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Befürworter / InterpretPolitical theory; pluralism; social criticismUnited States

Michael Walzer

1935 - Present

Michael Walzer nimmt einen besonderen Platz in der kommunitaristischen Landschaft ein, da er weder ein einfacher Feiernder der Tradition noch ein Theoretiker geschlossener, homogener Gemeinschaften ist. Er machte sich einen Namen, indem er eine scheinbar einfache Frage stellte: Wie kann Gerechtigkeit aus den gemeinsamen sozialen Bedeutungen heraus verstanden werden, anstatt von einem angeblich neutralen Universalismus auferlegt zu werden? In Spheres of Justice (1983) argumentierte er, dass verschiedene soziale Güter entsprechend den Bedeutungen verteilt werden sollten, die sie in einer bestimmten Gesellschaft haben. Was auf den ersten Blick wie ein humaner Pluralismus aussieht, ist auch eine Methode der moralischen Anatomie: Walzer seziert Gesellschaften, indem er die interne Logik untersucht, die es ihnen ermöglicht, Ungleichheit, Loyalität, Belohnung und Scham zu rechtfertigen.

Diese Denkweise wurde von einem tiefen Misstrauen gegenüber Abstraktion geprägt. Walzers Werk deutet auf ein Temperament hin, das sich unwohl fühlt mit Theorien, die über der gelebten Erfahrung schweben. Er bevorzugte den unordentlichen moralischen Wortschatz gewöhnlicher Menschen, die dichten Beschreibungen, durch die Bürger das politische Leben verstehen, gegenüber den klaren Gewissheiten der formalen Philosophie. Er leugnete universelle moralische Ansprüche nicht, bestand jedoch darauf, dass sie immer in lokalen Akzenten geäußert werden, getragen von Geschichte, Kampf und Erinnerung. Das verlieh seinem Kommunitarismus einen demokratischen Charakter. Er war weniger an autoritativen Plänen interessiert als an den Wegen, auf denen Gemeinschaften mit sich selbst argumentieren.

Hier werden auch seine Widersprüche sichtbar. Walzer erscheint oft als Verteidiger des gewöhnlichen moralischen Verständnisses, doch ein Großteil seiner politischen Schriften hängt von der Arbeit eines intellektuellen Schiedsrichters ab: jemand, der erkennen kann, wann eine Gesellschaft ihre eigenen Standards verraten hat. Er zeigte immer wieder, dass Kritik aus der eigenen Sprache einer Gemeinschaft entstehen kann, nicht nur von außen. Seine späteren Essays verteidigen die soziale Kritik, während sie gleichzeitig die gemeinsamen Bedeutungen respektieren, was ihn zu einem Korrektiv für Karikaturen des Kommunitarismus als provinziell oder autoritär macht. Aber die Position ist nicht schmerzfrei. Wenn Gerechtigkeit immer durch lokale Bedeutungen interpretiert wird, besteht das Risiko, dass der Kritiker in der moralischen Welt gefangen wird, die er beurteilt. Walzers Antwort besteht darin, interne Kritik mit einem breiteren moralischen Horizont in Einklang zu bringen, aber das Gleichgewicht ist instabil, und das wusste er.

Die psychologische Kraft hinter diesem Projekt scheint der Wunsch gewesen zu sein, die moralische Ernsthaftigkeit sowohl vor Zynismus als auch vor imperialer Gewissheit zu schützen. Walzer wollte eine Politik, die Unterdrückung beurteilen kann, ohne vorzugeben, nirgendwo zu stehen. Das verlieh seinem Schreiben Dringlichkeit, aber auch eine gewisse moralische Spannung: Er ist zu human, um Menschen auf universelle Formeln zu reduzieren, und doch zu moralisch anspruchsvoll, um Gemeinschaften sich selbst zu entschuldigen. Die Kosten dieser Haltung tragen diejenigen, die unter ungerechten „gemeinsamen Bedeutungen“ leben, da sie zuerst in eine Sprache der Kritik übersetzt werden müssen, bevor sie verurteilt werden können. Die Kosten für Walzer selbst sind eine permanente Unruhe, eine Weigerung, irgendeine Einigung, einschließlich seiner eigenen, endgültig werden zu lassen.

Seine bleibende Bedeutung liegt darin, dass er gezeigt hat, dass kommunitaristisches Denken sich nicht zwischen Universalität und Particularität entscheiden muss. Es kann fragen, wie universelle Ansprüche in konkreten sozialen Welten gelebt werden und wie Gemeinschaften beurteilt werden können, ohne ausgelöscht zu werden. Das macht ihn zu einem der geschmeidigsten und selbstreflektiertesten Interpreten der Bewegung.

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