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School or Movement

Kommunitarismus

Der Kommunitarismus beginnt mit einer Weigerung: Bevor wir uns selbst wählen, sind wir bereits geprägt von Sprachen, Loyalitäten, Geschichten und moralischen Erbschaften, die Wahl überhaupt erst möglich machen.

1901 – 2000Americas
Kommunitarismus

Quick Facts

Period
1901 – 2000
Region
Americas
Key Figures
Alasdair MacIntyre, Charles Taylor, John Rawls +3 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Rawls veröffentlicht A Theory of Justice

**1971** — Rawls’ Buch wird zur prägnanten Aussage der liberalen politischen Philosophie des späten zwanzigsten Jahrhunderts. Sein Modell der Gerechtigkeit als Fairness und die ursprüngliche Position geben späteren kommunitaristischen Kritikern ein präzises Ziel: eine Theorie, die ihrer Meinung nach zu weit von sozialer Identität und moralischer Bildung abstrahiert.

MacIntyre veröffentlicht Nach der Tugend

**1981** — „After Virtue“ stellt die moderne Moralphilosophie als eine Krise der Fragmentierung und des Verlusts gemeinsamer Standards dar. Seine Darstellung von Praktiken, Tugenden und Traditionen wird zu einem Grundpfeiler des kommunitaristischen Denkens.

Sandel veröffentlicht Liberalismus und die Grenzen der Gerechtigkeit.

**1982** — Sandels Kritik am ungebundenen Selbst wird zu einer der bekanntesten Formulierungen der Bewegung. Er argumentiert, dass der Liberalismus die konstitutiven Verpflichtungen, die in Gemeinschaft und Identität verwurzelt sind, nicht erklären kann.

Walzer veröffentlicht Spheres of Justice

**1983** — Walzer entwickelt eine pluralistische Auffassung von Gerechtigkeit, die in gemeinsamen sozialen Bedeutungen und differenzierten Gütern verwurzelt ist. Das Buch erweitert die kommunitaristische Debatte, indem es lokale Interpretationen mit distributiver Gerechtigkeit verbindet.

Taylor veröffentlicht *Sources of the Self*

**1988** — Taylors Geschichte der modernen Identität bietet dem Kommunitarismus eine tiefere Auffassung des Selbst als dialogisch und moralisch situiert. Das Buch wird zentral für spätere Diskussionen über Anerkennung und Authentizität.

Okin veröffentlicht Gerechtigkeit, Geschlecht und Familie.

**1989** — Okin unterzieht die gemeinschaftszentrierte politische Theorie einer feministischen Kritik. Sie argumentiert, dass die Familie und andere intime Strukturen Hierarchie unter dem Namen der Zugehörigkeit reproduzieren können.

Kommunitaristische Debatten treten in die öffentliche Politik ein

**1991** — Bis Anfang der 1990er Jahre dringen kommunitaristische Themen wie bürgerschaftliche Verantwortung, soziale Verpflichtung und das Gemeinwohl über die akademische Philosophie hinaus in die Politik und die öffentliche Diskussion vor. Die Idee gewinnt Einfluss in den Diskussionen über Bildung, Wohlfahrt und Staatsbürgerschaft.

Rawls veröffentlicht Politischer Liberalismus

**1993** — Rawls antwortet auf Pluralismus und kommunitaristische Kritiken, indem er einen überlappenden Konsens unter Bürgern mit unterschiedlichen umfassenden Doktrinen betont. Das Buch stellt die Debatte um Stabilität, Legitimität und öffentliche Vernunft neu dar.

Taylors Anerkennungsthese breitet sich in die multikulturelle Politik aus.

**1994** — Taylors Darstellung der Anerkennung beeinflusst die Debatten über kulturelles Überleben, die Stellung von Minderheiten und Identität. Kommunitaristische Themen beginnen, sich mit breiteren Diskussionen über Respekt und Fehlwahrnehmung zu überschneiden.

Die kommunitaristische Sprache findet Eingang in den politischen Diskurs über sozialen Kapital.

**2000** — Die Rede von bürgerschaftlichem Vertrauen, Nachbarschaftsnetzwerken und intermediären Institutionen wird in der öffentlichen Debatte zunehmend verbreitet. Auch wenn nicht alles davon philosophisch sorgfältig ist, zeigt es, dass kommunitaristische Ideen in die allgemeine Diskussion über soziale Kohäsion eindringen.

Okins Tod markiert die Konsolidierung der feministischen Kritik.

**2004** — Okins Werk prägt weiterhin, wie kommunitaristische Ansprüche bewertet werden, insbesondere in Bezug auf Familie, Pflege und Geschlecht. Ihre Kritik wird Teil des Rahmens, innerhalb dessen spätere kommunitaristische Argumente operieren müssen.

Erneutes Interesse an Gemeinschaft inmitten sozialer Fragmentierung

**2020** — Fragen zur Einsamkeit, Polarisation, digitaler Mediation und dem Zerfall des Bürgersinns lenken die Aufmerksamkeit erneut auf kommunitaristische Themen. Das Beharren der Bewegung darauf, dass Autonomie von sozialen Formen abhängt, scheint in einer Ära des zerbrochenen öffentlichen Lebens neu relevant zu sein.

Sources

  • secondary_reference
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Communitarianism

    Standard overview of the movement and its debates.

  • secondary_reference
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Liberalism

    Useful for the liberal framework communitarianism criticizes.

  • primary_text
    John Rawls, A Theory of Justice

    Foundational liberal text and central interlocutor.

  • primary_text
    John Rawls, Political Liberalism

    Rawls’s response to pluralism and communitarian critique.

  • primary_text
    Michael J. Sandel, Liberalism and the Limits of Justice

    Canonical communitarian critique of the unencumbered self.

  • primary_text
    Alasdair MacIntyre, After Virtue

    Major communitarian-adjacent account of practices, traditions, and virtue.

  • primary_text
    Charles Taylor, Sources of the Self: The Making of the Modern Identity

    Influential account of dialogical selfhood and moral sources.

  • primary_text
    Michael Walzer, Spheres of Justice

    Pluralist theory of justice rooted in social meanings.

  • primary_text
    Susan Moller Okin, Justice, Gender, and the Family

    Important feminist critique of community-centered political thought.

  • primary_text
    Amitai Etzioni, The Spirit of Community

    Representative public communitarian statement from the 1990s.

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