokationen und Widersprüche, die selbst Teil von Nietzsches Methode waren, verschleiern. Indem Kaufmann Nietzsche respektabel machte, riskierte er auch, ihn weniger gefährlich und weniger seltsam zu machen.

Der psychologische Motor hinter Kaufmanns Werk scheint zweischneidig gewesen zu sein: eine Liebe zur philosophischen Ernsthaftigkeit und eine tiefe Ungeduld mit dem Mythosbau. Er schätzte Klarheit, aber nicht auf Kosten der Tiefe; er wollte Rettung, aber er wollte auch Kontrolle über die Bedingungen der Rettung. Dieser Antrieb machte ihn für anglophone Leser, insbesondere für diejenigen, die die Wiederkunft verstehen wollten, ohne sich dem Mystizismus oder der Karikatur zu ergeben, von unschätzbarem Wert. Doch das bedeutete auch, dass Kaufmanns eigene interpretative Autorität zu einer gatekeeping Kraft wurde. Er öffnete Nietzsche einem breiteren Publikum, während er leise den Rahmen dessen, was als akzeptabler Nietzsche gelten konnte, einschränkte. Die Konsequenz war nachhaltig: Generationen lernten, die Wiederkunft als ethische Herausforderung und nicht als kosmologisches Rätsel zu sehen. Der Preis war, dass Nietzsches Instabilität – seine Weigerung, sich vollständig in irgendeinen einzelnen doktrinären Rahmen einfügen zu lassen – im Prozess oft reduziert wurde, selbst wenn Kaufmanns Werk diese Weigerung neu lesbar machte.

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