Jean-Paul Sartre
Jean-Paul Sartre verwandelte Freiheit von einem edlen Ideal in eine erschreckende Tatsache: Wenn der Mensch nicht im Voraus gemacht ist, dann ist jede Wahl eine Selbsterschaffung – und jede Ausrede ist eine Lüge.

Quick Facts
- Period
- 1905 – 1980
- Region
- Europe
- Key Figures
- Albert Camus, Edmund Husserl, Jean-Paul Sartre +3 more
Key Figures
Albert Camus
Interlocutor/Critic
Absurdism; French literature and philosophyAlbert Camus wird oft als der unverzichtbare Architekt des absurden Helden in Erinnerung behalten, doch er war niemals e...
Edmund Husserl
Interlocutor
PhenomenologyEdmund Husserl ist die Figur, die der kontinentalen Philosophie eine ihrer beständigsten Methoden und eine ihrer anspruc...
Jean-Paul Sartre
Originator
French existentialism; phenomenology; literary-philosophical modernismJean-Paul Sartre war für den absurden Helden sowohl ein naher Verbündeter als auch ein scharfer Kontrast, doch seine Bed...
Martin Heidegger
Interlocutor
Phenomenology; German existential ontologyMartin Heidegger ist eine der verstörendsten philosophischen Figuren des zwanzigsten Jahrhunderts, weil er nicht nur fra...
Maurice Merleau-Ponty
Critic/Interlocutor
Phenomenology; French philosophyMaurice Merleau-Ponty war der Philosoph, der die Verkörperung unvermeidlich machte, jedoch tat er dies weniger als Feier...
Simon de Beauvoir
Interlocutor/Proponent
French existentialism; feminist philosophySimone de Beauvoirs Platz in der intellektuellen Geschichte des Absurden wird oft in philosophischen Begriffen beschrieb...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Jean-Paul Sartre erfand seine Philosophie nicht im luftleeren Raum, und er begann nicht als Prophet einer strengen Freiheit. Er wuchs in einem Frankreich auf, i...
Die zentrale Idee
Der Kern von Sartres Philosophie lässt sich in einer strengen Formel zusammenfassen: Es gibt keine feste menschliche Natur, die uns sagt, wofür wir da sind, und...
Das System
Sartres Philosophie wird erst dann vollständig verständlich, wenn die zentrale Idee in ihre größere Maschinerie eingeordnet wird. Die Architektur beginnt mit de...
Spannungen & Kritiken
Die stärksten Einwände gegen Sartre kommen nicht von Menschen, die ihn missverstanden haben; sie stammen von Lesern, die genau erkannt haben, wie ambitioniert s...
Vermächtnis & Echos
Sartres Erbe ist ungewöhnlich, weil es in zwei Richtungen gleichzeitig bewegt: hin zur hohen Theorie der späteren Philosophie und hin zur alltäglichen Sprache d...
Timeline
Geburt von Jean-Paul Sartre
**1905-06-21** — Jean-Paul Sartre wird in Paris in eine bürgerliche Familie geboren. Die kulturelle Welt seiner Kindheit—Bildung, Literatur, säkulares französisches Republikanertum—wird später zu einem der Hintergründe, die seine Philosophie hinterfragt, anstatt sie einfach zu erben.
Studien an der École Normale Supérieure
**1924** — Sartre tritt in die École Normale Supérieure ein, wo er auf die strenge philosophische Ausbildung trifft, die eine Generation französischer Denker prägte. Die Institution stellt ihn ins Zentrum der Debatten über Idealismus, Realismus und die Bedeutung des Bewusstseins.
Veröffentlichung von Übelkeit
**1938** — Die Übelkeit erscheint als Sartres erster großer Roman und als ein philosophisches Ereignis in literarischer Form. Ihre Darstellung von Kontingenz und Entfremdung verleiht der Erzählung eine Form, die das Gefühl vermittelt, dass die Welt nicht vorab mit Bedeutung versehen ist.
Veröffentlichung von The Wall
**1939** — Die Sammlung *Die Wand* intensiviert Sartres literarische Erkundung der Wahl unter Druck, insbesondere in Situationen extremer Unsicherheit. Die Geschichten schärfen die Frage, was Freiheit bedeutet, wenn Sterblichkeit und Angst die gewöhnlichen Selbsttäuschungen beseitigen.
Sartre kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück
**1941** — Nach einer kurzen Zeit als Kriegsgefangener kehrt Sartre ins besetzte Frankreich zurück. Die Erfahrung bestärkt ihn in der Überzeugung, dass körperliche Einsperrung das Problem der Verantwortung nicht von sich aus auslöscht.
