Val Plumwood
1939 - 2008
Val Plumwood halfte die Kritik des Anthropozentrismus um, indem sie darauf bestand, dass die Dominanz der Menschheit über die Natur nicht unabhängig von der Dominanz über Frauen, kolonialisierte Völker und andere untergeordnete Gruppen verstanden werden kann. Sie war mit der vertrauten umweltethischen Behauptung, dass die Menschen „die Natur respektieren“ sollten, nicht zufrieden. Sie wollte die mentale Maschinerie aufdecken, die Missachtung als normal erscheinen lässt. Ihr Ziel war die Hierarchie, die im westlichen Denken verborgen ist: die Gewohnheit, die Welt in Paare zu unterteilen – Mensch und Natur, Vernunft und Körper, männlich und weiblich, Kultur und Wildnis – und dann eine Seite als aktiv, erhaben und berechtigt zu regieren zu behandeln. In Plumwoods Händen wurde die Ökologie zu einer Obduktion der Macht.
Sie trat sowohl als Erbin als auch als Kritikerin der tiefen Ökologie auf. Wie deren Befürworter wies sie die Fantasie menschlicher Meisterschaft und die Idee zurück, dass die nichtmenschliche Welt lediglich als Kulisse für menschliche Ambitionen existiert. Aber sie misstraute jedem Umweltdenken, das „Menschen“ als eine einzige undifferenzierte Spezies betrachtete, die gleichermaßen schuldhaft ist. Diese Abstraktion, argumentierte sie, könnte die Strukturen verbergen, durch die Dominanz organisiert wird. Ihr philosophisches Schreiben drängte die Umweltethik zu einer schwierigeren Frage: Wer darf die Natur definieren, wer wird zur Natur gemacht, und wer zahlt den Preis für diese Transformation?
Die Kraft von Plumwoods Werk kam ebenso sehr aus der gelebten Erfahrung wie aus Argumenten. Sie war eine Philosophin, die verstand, dass Konzepte nicht unschuldig sind. Die Kategorien des westlichen Denkens waren lange Zeit genutzt worden, um Eroberung, häusliche Einschränkung, Ausbeutung und die Auslöschung indigener Landbeziehungen zu rechtfertigen. Sie sah, dass ökologische Gewalt niemals nur um Bäume, Tiere oder Kohlenstoff ging; es ging auch um die sozialen Gewohnheiten, die einigen Menschen beibringen, zu dominieren, und anderen, zu erdulden. Diese Einsicht verlieh ihrem Werk moralische Dringlichkeit, aber auch Strenge. Sie schrieb nicht als abgehobene Theoretikerin. Sie schrieb als jemand, der versuchte, die tiefsten defensiven Reflexe einer Zivilisation zu benennen.
Ihre öffentliche Persona war die einer rigorosen Kritikerin der Dominanz, doch die emotionale Energie ihrer Philosophie deutet auf ein komplizierteres Innenleben hin: ein Misstrauen gegenüber einfacher Unschuld, eine Weigerung, sich durch universelle Sprache trösten zu lassen, und ein anhaltendes Bedürfnis, Schaden zu seinen Quellen zurückzuverfolgen. Ihre Argumente lasen sich oft wie ein Kampf gegen die Vereinfachung selbst. Sie wusste, dass Befreiungsbewegungen die Logiken, gegen die sie sich wandten, reproduzieren konnten, wenn sie Klasse, Geschlecht, Imperium und Verkörperung ignorierten. Das machte sie zu einer schwierigen Verbündeten für jede Politik, die moralische Klarheit struktureller Analyse vorzog.
Plumwoods Beharren auf gelebten Landschaften erweiterte ihr Werk über die Ethik der Wildnis hinaus. Sie drängte die Umweltphilosophie dazu, sich mit Überleben, Siedlung und indigener Enteignung auseinanderzusetzen, anstatt Land als abstraktes ethisches Objekt zu behandeln. Damit erhöhte sie die Kosten des ökologischen Denkens: Es musste historisch ehrlicher und politisch verantwortlicher werden. Der Vorteil war Klarheit; die Kosten waren Unbehagen. Ihr Erbe ist die Erkenntnis, dass ökologische Verwüstung und soziale Dominanz keine parallelen Probleme, sondern miteinander verbundene Denkgewohnheiten und Machtinstitutionen sind.
