Theorie des Gesellschaftsvertrags
Was macht politische Autorität legitim: Gewalt, Erbschaft oder Zustimmung? Die Theorie des Gesellschaftsvertrags beantwortet diese Frage, indem sie sagt, dass der Staat kein Naturphänomen, sondern ein menschliches Kunstwerk ist – ein Abkommen, real oder imaginiert, das private Personen in eine politische Gemeinschaft verwandelt.

Quick Facts
- Period
- 1601 – 1800
- Region
- Europe
- Key Figures
- Carole Pateman, David Hume, Jean-Jacques Rousseau +2 more
Key Figures
Carole Pateman
Critic
Feminist political theoryCarole Pateman trat als eine der schärfsten Kritikerinnen der modernen politischen Theorie hervor, nicht indem sie die V...
David Hume
Critic
Scottish EnlightenmentDavid Hume war kein Kommentator von al-Ghazali im direkten historischen Sinne, und er hat al-Ghazalis Denken nicht geprä...
Jean-Jacques Rousseau
Proponent
Social contract and republican thoughtJean-Jacques Rousseau steht als einer von Augustins folgenreichsten säkularen Erben da, weil er die Beichtform übernimmt...
John Locke
Proponent
Liberal political philosophyJohn Lockes Theorie des Bewusstseins entstand nicht im Vakuum abstrakter Reflexion; sie entwickelte sich aus einem Leben...
Thomas Hobbes
Originator
Early modern political philosophyThomas Hobbes ist einer der großen Architekten der modernen politischen Angst: ein Denker, der auf die Menschen schaute ...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Die Theorie des Gesellschaftsvertrags entstand nicht im Frieden, sondern im Zerfall. Das siebzehnte Jahrhundert in Europa war geprägt von Bürgerkrieg, konfessio...
Die zentrale Idee
Im Kern ist die Theorie des Gesellschaftsvertrags eine einfache, aber destabiliserende Behauptung: Politische Autorität ist nur dann legitim, wenn sie auf einer...
Das System
Sobald Zustimmung zur Grundlage wird, entfaltet sich die Theorie des Gesellschaftsvertrags zu einer vollständigen Architektur des politischen Denkens. Es ist ni...
Spannungen & Kritiken
Die Einwände gegen die Theorie des Gesellschaftsvertrags sind keine geringfügigen Reparaturen am Rand eines ansonsten stabilen Gebäudes. Sie treffen die Fundame...
Vermächtnis & Echos
Das Erbe der Vertragstheorie ist so groß, dass es teilweise unsichtbar geworden ist. Es überlebt nicht nur in philosophischen Büchern und politischen Manifesten...
Timeline
Geburt von Thomas Hobbes
**1588** — Thomas Hobbes wurde 1588 in England geboren und trat in eine Welt ein, die bald durch religiöse Konflikte und Bürgerkrieg verwandelt werden sollte. Seine spätere politische Philosophie würde diese Umwälzungen in eine Theorie der Souveränität verwandeln, die auf Angst, Autorisierung und dem Bedürfnis nach Frieden basiert.
Veröffentlichung von Leviathan
**1651** — Hobbes veröffentlichte Leviathan, sein bekanntestes Werk über den Staat als künstliche Person, die durch einen Vertrag geschaffen wurde. Das Buch wurde zu einem grundlegenden Text für das moderne Problem der Legitimität: Warum Gehorsam geschuldet ist und wem.
Geburt von John Locke
**1632** — John Locke wurde 1632 in Somerset, England, geboren. Seine politische Philosophie würde später das Einverständnis mit natürlichen Rechten, Eigentum und begrenzter Regierung verbinden.
Veröffentlichung der Zwei Abhandlungen über die Regierung
**1689** — Lockes Zwei Abhandlungen über die Regierung erschienen 1689 und lieferten eine der beständigsten Verteidigungen der Regierung durch Zustimmung. Sie argumentierten, dass politische Macht zum Schutz der Rechte übertragen wird und widerstanden werden kann, wenn dieses Vertrauen gebrochen wird.
Geburt von David Hume
**1711** — David Hume wurde 1711 in Schottland geboren. Sein späterer Aufsatz über den ursprünglichen Vertrag würde die historische Plausibilität von vertragsbasierten Auffassungen politischer Verpflichtung in Frage stellen.
