Martin Heidegger
Martin Heidegger stellte die älteste philosophische Frage erneut in den Mittelpunkt — was es bedeutet, dass etwas ist — und zeigte dann, wie ein Denker von solchem Umfang dennoch in das moralische Desaster des Nationalsozialismus verwickelt werden konnte.

Quick Facts
- Period
- 1889 – 1976
- Region
- Europe
- Key Figures
- Aristotle, Edmund Husserl, Hannah Arendt +3 more
Key Figures
Aristotle
Interlocutor
Ancient Greek PhilosophyFür Al-Farabi ist Aristoteles der Erste Lehrer: die große Quelle disziplinierter Forschung, geordneter Argumentation und...
Edmund Husserl
Interlocutor
PhenomenologyEdmund Husserl ist die Figur, die der kontinentalen Philosophie eine ihrer beständigsten Methoden und eine ihrer anspruc...
Hannah Arendt
Interlocutor
Political Theory / Existential ThoughtHannah Arendt ist eine entscheidende Hintergrundpräsenz in Hans Überlegungen zu Arbeit, Handlung und dem Erodieren des ö...
Jacques Derrida
Interpreter
DeconstructionJacques Derrida war nicht einfach ein Philosoph, der die Metaphysik kritisierte; er war ein Denker, der das Wesen der Ge...
Jean-Paul Sartre
Successor
ExistentialismJean-Paul Sartre war für den absurden Helden sowohl ein naher Verbündeter als auch ein scharfer Kontrast, doch seine Bed...
Martin Heidegger
Originator
Phenomenology / Fundamental OntologyMartin Heidegger ist eine der verstörendsten philosophischen Figuren des zwanzigsten Jahrhunderts, weil er nicht nur fra...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Martin Heidegger kam zur Philosophie aus einem Deutschland, das noch versuchte zu verstehen, was die Moderne mit ihm angestellt hatte. Er wurde 1889 in der klei...
Die zentrale Idee
Heideggers zentrale Behauptung in *Sein und Zeit* (1927) ist leicht zu formulieren und schwer zu begreifen: Die Philosophie hat lange Zeit das Seiende studiert,...
Das System
Wenn *Sein und Zeit* für seine existenzielle Intensität berühmt ist, so ist es leicht zu übersehen, wie sorgfältig es konstruiert ist. Heidegger häuft nicht ein...
Spannungen & Kritiken
Der erste und verheerendste Einwand gegen Heidegger ist nicht nur, dass er 1933 der NSDAP beitrat und als Rektor der Universität Freiburg diente, sondern dass d...
Vermächtnis & Echos
Heideggers Erbe ist seltsam doppelt, und diese Doppelheit ist Teil des historischen Berichts um ihn herum geworden. Auf der einen Seite bleibt er einer der einf...
Timeline
Geburt in Messkirch
**1889-09-26** — Martin Heidegger wurde in Messkirch, Baden, geboren. Die provinziell-katholische Umgebung seiner Jugend spielte später eine wichtige Rolle für Interpreten, die versuchten, die Ernsthaftigkeit, den rituellen Rhythmus und den theologischen Nachhall seiner Philosophie zu verstehen.
Habilitation und frühe akademische Ausbildung
**1915** — Heidegger schloss seine Habilitation mit einer Studie über Duns Scotus ab und etablierte sich damit innerhalb der deutschen akademischen Philosophie. Die Arbeit zeigte bereits sein Interesse an der historischen Entwicklung von Kategorien anstelle eines bloß systematischen Ansatzes.
Veröffentlichung von Sein und Zeit
**1927** — Sein und Zeit erschien und veränderte sofort die philosophische Landschaft. Seine Analyse des Daseins, des In-der-Welt-Seins, der Sorge, der Temporalität und der Authentizität wurde zu einem der prägenden Ereignisse der Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts.
Rektorat in Freiburg
**1933-04-21** — Heidegger wurde Rektor der Universität Freiburg und stellte sich öffentlich hinter das neue nationalsozialistische Regime. Seine Rektoratsansprache und administrativen Maßnahmen sind zentrale Beweise geblieben, um das Verhältnis zwischen seiner Philosophie und der Politik zu beurteilen.
