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Philosopher

Jean-Paul Sartre

Jean-Paul Sartre verwandelte Freiheit von einem edlen Ideal in eine erschreckende Tatsache: Wenn der Mensch nicht im Voraus gemacht ist, dann ist jede Wahl eine Selbsterschaffung – und jede Ausrede ist eine Lüge.

1905 – 1980Europe
Jean-Paul Sartre

Quick Facts

Period
1905 – 1980
Region
Europe
Key Figures
Albert Camus, Edmund Husserl, Jean-Paul Sartre +3 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Geburt von Jean-Paul Sartre

**1905-06-21** — Jean-Paul Sartre wird in Paris in eine bürgerliche Familie geboren. Die kulturelle Welt seiner Kindheit—Bildung, Literatur, säkulares französisches Republikanertum—wird später zu einem der Hintergründe, die seine Philosophie hinterfragt, anstatt sie einfach zu erben.

Studien an der École Normale Supérieure

**1924** — Sartre tritt in die École Normale Supérieure ein, wo er auf die strenge philosophische Ausbildung trifft, die eine Generation französischer Denker prägte. Die Institution stellt ihn ins Zentrum der Debatten über Idealismus, Realismus und die Bedeutung des Bewusstseins.

Veröffentlichung von Übelkeit

**1938** — Die Übelkeit erscheint als Sartres erster großer Roman und als ein philosophisches Ereignis in literarischer Form. Ihre Darstellung von Kontingenz und Entfremdung verleiht der Erzählung eine Form, die das Gefühl vermittelt, dass die Welt nicht vorab mit Bedeutung versehen ist.

Veröffentlichung von The Wall

**1939** — Die Sammlung *Die Wand* intensiviert Sartres literarische Erkundung der Wahl unter Druck, insbesondere in Situationen extremer Unsicherheit. Die Geschichten schärfen die Frage, was Freiheit bedeutet, wenn Sterblichkeit und Angst die gewöhnlichen Selbsttäuschungen beseitigen.

Sartre kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück

**1941** — Nach einer kurzen Zeit als Kriegsgefangener kehrt Sartre ins besetzte Frankreich zurück. Die Erfahrung bestärkt ihn in der Überzeugung, dass körperliche Einsperrung das Problem der Verantwortung nicht von sich aus auslöscht.

Veröffentlichung von Sein und Nichts

**1943** — Das Sein und das Nichts wird zu Sartres wichtigster philosophischer Aussage, in der er sein Konzept des Bewusstseins, der Negation, des schlechten Glaubens und der Freiheit entwickelt. Es verankert die existenzielle Analyse auf einer systematischen Grundlage und sichert seinen Ruf als führenden Philosophen.

Vorlesung 'Der Existentialismus ist ein Humanismus'

**1945-10-29** — Sartre präsentiert seine existenzialistische Position in einem öffentlichen Vortrag, der zu einem der bekanntesten philosophischen Texte des Jahrhunderts werden wird. Der Vortrag kristallisiert die Idee, dass die Existenz der Essenz vorausgeht und dass die Menschen dazu verurteilt sind, frei zu sein.

Merleau-Ponty veröffentlicht Abenteuer der Dialektik

**1951** — Merleau-Pontys kritische Auseinandersetzung mit Sartre kennzeichnet eine bedeutende interne Debatte innerhalb der französischen Phänomenologie und des marxistischen Denkens. Die Meinungsverschiedenheit verdeutlicht, wie schwierig es ist, existenzielle Freiheit mit historischer und politischer Erklärung zu verbinden.

Veröffentlichung der Kritik der dialektischen Vernunft, Band I

**1960** — Sartre versucht, die existenzielle Freiheit mit der marxistischen Analyse in Einklang zu bringen und erweitert seine Philosophie in Richtung Geschichte, Gruppen und sozialer Strukturen. Das Werk zeigt sowohl die Ambition als auch die Instabilität seiner späten intellektuellen Synthese.

Ablehnung des Nobelpreises für Literatur

**1964** — Sartre lehnt den Nobelpreis ab und verstärkt damit seine Selbstpräsentation als Schriftsteller und Denker, der sich weigert, institutionalisiert zu werden. Die Entscheidung wird Teil der Legende von Sartre als öffentlichem Intellektuellen, der sich der offiziellen Weihe widersetzte.

Späte Interviews und rückblickende Neubewertungen

**1975** — In seinen späteren Jahren nimmt Sartre an Interviews teil, die zur Reflexion über sein politisches Engagement und sein philosophisches Erbe einladen. Diese Gespräche tragen zur fortlaufenden Neubewertung seiner Beziehung zum Marxismus, Aktivismus und zur Verantwortung bei.

Tod von Jean-Paul Sartre

**1980-04-15** — Sartre stirbt in Paris nach Jahrzehnten als zentrale Figur der französischen Philosophie und Literatur. Sein Tod schließt ein Leben, das den Existenzialismus zu einer der großen öffentlichen Sprachen der modernen Freiheit gemacht hat.

Sources

  • primary_text
    Jean-Paul Sartre, Being and Nothingness: An Essay on Phenomenological Ontology, trans. Hazel E. Barnes

    Sartre's major philosophical treatise on consciousness, bad faith, and freedom.

  • primary_text
    Jean-Paul Sartre, Existentialism Is a Humanism, trans. Carol Macomber

    Public lecture that popularized existentialism and the formula that existence precedes essence.

  • primary_text
    Jean-Paul Sartre, The Transcendence of the Ego, trans. Forrest Williams and Robert Kirkpatrick

    Early phenomenological essay on the self and consciousness.

  • primary_text
    Jean-Paul Sartre, Critique of Dialectical Reason, Volume I, trans. Alan Sheridan-Smith

    Late attempt to join existential freedom with Marxist social analysis.

  • reference
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Jean-Paul Sartre

    Reliable overview of Sartre's philosophy and major themes.

  • reference
    Internet Encyclopedia of Philosophy: Jean-Paul Sartre

    Accessible scholarly summary of Sartre's existentialism.

  • scholarly_book
    Gary Cox, Sartre: A Guide for the Perplexed

    Clear introduction to Sartre's philosophy and terminology.

  • scholarly_book
    Thomas R. Flynn, Sartre: A Philosophical Biography

    Major scholarly account of Sartre's development and system.

  • scholarly_book
    Christina Howells, Sartre: The Necessity of Freedom

    Influential study of freedom, politics, and literary philosophy in Sartre.

  • primary_text
    Simone de Beauvoir, The Second Sex, trans. Constance Borde and Sheila Malovany-Chevallier

    Essential interlocutor text that reworks existential freedom through gender and embodiment.

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