The Philosophy ArchiveThe Philosophy Archive
Back to Dualismus
Kritiker / InterpretOrdinary language philosophyUnited Kingdom

Gilbert Ryle

1900 - 1976

Gilbert Ryle trat im zwanzigsten Jahrhundert als einer der eindringlichsten und einprägsamsten Kritiker des kartesianischen Dualismus hervor, und sein Ruhm beruht vor allem auf The Concept of Mind (1949), wo er das angreift, was er „das Dogma des Gespensts in der Maschine“ nannte. Der Ausdruck wurde berühmt, weil er einprägsam war, aber seine Kraft lag in einer tiefergehenden intellektuellen Diagnose: Ryle argumentierte, dass die gängige Sprache über Geist und Körper durch eine grammatische Illusion verzerrt worden sei. Philosophen, so sagte er, seien versucht worden, das mentale Leben so zu behandeln, als wäre es ein verborgenes inneres Objekt, ein zweites Reich, das parallel zur physischen Welt verläuft, während in Wirklichkeit viel von dem, was wir als mentales Vokabular bezeichnen, Fähigkeiten, Tendenzen, Fertigkeiten und Verhaltensweisen in der Welt beschreibt.

Ryles philosophisches Temperament war anti-mythisch und anti-spektakulär. Er misstraute Systemen, die verborgene Mechanismen versprachen, wo die gewöhnliche Sprache bereits nützliche Arbeit leistete. Teil seines Antriebs war polemisch: Er wollte das aufdecken, was er als einen Kategorienfehler ansah, die Art von Fehler, die entsteht, wenn man nach dem Standort „der Universität“ fragt, nachdem man ihre Bibliotheken, Büros und Colleges gezeigt bekommen hat. Für Ryle förderte das kartesianische Bild des Geistes genau einen solchen Fehler, indem es das Bewusstsein als ein okkultes inneres Theater imaginiert. Sein Angriff trug dazu bei, es intellektuell respektabel zu machen, den Dualismus nicht nur als falsch, sondern als konzeptionell verwirrt abzulehnen, besonders in der analytischen Philosophie der Mitte des Jahrhunderts.

Doch dieser Erfolg hatte seinen Preis. Ryles Darstellung schärfte die Werkzeuge der Philosophie zur Analyse der Sprache, doch sie riskierte auch, die Innenschau, die die Menschen für zentral im menschlichen Leben halten, zu verflachen. Er war so entschlossen, den Mythos des privaten inneren Zuschauers zu durchbrechen, dass er manchmal zu wenig Raum für das ließ, was spätere Philosophen als den gefühlten Charakter der Erfahrung bezeichnen würden. Seine Kritiker argumentierten, dass Dispositionen und öffentliche Kriterien, so wichtig sie auch sein mögen, nicht von sich aus erklären, wie Schmerz, Angst, Gedächtnis oder Selbstbewusstsein sich von innen anfühlen. In diesem Sinne war Ryles Sieg über den Dualismus auch eine Einschränkung: Er zeigte, wie ein Bild irreführen kann, aber er entschied nicht, was es ersetzen sollte.

Ryles öffentliche Persona war die eines disziplinierten analytischen Denkers, kühl, wo andere metaphysisch waren, genau, wo andere extravagant waren. Doch sein Werk offenbart ein kämpferischeres Temperament hinter dieser Nüchternheit. Er war nicht einfach ein geduldiger Klarsteller der Sprache; er war ein philosophischer Zerstörer, der darauf abzielte, eine einflussreiche intellektuelle Gewohnheit abzubauen. Diese Aggressivität verlieh seinem Schreiben seine beständige Energie, produzierte jedoch auch eine unvermeidliche Asymmetrie: Er war besser darin, zu zeigen, warum der Geist nicht als gespenstisches Objekt behandelt werden sollte, als zu erklären, warum die menschliche Subjektivität so widerständig gegenüber Reduktion ist. Die Konsequenz für die Philosophie war entscheidend. Nach Ryle konnte der Dualismus sich nicht länger als den Standardgesunden Menschenverstand gebildeten Denkens präsentieren. Doch die ungelöste Last des Bewusstseins blieb bestehen, und spätere Denker würden sowohl die Klarheit seiner Kritik als auch den Schmerz ihrer Unvollständigkeit erben.

Philosophies