Existentialismus
Der Existentialismus beginnt, wenn die Philosophie aufhört zu fragen, was der Mensch im Abstrakten ist, und fragt, was er unter dem Druck eines Lebens werden muss, das keinen vorgefertigten Sinn bietet.

Quick Facts
- Period
- 1801 – 2000
- Region
- Europe
- Key Figures
- Albert Camus, Friedrich Nietzsche, Jean-Paul Sartre +3 more
Key Figures
Albert Camus
Critic
French absurdism and moral philosophyAlbert Camus wird oft als der unverzichtbare Architekt des absurden Helden in Erinnerung behalten, doch er war niemals e...
Friedrich Nietzsche
Interlocutor
German philosophy; genealogy of valuesNietzsche ist eine der entscheidenden Ahnenstimmen hinter Camus’ absurdem Helden, nicht weil Camus ihn lediglich wiederh...
Jean-Paul Sartre
Proponent
French phenomenology; atheistic existentialismJean-Paul Sartre war für den absurden Helden sowohl ein naher Verbündeter als auch ein scharfer Kontrast, doch seine Bed...
Martin Heidegger
Developer
German phenomenology and ontologyMartin Heidegger ist eine der verstörendsten philosophischen Figuren des zwanzigsten Jahrhunderts, weil er nicht nur fra...
Simon de Beauvoir
Developer
French existentialism; feminist philosophySimone de Beauvoirs Platz in der intellektuellen Geschichte des Absurden wird oft in philosophischen Begriffen beschrieb...
Søren Kierkegaard
Originator
Danish Golden Age; Christian existential thoughtSøren Kierkegaard steht hinter Camus als ein Denker der Innerlichkeit, der Angst und dem Scheitern abstrakter Systeme, d...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Der Existentialismus erschien nicht aus dem Nichts, wie eine Doktrin, die in ein Vakuum gefallen ist. Er wuchs in den Rissen eines Europa des neunzehnten Jahrhu...
Die zentrale Idee
Der Existentialismus ist am leichtesten misszuverstehen, wenn er auf einen Slogan reduziert wird. „Existenz geht der Essenz voraus“ klingt wie eine ordentliche ...
Das System
Da der Existentialismus oft als Stimmung eingeführt wird, ist seine innere Struktur leicht zu übersehen. Dennoch entwickelte die Bewegung eine Reihe wiederkehre...
Spannungen & Kritiken
Der erste und hartnäckigste Einwand gegen den Existentialismus ist, dass er Freiheit größer erscheinen lässt als sie ist. Kritiker haben gefragt, ob die Bewegun...
Vermächtnis & Echos
Der seltsame Schicksal des Existentialismus ist, dass er sowohl berühmt als auch missverstanden wurde. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er mi...
Timeline
Geburt von Søren Kierkegaard
**1813-05-05** — Kierkegaard wird in Kopenhagen in die dänische Welt geboren, die seine lebenslange Skepsis gegenüber öffentlicher Religion und sozialer Konformität prägen würde. Seine späteren Werke würden das Problem der Innerlichkeit in eine philosophische Krise für das moderne Leben verwandeln.
Veröffentlichung von *Entweder/Oder* und *Furcht und Zittern*
**1843** — Diese Bücher etablieren Kierkegaards Methode der indirekten Kommunikation und seine Darstellung von Wahl, Innerlichkeit und dem Sprung über die ethische Kalkulation hinaus. Sie werden zu grundlegenden Texten für das spätere existenzialistische Denken.
Nietzsche kündigt den Tod Gottes in *Die fröhliche Wissenschaft* an.
**1882** — Nietzsches Diagnose des modernen Europas benennt den Zusammenbruch der vererbten metaphysischen Gewissheit und die darauf folgende Krise der Werte. Existentialisten interpretierten dies später als eine der bestimmenden Bedingungen moderner Freiheit.
Heidegger veröffentlicht *Sein und Zeit*
**1927** — Heideggers Analyse des Daseins, der Geworfenheit, der Angst und des Seins-zum-Tode orientiert das existenzielle Denken neu auf die Ontologie. Das Buch wird zu einer der Hauptquellen der existenziellen Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts.
