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Philosopher

Martin Heidegger

Martin Heidegger stellte die älteste philosophische Frage erneut in den Mittelpunkt — was es bedeutet, dass etwas ist — und zeigte dann, wie ein Denker von solchem Umfang dennoch in das moralische Desaster des Nationalsozialismus verwickelt werden konnte.

1889 – 1976Europe
Martin Heidegger

Quick Facts

Period
1889 – 1976
Region
Europe
Key Figures
Aristotle, Edmund Husserl, Hannah Arendt +3 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Geburt in Messkirch

**1889-09-26** — Martin Heidegger wurde in Messkirch, Baden, geboren. Die provinziell-katholische Umgebung seiner Jugend spielte später eine wichtige Rolle für Interpreten, die versuchten, die Ernsthaftigkeit, den rituellen Rhythmus und den theologischen Nachhall seiner Philosophie zu verstehen.

Habilitation und frühe akademische Ausbildung

**1915** — Heidegger schloss seine Habilitation mit einer Studie über Duns Scotus ab und etablierte sich damit innerhalb der deutschen akademischen Philosophie. Die Arbeit zeigte bereits sein Interesse an der historischen Entwicklung von Kategorien anstelle eines bloß systematischen Ansatzes.

Veröffentlichung von Sein und Zeit

**1927** — Sein und Zeit erschien und veränderte sofort die philosophische Landschaft. Seine Analyse des Daseins, des In-der-Welt-Seins, der Sorge, der Temporalität und der Authentizität wurde zu einem der prägenden Ereignisse der Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts.

Rektorat in Freiburg

**1933-04-21** — Heidegger wurde Rektor der Universität Freiburg und stellte sich öffentlich hinter das neue nationalsozialistische Regime. Seine Rektoratsansprache und administrativen Maßnahmen sind zentrale Beweise geblieben, um das Verhältnis zwischen seiner Philosophie und der Politik zu beurteilen.

Rücktritt vom Rektorat

**1934** — Heidegger trat nach einem Jahr von der Rektorenstelle zurück und behauptete später, er sei von der Bürokratie und dem Anti-Intellektualismus des Regimes desillusioniert gewesen. Der Rücktritt stellte jedoch keine öffentliche Ablehnung des Nationalsozialismus dar.

Brief über den Humanismus

**1947** — In dem "Brief über den Humanismus" reagierte Heidegger auf die Kritiker der Nachkriegszeit und klärte seine Beziehung zum Existentialismus und Humanismus. Der Text ist zudem eine wesentliche Äußerung seiner späteren Hinwendung zur Sprache und zum Haus des Seins.

Einführung in die Metaphysik Veröffentlichung

**1953** — Die veröffentlichte Version seiner Vorlesungen von 1935 enthielt den berüchtigten Verweis auf die „innere Wahrheit und Größe“ des Nationalsozialismus. Der Abschnitt wurde zu einem zentralen Dokument in den Debatten darüber, ob seine philosophische Sprache politisch kompromittiert blieb.

Frühe englische Übersetzungen erweitern sein Publikum

**1962** — Die Übersetzungen von Heideggers Hauptwerken begannen, sich im englischsprachigen Raum weit zu verbreiten. Dies trug dazu bei, ihn zu einem globalen Bezugspunkt für Phänomenologie, Existenzialismus und kontinentale Philosophie zu machen.

Das Interview mit Der Spiegel durchgeführt

**1966** — Heidegger gab ein seltenes öffentliches Interview mit Der Spiegel, das erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Das Gespräch schärfte das Interesse an seinem politischen Schweigen und an seiner Auffassung von Technologie, Moderne und Verantwortung.

Tod in Freiburg

**1976-05-26** — Heidegger starb in Freiburg im Alter von 86 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich sein Einfluss über die Philosophie, Theologie, Literaturtheorie, Architektur und politische Gedankenwelt ausgebreitet.

Die Kontroverse um die Schwarzen Notizen intensiviert sich

**2014** — Die Veröffentlichung und Diskussion der Schwarzen Hefte intensivierten die wissenschaftliche Debatte über Heideggers Antisemitismus und inwieweit dieser seine Philosophie prägt. Die Kontroverse zwang zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der Einheit oder Trennbarkeit von Denken und Politik.

Fortgesetzte Neubewertung in der Wissenschaft und öffentlichen Debatte

**2020** — Zu diesem Zeitpunkt war Heidegger sowohl eine kanonische philosophische Quelle als auch ein Fallbeispiel für intellektuelle Kompromisse geworden. Die Forschung teilte sich weiterhin zwischen jenen, die die philosophische Tiefe seiner Ontologie betonten, und jenen, die den politischen und moralischen Schaden, der damit verbunden war, in den Vordergrund stellten.

Sources

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