Mimamsa Thinkers
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Mimamsa ist weniger eine einzelne Person als eine formidable Schule und war einer von Shankaras ernsthaftesten Gesprächspartnern. Ihre Denker verteidigten die Autorität des vedischen Rituals und die Auffassung, dass Handlung, richtig vollzogen, intrinsische religiöse Bedeutung hat. Wenn Vedanta fragt, was befreit, fragt Mimamsa, was die Pflicht gebietet; wenn Advaita Wissen über das Absolute sucht, sichert Mimamsa die Wirksamkeit der opferlichen Praxis und der schriftlichen Anweisungen.
Shankara musste diese Schule ernst nehmen, weil sie den stärksten internen Rivalen innerhalb der vedischen Welt darstellte. Mimamsa lieferte nicht nur eine Theorie des Rituals, sondern auch eine ausgeklügelte Darstellung von Sprache, Anweisung und Interpretation. Das bedeutete, dass Shankara sie nicht einfach als obsolet abtun konnte. Er musste zeigen, warum die upanishadische Wende zum Wissen die ritualistische Auslegung des Veda übertrifft, ohne die Autorität der Schrift selbst zu leugnen.
Die philosophische Spannung ist tief. Mimamsa neigt dazu, Dharma als durch Anweisung und Handlung bekannt zu behandeln, während Shankara möchte, dass die Befreiung von Einsicht in das abhängt, was bereits der Fall ist. Die Einsätze sind sowohl praktisch als auch metaphysisch: Wenn Handlung letztlich rettendes Gewicht hat, dann ist das religiöse Leben anders strukturiert, als wenn nur Wissen befreit. Shankaras Unterordnung von Karma unter Jnana ist daher keine geringfügige technische Anpassung, sondern eine Transformation der religiösen Landschaft.
Dennoch schärfte Mimamsa auch Shankaras eigene Methoden. Da die Denker der Mimamsa Meister der Hermeneutik waren, musste er ebenfalls einer werden. Er entlieh sich die Ernsthaftigkeit der Textinterpretation, während er sie auf die Nondualität umlenkte. Ihre Rivalität half dabei, zu definieren, was als richtige Auslegung der Schrift zählt, und die Debatte darüber, ob Ritual oder Wissen primär ist, wurde zu einer der beständigen Bruchlinien in der indischen Philosophie.
Die Rolle der Mimamsa in der Geschichte Shankaras ist somit paradox. Es ist die Schule, gegen die er sich wehrt, aber auch die Schule, die seinen Widerstand intellektuell rigoros macht. Ohne Mimamsa wäre Shankara weniger präzise; mit ihr wird er zu dem Philosophen, der zeigen muss, warum das Ende des Veda nicht Handlung, sondern Erwachen ist.