Camus veröffentlicht *Der Mythos des Sisyphos*
**1942** — Camus formuliert das Absurde als die Konfrontation zwischen dem menschlichen Verlangen nach Sinn und der Stille der Welt. Das Buch wird zu einem kritischen Begleiter des Existentialismus, der dessen Stimmung teilt, während es seinen heroischeren Schlussfolgerungen widersteht.
Sartre veröffentlicht *Das Sein und das Nichts*
**1943** — Sartres Hauptwerk bietet eine Phänomenologie des Bewusstseins, des schlechten Glaubens und der Freiheit. Es verleiht dem Existentialismus seine systematischste atheistische Form und seinen einflussreichsten Wortschatz der Verantwortung.
Sartre präsentiert „Der Existentialismus ist ein Humanismus“
**1945** — Der Vortrag popularisiert den Existenzialismus und regt die Debatte darüber an, ob die Philosophie eine Verteidigung der menschlichen Freiheit oder ein Rezept für Angst ist. Er wird zur bekanntesten öffentlichen Äußerung der Bewegung.
De Beauvoir veröffentlicht *Die Ethik der Ambivalenz*
**1947** — De Beauvoir interpretiert die existenzielle Freiheit in ethischen Begriffen und argumentiert, dass Ambiguität die Bedingung menschlichen Handelns ist. Das Buch wird zu einer Brücke zwischen dem Existentialismus und späterem feministischen sowie politischen Denken.
Veröffentlichung von *Das andere Geschlecht*
**1949** — De Beauvoirs wegweisende Studie zeigt, wie existenzialistische Ideen Geschlecht als soziale und historische Formation analysieren können, anstatt als natürliche Bestimmung. Sie wird zu einem der einflussreichsten philosophischen Bücher des zwanzigsten Jahrhunderts.
Camus veröffentlicht *Der Rebel*
**1951** — Camus schärft seine Kritik an ideologischer Gewalt und an Philosophien, die Rebellion in historische Absolution verwandeln. Das Buch markiert einen bedeutenden Bruch zwischen Camus und Sartres politischem Kreis.
Tod von Albert Camus
**1960** — Camus' Tod beendet einen der moralisch anspruchsvollsten Zweige des existenzialistischen Denkens. Sein Werk beeinflusst weiterhin die Moralphilosophie, die Literatur und die politische Reflexion über Aufstand und Maß.
Erneutes öffentliches Interesse an existenziellen Themen
**2020** — Unter den Bedingungen von pandemischer Angst, Klimafurcht und prekärer Arbeit treten existentielle Fragen nach Endlichkeit, Verantwortung und Sinn erneut in der Philosophie, Therapie und Populärkultur auf. Der Wortschatz der Bewegung gewinnt in einer veränderten Welt an Dringlichkeit.
Sources
- primary_textSøren Kierkegaard, *Fear and Trembling*
Standard English translation by Alastair Hannay or Howard V. Hong and Edna H. Hong.
- primary_textSøren Kierkegaard, *The Sickness Unto Death*
Classic text on despair and selfhood.
- primary_textMartin Heidegger, *Being and Time*
Foundational phenomenological-ontological text for existential themes.
- primary_textJean-Paul Sartre, *Being and Nothingness*
Major source for freedom, bad faith, and consciousness.
- primary_textJean-Paul Sartre, “Existentialism Is a Humanism”
Public lecture that popularized the movement.
- primary_textSimone de Beauvoir, *The Ethics of Ambiguity*
Ethical account of freedom under ambiguity.
- primary_textSimone de Beauvoir, *The Second Sex*
Existential analysis of gender and oppression.
- secondary_referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: “Existentialism”
Reliable overview of the movement and its major figures.
- secondary_referenceInternet Encyclopedia of Philosophy: “Existentialism”
Accessible scholarly introduction.
- scholarly_bookWilliam Barrett, *Irrational Man: A Study in Existential Philosophy*
Classic mid-century account of existentialism in English.
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