Rücktritt vom Rektorat
**1934** — Heidegger trat nach einem Jahr von der Rektorenstelle zurück und behauptete später, er sei von der Bürokratie und dem Anti-Intellektualismus des Regimes desillusioniert gewesen. Der Rücktritt stellte jedoch keine öffentliche Ablehnung des Nationalsozialismus dar.
Brief über den Humanismus
**1947** — In dem "Brief über den Humanismus" reagierte Heidegger auf die Kritiker der Nachkriegszeit und klärte seine Beziehung zum Existentialismus und Humanismus. Der Text ist zudem eine wesentliche Äußerung seiner späteren Hinwendung zur Sprache und zum Haus des Seins.
Einführung in die Metaphysik Veröffentlichung
**1953** — Die veröffentlichte Version seiner Vorlesungen von 1935 enthielt den berüchtigten Verweis auf die „innere Wahrheit und Größe“ des Nationalsozialismus. Der Abschnitt wurde zu einem zentralen Dokument in den Debatten darüber, ob seine philosophische Sprache politisch kompromittiert blieb.
Frühe englische Übersetzungen erweitern sein Publikum
**1962** — Die Übersetzungen von Heideggers Hauptwerken begannen, sich im englischsprachigen Raum weit zu verbreiten. Dies trug dazu bei, ihn zu einem globalen Bezugspunkt für Phänomenologie, Existenzialismus und kontinentale Philosophie zu machen.
Das Interview mit Der Spiegel durchgeführt
**1966** — Heidegger gab ein seltenes öffentliches Interview mit Der Spiegel, das erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Das Gespräch schärfte das Interesse an seinem politischen Schweigen und an seiner Auffassung von Technologie, Moderne und Verantwortung.
Tod in Freiburg
**1976-05-26** — Heidegger starb in Freiburg im Alter von 86 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich sein Einfluss über die Philosophie, Theologie, Literaturtheorie, Architektur und politische Gedankenwelt ausgebreitet.
Die Kontroverse um die Schwarzen Notizen intensiviert sich
**2014** — Die Veröffentlichung und Diskussion der Schwarzen Hefte intensivierten die wissenschaftliche Debatte über Heideggers Antisemitismus und inwieweit dieser seine Philosophie prägt. Die Kontroverse zwang zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der Einheit oder Trennbarkeit von Denken und Politik.
Fortgesetzte Neubewertung in der Wissenschaft und öffentlichen Debatte
**2020** — Zu diesem Zeitpunkt war Heidegger sowohl eine kanonische philosophische Quelle als auch ein Fallbeispiel für intellektuelle Kompromisse geworden. Die Forschung teilte sich weiterhin zwischen jenen, die die philosophische Tiefe seiner Ontologie betonten, und jenen, die den politischen und moralischen Schaden, der damit verbunden war, in den Vordergrund stellten.
Sources
- primary_textMartin Heidegger, Being and Time, trans. John Macquarrie and Edward Robinson
Classic English translation of Heidegger's central work.
- primary_textMartin Heidegger, Pathmarks, ed. William McNeill
Important collection including later essays.
- primary_textMartin Heidegger, ‘Letter on Humanism’
Key statement of Heidegger's postwar position on humanism and Being.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: Martin Heidegger
Standard scholarly overview of Heidegger's philosophy.
- referenceInternet Encyclopedia of Philosophy: Martin Heidegger
Accessible reference article on Heidegger's thought and influence.
- secondary_textHannah Arendt, The Human Condition
Major political-philosophical response to Heideggerian themes.
- secondary_textHans-Georg Gadamer, Truth and Method
Hermeneutic development shaped by Heidegger's later philosophy.
- secondary_textRichard Wolin, The Heidegger Controversy: A Critical Reader
Important collection on Heidegger's politics and reception.
- secondary_textThomas Sheehan, Making Sense of Heidegger: A Paradigm Shift
Influential interpretive study of Heidegger's philosophy.
- secondary_textPeter Trawny, Heidegger and the Myth of a Jewish World Conspiracy
Key work in the Black Notebooks debate.
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