Bis Anfang der 1980er Jahre war die Philosophie des Geistes zu einem Laboratorium für eine tiefere Angst geworden: Kann das moderne Weltbild, mit seinen neuronalen Feuern und physischen Prozessen, das Bewusstsein, wie es erlebt wird, wirklich erklären? Die alte behavioristische Hoffnung war weitgehend unter dem Gewicht gewöhnlicher Einwände zusammengebrochen. Sie konnte Dispositionen und äußere Reaktionen beschreiben, aber nicht das empfundene Rot des Roten, die Schärfe des Schmerzes oder die private Art, wie eine Melodie im Bewusstsein ankommt. Die Identitätstheorie hatte mehr als der Behaviorismus geleistet, indem sie mentale Zustände mit Gehirnzuständen verband, doch klang sie oft wie ein Schuldschein: Ja, Empfindung und Gehirnaktivität sind identisch, aber wie genau hilft uns das, Erfahrung zu verstehen? In dieser Atmosphäre hatte eine neue Art von Rätsel Macht, gerade weil sie so einfach war.
Frank Cameron Jackson arbeitete innerhalb dieser Tradition, jedoch nicht bequem in einem bestimmten Lager. 1982 veröffentlichte er das Papier „Epiphenomenal Qualia“ in der Zeitschrift Philosophy, und der Titel signalisiert bereits den Druckpunkt. „Qualia“ war das Fachwort des Philosophen für die Aspekte des bewussten Lebens, wie es ist; „epiphenomenal“ wies auf die beunruhigende Möglichkeit hin, dass diese Qualitäten real, aber kausal untätig sein könnten. Jackson erfand nicht die Frage des Bewusstseins, aber er gab ihr eine Falltür. Das Gedankenexperiment, das später den Namen Marys Zimmer erhielt, beginnt nicht mit einer Theorie; es beginnt mit einer Person.
Mary ist eine brillante Wissenschaftlerin, die in einer schwarz-weißen Umgebung gefangen ist. Sie kennt jede physikalische Tatsache über das Farbsehen: die Wellenlängen, die retinalen Mechanismen, den visuellen Kortex, die Rolle der Beleuchtung, die Unterscheidungen, die normale Beobachter treffen, die Verhaltensberichte, die sie produzieren, und die Gesetze, die all dem zugrunde liegen. Stellen Sie sich vor, sie befindet sich in einem monochromen Labor, studiert aus schwarz-weißen Büchern und Bildschirmen. Nichts in ihrer Situation ist vage. Nichts ist mystisch. Der Punkt ist nicht die Unkenntnis der Wissenschaft, sondern der Besitz der Wissenschaft in voller Stärke, entblößt von der Farbe selbst.
Dieses Setting gehört zu einer langen philosophischen Linie. Locke hatte bereits zwischen primären und sekundären Qualitäten unterschieden und gefragt, ob Farbe „im Objekt“ oder im Wahrnehmenden sei. Hume hatte sich gesorgt, dass Ideen blasse Kopien von Eindrücken sind. Und im zwanzigsten Jahrhundert hatte die Debatte über Qualia diese älteren Fragen in ein Argument darüber geschärft, was in objektiver Beschreibung erfasst werden kann. Marys Zimmer tritt in diese Debatte als Gegengewicht zu einer verlockenden Ambition ein: der Ambition zu sagen, dass eine vollständige physikalische Geschichte eine vollständige Geschichte ist.
Das Szenario kommt auch nach einer Reihe kleinerer Frustrationen. Philosophen hatten gelernt, dass es zu dünn erschien, den Geist durch äußeres Verhalten zu definieren; ihn durch funktionale Rollen zu definieren, schien raffinierter, aber immer noch vielleicht zu abstrakt. Eine Maschine könnte prinzipiell die kausale Rolle eines Wahrnehmenden spielen, ohne offensichtlich etwas zu fühlen. Ein Gehirnscan könnte mit dem Sehen von Scharlach korrelieren, ohne zu offenbaren, wie Scharlach für das Subjekt aussieht. Die Spannung hier ist nicht nur technisch. Wenn eine perfekte Wissenschaft etwas so Intimes verpasst, dann könnte die Objektivität selbst einen blinden Fleck haben.
Jacksons Setup ist besonders auffällig, weil es die übliche Richtung der epistemischen Autorität umkehrt. Der Experte ist nicht derjenige, der die Farbe gesehen hat; der Experte ist derjenige, der sie nie gesehen hat. Diese Umkehrung verleiht dem Argument seine erste Überraschung. Normalerweise denken wir, dass Erfahrung die Theorie korrigiert. Hier soll die Theorie vollständig sein, bevor die Erfahrung eintritt, und dennoch scheint etwas zu fehlen. Dieses fehlende Überbleibsel ist der Druck hinter der ganzen Geschichte.
Die historische Stimmung ist wichtig. Die Philosophie des Geistes im späten zwanzigsten Jahrhundert war nicht länger damit zufrieden, das Bewusstsein als bloßen Rest zu behandeln. Das wissenschaftliche Bild der Welt war außergewöhnlich erfolgreich geworden, aber der Erfolg selbst schuf das Rätsel: Wenn die Physik alles in der öffentlichen Welt erklären kann, wo passt die private Welt hinein? Jacksons Gedankenexperiment war kein Rückzug von der Wissenschaft; es war eine Wette, dass die eigene Vollständigkeit der Wissenschaft ihre Grenzen offenbaren würde.
Eine zweite Spannung lauert im Hintergrund. Wenn Mary später ihren Raum verlässt und zum ersten Mal Rot sieht, was genau passiert dann? Gewinnt sie eine neue Tatsache, eine neue Fähigkeit oder lediglich eine neue Art, alte Informationen darzustellen? Die Geschichte scheint diese Frage zu erzwingen, bevor eine Theorie sie klären kann. Jackson hatte ein kleines menschliches Drama in einen großen metaphysischen Streit eingefügt, und dabei machte er das Problem unvergesslich.
Das relevante Gespräch hatte bereits seine Rivalen. Physikalisten wollten die These bewahren, dass alles Reale physisch ist. Dualisten wollten die Unreduzierbarkeit der Erfahrung bewahren. Funktionalisten hofften, das Problem zu umgehen, indem sie den Geist in kausalen Begriffen neu beschreiben. Jacksons Szenario wählt noch nicht zwischen ihnen, aber es lässt jeden von ihnen die Hitze spüren. Wenn Mary alle physikalischen Fakten kennt und dennoch etwas beim Sehen von Farbe lernt, dann schuldet der Physikalist eine Erklärung dafür, was gefehlt hat.
So endet das erste Kapitel: mit einem Raum, einer Wissenschaftlerin und einer Wissenschaft, die vollständig erscheint. Die Frage ist nun nicht, ob Mary intelligent genug ist, um die Theorie zu kennen. Das ist sie. Die Frage ist, was, wenn überhaupt, noch zu lernen bleibt, wenn die Theorie endlich die Tür zur Farbe öffnet.