Veröffentlichung von Sein und Nichts
**1943** — Das Sein und das Nichts wird zu Sartres wichtigster philosophischer Aussage, in der er sein Konzept des Bewusstseins, der Negation, des schlechten Glaubens und der Freiheit entwickelt. Es verankert die existenzielle Analyse auf einer systematischen Grundlage und sichert seinen Ruf als führenden Philosophen.
Vorlesung 'Der Existentialismus ist ein Humanismus'
**1945-10-29** — Sartre präsentiert seine existenzialistische Position in einem öffentlichen Vortrag, der zu einem der bekanntesten philosophischen Texte des Jahrhunderts werden wird. Der Vortrag kristallisiert die Idee, dass die Existenz der Essenz vorausgeht und dass die Menschen dazu verurteilt sind, frei zu sein.
Merleau-Ponty veröffentlicht Abenteuer der Dialektik
**1951** — Merleau-Pontys kritische Auseinandersetzung mit Sartre kennzeichnet eine bedeutende interne Debatte innerhalb der französischen Phänomenologie und des marxistischen Denkens. Die Meinungsverschiedenheit verdeutlicht, wie schwierig es ist, existenzielle Freiheit mit historischer und politischer Erklärung zu verbinden.
Veröffentlichung der Kritik der dialektischen Vernunft, Band I
**1960** — Sartre versucht, die existenzielle Freiheit mit der marxistischen Analyse in Einklang zu bringen und erweitert seine Philosophie in Richtung Geschichte, Gruppen und sozialer Strukturen. Das Werk zeigt sowohl die Ambition als auch die Instabilität seiner späten intellektuellen Synthese.
Ablehnung des Nobelpreises für Literatur
**1964** — Sartre lehnt den Nobelpreis ab und verstärkt damit seine Selbstpräsentation als Schriftsteller und Denker, der sich weigert, institutionalisiert zu werden. Die Entscheidung wird Teil der Legende von Sartre als öffentlichem Intellektuellen, der sich der offiziellen Weihe widersetzte.
Späte Interviews und rückblickende Neubewertungen
**1975** — In seinen späteren Jahren nimmt Sartre an Interviews teil, die zur Reflexion über sein politisches Engagement und sein philosophisches Erbe einladen. Diese Gespräche tragen zur fortlaufenden Neubewertung seiner Beziehung zum Marxismus, Aktivismus und zur Verantwortung bei.
Tod von Jean-Paul Sartre
**1980-04-15** — Sartre stirbt in Paris nach Jahrzehnten als zentrale Figur der französischen Philosophie und Literatur. Sein Tod schließt ein Leben, das den Existenzialismus zu einer der großen öffentlichen Sprachen der modernen Freiheit gemacht hat.
Sources
- primary_textJean-Paul Sartre, Being and Nothingness: An Essay on Phenomenological Ontology, trans. Hazel E. Barnes
Sartre's major philosophical treatise on consciousness, bad faith, and freedom.
- primary_textJean-Paul Sartre, Existentialism Is a Humanism, trans. Carol Macomber
Public lecture that popularized existentialism and the formula that existence precedes essence.
- primary_textJean-Paul Sartre, The Transcendence of the Ego, trans. Forrest Williams and Robert Kirkpatrick
Early phenomenological essay on the self and consciousness.
- primary_textJean-Paul Sartre, Critique of Dialectical Reason, Volume I, trans. Alan Sheridan-Smith
Late attempt to join existential freedom with Marxist social analysis.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: Jean-Paul Sartre
Reliable overview of Sartre's philosophy and major themes.
- referenceInternet Encyclopedia of Philosophy: Jean-Paul Sartre
Accessible scholarly summary of Sartre's existentialism.
- scholarly_bookGary Cox, Sartre: A Guide for the Perplexed
Clear introduction to Sartre's philosophy and terminology.
- scholarly_bookThomas R. Flynn, Sartre: A Philosophical Biography
Major scholarly account of Sartre's development and system.
- scholarly_bookChristina Howells, Sartre: The Necessity of Freedom
Influential study of freedom, politics, and literary philosophy in Sartre.
- primary_textSimone de Beauvoir, The Second Sex, trans. Constance Borde and Sheila Malovany-Chevallier
Essential interlocutor text that reworks existential freedom through gender and embodiment.
Explore Related Archives
The philosophies documented here connect to the broader record. Explore the context through our sister archives.


