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NachfolgerGerman IdealismGerman states

G. W. F. Hegel

1770 - 1831

G. W. F. Hegels Bedeutung für Spinoza versteht sich am besten als eine paradoxe Kombination aus Lob, Aneignung und Korrektur. Er kommentierte Spinoza nicht nur; er half mit zu entscheiden, was Spinoza für die spätere Philosophie bedeuten würde. In Hegels Händen wurde Spinoza zur unvermeidlichen Schwelle des modernen Denkens: der Denker, dem sich ein ernsthafter Philosoph stellen, den er aufnehmen und überwinden musste. Dieses Urteil hob Spinozas Ruf enorm, stellte ihn jedoch auch unter eine anspruchsvolle Interpretation, die die Spannungen im Herzen von Hegels eigenem System offenbarte.

Hegel bewunderte Spinoza dafür, dass er die Annehmlichkeiten oberflächlicher Ausgangspunkte ablehnte. Er betrachtete Spinoza als einen notwendigen Anfang, weil Spinoza nicht mit isolierten Individuen, moralischen Präferenzen oder einem Gott begann, der nach menschlichem Ebenbild geformt ist. Hegel sah darin einen philosophischen Mut, den er über alles andere schätzte: die Weigerung, das endliche Selbst zum Maß der Realität zu machen. Für Hegel musste die Philosophie vom Ganzen, von der Substanz, von dem, was universell ist, bevor es in Fragmente zerfällt, ausgehen. Spinozas Strenge sprach ihn an, weil sie schien, das Denken von Willkür zu reinigen und es mit Notwendigkeit in Kontakt zu bringen.

Doch diese Bewunderung war untrennbar mit einer tieferen Angst verbunden. Hegel dachte, Spinozas Substanz sei zu still, zu absolut, zu gleichgültig gegenüber der lebendigen Bewegung des Selbst. In seinen Augen erreichte Spinoza Einheit auf Kosten der Entwicklung. Individualität wird dünn; Differenz ist vorhanden, wird aber noch nicht dynamisch erzeugt; Freiheit riskiert, in einer perfekt symmetrischen Notwendigkeit zu verschwinden. Hegels Kritik war nicht beiläufig. Sie war ein Geständnis dessen, was seine eigene Philosophie am meisten fürchtete: dass Einheit ohne Widerspruch erhaben, aber inert werden könnte. Spinoza war für Hegel sowohl das Tor als auch das Hindernis. Man musste durch ihn hindurch, um zu einer Philosophie der Subjektivität, der Geschichte und der Freiheit zu gelangen.

Das verleiht Hegels Beziehung zu Spinoza ihre psychologische Tiefe. Er präsentierte sich als Richter einer vorhergehenden Philosophie, doch seine Urteile offenbaren, wie sehr er Spinoza benötigte, um die Grenzen seiner eigenen Errungenschaft zu markieren. Hegels öffentliche Haltung war die eines Meisterdiagnostikers, der in der Lage war, das zu identifizieren, was in Spinozas System fehlte. Privat, auf der Ebene der intellektuellen Abhängigkeit, war er auf Spinoza als das große negative Beispiel angewiesen, das klärte, was Hegel selbst zu bauen wünschte: ein Ganzes, das die Differenz nicht erstickt, sondern produziert, durchlebt und davon bereichert zurückkehrt. Spinoza wurde nicht einfach kritisiert; er wurde metabolisiert.

Die Kosten dieses Schrittes waren erheblich. Für Spinoza öffnete Hegels Kanonisierung Türen, während sie den Rahmen verengte, durch den spätere Leser ihm begegneten. Spinoza wurde weniger der radikale Ethiker der Freude, Freiheit und Immanenz als der notwendige erste Schritt auf dem Weg zum deutschen Idealismus. Für Hegel waren die Kosten sowohl intern als auch philosophisch: Er musste weiter mit dem Problem ringen, das Spinoza offenbarte, die Gefahr, dass ein System der Totalität die eigentliche Endlichkeit und den Kampf auslöschen könnte, die dem Bewusstsein sein Leben verleihen. Seine Kritik an Spinoza half, Hegels eigene Architektur zu schärfen, aber sie verfolgte ihn auch. Je mehr er darauf bestand, dass Spinoza an Subjektivität mangelte, desto mehr offenbarte er sein eigenes Unbehagen darüber, ob Subjektivität wirklich mit dem Ganzen versöhnt werden kann.

Hegel steht daher in der Geschichte Spinozas sowohl als Befürworter als auch als Widersacher. Er sicherte Spinozas Ansehen, indem er ihn als unverzichtbar behandelte, doch er verwandelte Spinoza auch in den Philosophen eines ungelösten Problems: Wie kann das Ganze real sein, ohne dass Personen in Abstraktion verschwinden? In diesem Sinne hat Hegel Spinoza nicht begraben. Er machte ihn unmöglich zu ignorieren.

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