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Existentialer Humanismus

Der existenzielle Humanismus beginnt mit einem Verlust: Wenn kein Gott unser Wesen im Voraus schreibt, wird jede Person zum Autor — und jede Wahl schreibt nicht nur ein Selbst, sondern auch ein Bild der Menschheit selbst.

1901 – 2000Europe
Existentialer Humanismus

Quick Facts

Period
1901 – 2000
Region
Europe
Key Figures
Friedrich Nietzsche, Gabriel Marcel, Jean-Paul Sartre +3 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Geburt von Jean-Paul Sartre

**1905** — Sartre wurde 1905 in Paris geboren. Seine spätere Philosophie würde aus einer französischen intellektuellen Kultur hervorgehen, die bereits von säkularem Republikanismus, Phänomenologie und der Krise der modernen Autorität geprägt war.

Veröffentlichung von Sein und Nichts

**1943** — Sartres Hauptwerk zur Ontologie gab dem Existentialismus seine philosophische Architektur: Bewusstsein als Nichts, schlechte Glauben, Faktizität und Freiheit. Es lieferte die konzeptionelle Grundlage, die später den existenzialen Humanismus verständlich machte.

Vorlesung: Existentialismus ist ein Humanismus

**1945-10-29** — Sartre hielt die Rede in Paris und stellte den Existentialismus öffentlich als einen Humanismus dar, der auf Verantwortung zentriert ist. Der Vortrag wurde zu einem kulturellen Ereignis, da er der Anschuldigung begegnete, der Existentialismus sei nihilistisch.

Veröffentlichung von Der Existentialismus ist ein Humanismus

**1946** — Der Vortrag wurde veröffentlicht und weit gelesen, wodurch der Begriff 'existentialer Humanismus' im philosophischen Vokabular der Nachkriegszeit verankert wurde. Seine zugängliche Form trug dazu bei, Sartres Ideen über die akademische Philosophie hinaus zu verbreiten.

Veröffentlichung von Das andere Geschlecht

**1949** — Simone de Beauvoir erweiterte die existenzialistische Analyse auf die historische Konstruktion der Frau als das Andere. Ihr Werk erweiterte den existenzialistischen Humanismus, indem es zeigte, wie Freiheit durch geschlechtsspezifische Strukturen geprägt ist.

Nachkriegsdebatte über Humanismus und Atheismus

**1945-1947** — Sartres Vortrag provozierte Reaktionen von christlichen Existentialisten, Marxisten und Phänomenologen. Die Debatten klärten die zentrale Spannung der Bewegung: ob Würde Transzendenz erfordert oder allein in der Verantwortung verankert sein kann.

Merleau-Pontys Kritik an der sartre'schen Freiheit

**1948** — Merleau-Ponty plädierte für eine verkörperte, situierte Freiheit gegen jede Lesart von Sartre, die zu souverän oder voluntaristisch klang. Die Meinungsverschiedenheit stellte eine wichtige interne Verfeinerung des existenzialistischen Humanismus dar.

Sartre und antikoloniale Politik

**1952** — Sartre verband zunehmend die existenzielle Verantwortung mit dem antikolonialen Kampf und politischem Engagement. Dies erweiterte den existenziellen Humanismus von der persönlichen Ethik zu einer Kritik oppressiver historischer Strukturen.

Veröffentlichung der Kritik der dialektischen Vernunft

**1960** — Sartre versuchte, individuelle Freiheit mit kollektiver Geschichte und sozialer Organisation zu verbinden. Das Werk zeigt, wie der existenzialistische Humanismus an seine eigenen Grenzen stößt und eine angemessenere Theorie von Institutionen und Gruppen sucht.

Feministische und poststrukturalistische Neuinterpretationen

**1970s** — Denker, die von de Beauvoir und vom Existentialismus im weiteren Sinne beeinflusst wurden, rekontextualisieren Freiheit in Bezug auf Geschlecht, Sprache und Macht. Existentialer Humanismus wurde weniger zu einer festen Doktrin als zu einer Reihe von anwendbaren Fragen.

Tod von Jean-Paul Sartre

**1980** — Sartres Tod markierte das Ende der Gründungsgeneration der Bewegung. Dennoch blieben die Fragen, die er zu Verantwortung, Wahl und menschlicher Universalität aufwarf, in der Philosophie und im öffentlichen Leben aktiv.

Fortdauerndes Erbe in der Ethik, Therapie und politischen Gedanken

**2000s** — Der existenzielle Humanismus beeinflusste weiterhin die Debatten über Autonomie, Authentizität und Verantwortlichkeit unter Bedingungen sozialer Zwänge. Sein Vokabular überlebt überall dort, wo Menschen fragen, was von der menschlichen Verantwortung nach dem Zusammenbruch der Absoluten bleibt.

Sources

  • primary_text
  • primary_text
    Jean-Paul Sartre, Being and Nothingness, trans. Hazel E. Barnes (Washington Square Press, 1992)

    Core philosophical text for Sartre’s ontology of freedom, bad faith, and facticity.

  • reference_article
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Jean-Paul Sartre

    Reliable overview of Sartre’s philosophy and its main debates.

  • reference_article
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Existentialism

    Context for existentialism as a broader movement.

  • reference_article
    Internet Encyclopedia of Philosophy: Jean-Paul Sartre

    Accessible scholarly overview of Sartre’s existentialism.

  • primary_text
    Simone de Beauvoir, The Second Sex, trans. Constance Borde and Sheila Malovany-Chevallier (Vintage, 2011)

    Essential for the feminist development of existential humanism.

  • primary_text
    Maurice Merleau-Ponty, Phenomenology of Perception, trans. Colin Smith (Routledge, 2012)

    Key critique and development of situated, embodied subjectivity.

  • primary_text
    Gabriel Marcel, Being and Having, trans. Katherine Farrer (Harper, 1965)

    Important Christian existentialist alternative to Sartrean humanism.

  • scholarly_book
    Jonathan Webber, The Existentialism of Jean-Paul Sartre (Routledge, 2009)

    Clear scholarly account of Sartre’s existentialism and its structure.

  • scholarly_book
    Debra Bergoffen, The Philosophy of Simone de Beauvoir: Gendered Phenomenologies, Erotic Generosities (SUNY Press, 1997)

    Useful for the existentialist-feminist extension of the tradition.

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