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GesprächspartnerPlatonic dialogue figureGreece

Diotima of Mantinea

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Diotima von Mantinea ist eine der seltsamsten und folgenreichsten Figuren in Platons Werk, da sie am Rand von Geschichte und Erfindung existiert. Sie tritt nur durch Sokrates’ Erinnerung im Symposium auf, doch sie dominiert die einflussreichste Lehre des Dialogs: dass das Verlangen in die Philosophie geformt werden kann. Platon präsentiert sie als eine Frau aus Mantinea, eine priesterliche oder prophetische Autorität, die Sokrates in der Natur des Eros unterrichtet, aber die Aufzeichnungen erlauben keine Gewissheit darüber, ob sie eine reale Person, ein Kompositum oder eine literarische Maske war. Diese Unsicherheit ist kein Fußnote zu ihrer Bedeutung; sie ist Teil ihrer Funktion. Diotima ist die Figur, die Platon verwendet, um Transzendenz in den Körper zu schmuggeln.

Wenn sie historisch war, was für einen Geist hatte sie dann? Die Diotima, die wir treffen, ist kein romantischer Idealist. Sie ist streng, analytisch und unsentimental in Bezug auf das Verlangen. Sie versteht das Verlangen als eine Kraft, die in der Begierde beginnt und nur durch Disziplin gebildet werden kann. Ihre psychologische Kraft liegt in diesem Realismus: Sie leugnet den Körper nicht, aber sie weigert sich, den Körper als den letzten Horizont zu akzeptieren. Man kann sich in ihr ein Temperament vorstellen, das von Distanz, religiöser Ernsthaftigkeit und dem Vertrauen geprägt ist, dass die Menschen ihre eigenen Bedürfnisse falsch deuten. Ihre Rechtfertigung ist nicht Unterdrückung um ihrer selbst willen. Es ist eine Hierarchie der Werte. Geringere Schönheiten werden nicht verurteilt, weil sie schlecht sind, sondern weil sie unvollständig sind.

Ihre Lehre verleiht Platons Theorie des Eros die berühmte Treppe. Der Liebende beginnt mit der Anziehung zu einem schönen Körper, erkennt dann Schönheit in allen Körpern, dann Schönheit in Seelen, Gesetzen, Wissen und schließlich die Schönheit selbst. Was diese Sequenz psychologisch überzeugend macht, ist, dass sie nicht verlangt, dass das Verlangen stirbt; sie verlangt, dass das Verlangen offenbart, wonach es die ganze Zeit gestrebt hat. Diotimas Genie besteht darin, Besessenheit als Lehrzeit zu interpretieren. Sie verwandelt Verlangen in eine Methode des Aufstiegs.

Doch die Figur trägt auch Widersprüche. Sie wird als Frau eingeführt, durch die Sokrates, Platons Symbol der Untersuchung, Unterweisung erhält, aber sie ist nur durch männliche Erzählung zugänglich. Das ist eine öffentliche Autorität, die in privater Vermittlung gehüllt ist. Wenn Platon sie erfunden hat, dann wählte er, seine tiefste metaphysische Behauptung durch eine imaginierte weibliche Lehrerin zu autorisieren, was sowohl radikal als auch ausweichend ist. Es erweitert die Bandbreite der Stimmen in der Philosophie, während es gleichzeitig sicherstellt, dass die Stimme selbst niemals vollständig antworten kann. Diotima wird zu einem Gefäß für Weisheit und gleichzeitig zu einem Schweigen.

Die Kosten ihrer Lehre sind leicht zu übersehen. Für den Liebenden kann es die schmerzhafte Herabstufung bestimmter Personen zu Stufen auf einer Leiter bedeuten. Für das Selbst kann es ein Leben bedeuten, das sich um Abstraktion und Entsagung reorganisiert. Platon rahmt diese Kosten als Befreiung, aber es ist auch Verlust: das Opfer von Intimität für Vision, das Aufgeben von Bindung für ein haltbareres Objekt. Diotimas Aufstieg bietet Transzendenz, doch er verlangt einen Preis in gewöhnlicher menschlicher Zärtlichkeit.

Deshalb bleibt sie so beunruhigend. Sie ist nicht nur die Schutzpatronin der „platonischen Liebe“. In Platon ist sie eine strenge Diagnostikerin des Verlangens und eine Zeugin seiner Transformation, die argumentiert, dass das tiefste Verlangen der Seele nicht darin besteht, Schönheit zu besitzen, sondern die Instabilität des Besitzes zu überleben, indem sie lernt, das zu lieben, was nicht vergeht.

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