Rousseau veröffentlicht den Diskurs über die Ungleichheit
**1755** — Jean-Jacques Rousseaus Diskurs über die Ungleichheit schärfte seine Kritik an der modernen Gesellschaft, indem er aufzeigte, wie soziale Entwicklungen Abhängigkeit und Ungleichheit vertiefen können. Er ebnete den Weg für sein späteres Überdenken von Freiheit und Legitimität in der politischen Gemeinschaft.
Veröffentlichung des Gesellschaftsvertrags
**1762** — Rousseau veröffentlichte den Gesellschaftsvertrag, der die kollektive Selbstgesetzgebung und den allgemeinen Willen zum zentralen Element politischer Legitimität machte. Das Buch wurde zu einem der einflussreichsten und umstrittensten Texte der modernen politischen Theorie.
Humes Essay „Vom ursprünglichen Vertrag“ zirkuliert in der politischen Debatte.
**1770** — Humes Kritik am ursprünglichen Vertrag schärfte die skeptische Herausforderung an vertragsbasierte Gründungsgeschichten. Er argumentierte, dass politische Gehorsamkeit in der Regel durch Nützlichkeit und Gewohnheit aufrechterhalten wird, anstatt durch irgendeine echte Gründungsvereinbarung.
Kants Kritik der reinen Vernunft und die Idee des normativen Konsenses
**1781** — Obwohl Kant kein Vertragstheoretiker im klassischen Sinne ist, half er, den Vertrag in einen regulativen Standard und nicht in ein historisches Ereignis zu verwandeln. Seine umfassendere politische Philosophie verstärkte die Idee, dass Legitimität aus der Perspektive der rationalen Autonomie überprüfbar sein muss.
Geburt von Carole Pateman
**1940** — Carole Pateman wurde 1940 geboren und sollte später eine der einflussreichsten feministischen Kritikerinnen der Vertragstradition werden. Ihr Werk deckte die geschlechtsspezifischen Ausschlüsse auf, die hinter den Ansprüchen auf universelle Zustimmung verborgen waren.
Veröffentlichung von The Problem of Political Obligation und späteren vertraglichen Wiederbelebungen
**1979** — Die politische Philosophie des späten zwanzigsten Jahrhunderts erneuerte das Vertragsdenken in abstrakter Form, insbesondere durch prozedurale und hypothetische Modelle. Die Epoche zeigte, dass die Vertragstheorie nicht verschwunden war; sie war in neue Idiome von Legitimität und Fairness migriert.
Veröffentlichung des Sexualvertrags
**1997** — Patemans Der sexuelle Vertrag stellte die klassische Vertragstheorie als eine Erzählung dar, die oft geschlechtsspezifische Machtverhältnisse verbarg. Das Buch wurde zu einem Meilenstein in der feministischen politischen Theorie und zu einer bedeutenden Herausforderung für den vertragstheoretischen Universalismus.
Sources
- primary_textThomas Hobbes, Leviathan, ed. Richard Tuck
Standard scholarly edition of Hobbes’s foundational statement of sovereignty by authorization.
- primary_textJohn Locke, Two Treatises of Government, ed. Peter Laslett
Classic edition of Locke’s account of consent, natural rights, and resistance.
- primary_textJean-Jacques Rousseau, The Social Contract and Other Later Political Writings, ed. Victor Gourevitch
Widely used translation of Rousseau’s political writings.
- primary_textDavid Hume, Essays, Moral, Political, and Literary
Includes 'Of the Original Contract,' Hume’s classic critique of founding-contract stories.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: Social Contract Theory
Reliable overview of the tradition and its contemporary forms.
- referenceInternet Encyclopedia of Philosophy: Social Contract Theory
Accessible scholarly survey of the main classical and modern positions.
- scholarly_bookJean Hampton, Hobbes and the Social Contract Tradition
Influential study of Hobbes and the contract tradition.
- scholarly_bookA. John Simmons, Moral Principles and Political Obligations
Seminal modern discussion of consent and political obligation.
- scholarly_bookCarole Pateman, The Sexual Contract
Major feminist critique of the contractual tradition.
- scholarly_bookRichard Tuck, The Rights of War and Peace
Important historical study situating contract theory in early modern jurisprudence and political thought.
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