Poststrukturalismus
Poststrukturalismus ist die Kunst, wackelnde Fundamente zu beobachten: Er fragt, wie Systeme von Sprache, Macht und Begierde die Subjekte hervorbringen, die sich selbst als frei von ihnen vorstellen.

Quick Facts
- Period
- 1901 – 2000
- Region
- Europe
- Key Figures
- Jacques Derrida, Judith Butler, Julia Kristeva +2 more
Key Figures
Jacques Derrida
Originator/Proponent
French philosophy; École Normale Supérieure; EHESSJacques Derrida war nicht einfach ein Philosoph, der die Metaphysik kritisierte; er war ein Denker, der das Wesen der Ge...
Judith Butler
Interpreter
Contemporary critical theory; gender and political philosophyJudith Butler ist eine der einflussreichsten und auch am häufigsten karikierten Philosophinnen der feministischen Theori...
Julia Kristeva
Successor
French theory; linguistics and psychoanalysisJulia Kristeva half den Poststrukturalismus in die Psychoanalyse, Linguistik, Literaturtheorie und feministische Gedanke...
Michel Foucault
Proponent
Collège de France; history of systems of thoughtMichel Foucault ist der zentrale intellektuelle Gesprächspartner hinter Hans Werk, selbst dort, wo Han von ihm abweicht....
Roland Barthes
Proponent
French literary criticism; Collège de FranceRoland Barthes gehört zum Poststrukturalismus, nicht weil er eine Doktrin verkündet hätte, sondern weil seine Kritik imm...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Der Poststrukturalismus trat nicht als Doktrin mit einem Manifest auf, noch begann er als klar umrissene Schule mit einer GrĂĽndungscharta oder einer Liste geneh...
Die zentrale Idee
Das Herz des Poststrukturalismus ist nicht, dass es keine Strukturen gibt. Es ist vielmehr, dass Strukturen sich nicht schlieĂźen und niemals ganz das Feld beher...
Das System
Wenn der Poststrukturalismus ein System hat, dann ist es ein System, das Systemen misstraut. Dieses Paradox ist kein billiger Witz; es benennt die Methode, mit ...
Spannungen & Kritiken
Der Poststrukturalismus wurde fast sofort kritisiert, nachdem er Einfluss gewonnen hatte, und ein GroĂźteil der Kritik war nicht unklug. In der Tat erfassten die...
Vermächtnis & Echos
Das Erbe des Poststrukturalismus ist nicht nur in der Philosophie, sondern auch in den Gewohnheiten der zeitgenössischen Kritik sichtbar. Literaturwissenschaft,...
Timeline
Geburt von Claude Lévi-Strauss
**1901-04-15** — Lévi-Strauss’ strukturelle Anthropologie würde eine der Hauptbedingungen für den Poststrukturalismus werden, obwohl er selbst kein Poststrukturalist war. Sein Werk machte es möglich, Kultur als ein System von Beziehungen und nicht als eine Ansammlung isolierter Fakten zu denken.
Die Geburt von Roland Barthes
**1915-11-12** — Barthes würde dazu beitragen, die französische Kritik von der strukturellen Analyse hin zu den instabileren Textpraktiken zu bewegen, die mit dem Poststrukturalismus verbunden sind. Seine Karriere verfolgte die Bewegung vom Code zum Spiel, vom System zur Pluralität.
Geburt von Michel Foucault
**1926-10-15** — Foucault wurde zu einem der einflussreichsten Diagnostiker von Wissen und Macht innerhalb der Bewegung. Seine historische Methode würde die Art und Weise, wie Philosophen und Historiker über Institutionen, Normen und Subjektbildung nachdachten, neu definieren.
Geburt von Jacques Derrida
**1930-07-15** — Derridas Arbeit über das Schreiben, die Différance und die Instabilität von Zentren wurde zur charakteristischen philosophischen Artikulation des poststrukturalistischen Misstrauens. Seine Karriere würde die Bewegung weit über Frankreich hinaus berühmt und umstritten machen.
Johns Hopkins Symposium und Derridas 'Struktur, Zeichen und Spiel'
**1966** — Das Symposium von 1966 über den Strukturalismus führte die französische Theorie einem breiteren anglophonen Publikum zu und offenbarte interne Spannungen innerhalb der strukturalistischen Methode. Derridas Vortrag wurde zu einem Meilenstein, weil er zeigte, dass Strukturen von einem Zentrum abhängen, das selbst instabil ist.
Veröffentlichung von Die Ordnung der Dinge
**1966** — Foucaults Buch verfolgte die historischen Bedingungen des Wissens über Epochen hinweg und half, die Vorstellung einer einheitlichen, kontinuierlichen Geschichte der Vernunft zu erschüttern. Es wurde zu einem der meistdiskutierten Bücher des Jahrzehnts und zu einer Schlüsselquelle für das poststrukturalistische Denken.
Derridas Trilogie der GrĂĽndungstexte
**1967** — Von Grammatologie, Schreiben und Differenz sowie Sprache und Phänomenen etablierten Derrida als den bedeutendsten Kritiker von Präsenz, Autorschaft und Logozentrismus. Ihre Veröffentlichung markierte einen entscheidenden Moment in der Konsolidierung poststrukturalistischer Themen.
Veröffentlichung von Überwachen und Strafen
**1975** — Foucaults Analyse von Disziplin, Überwachung und Normalisierung erweiterte die poststrukturalistische Kritik von Texten auf Institutionen. Das Buch wurde grundlegend für spätere Arbeiten in der Kriminologie, Soziologie und politischen Theorie.
Veröffentlichung von Der Wille zum Wissen, Band 1
**1976** — Foucaults Darstellung der Sexualität als ein durch Diskurs und Macht produziertes Objekt trug zur Transformation des Feminismus, der Queer-Theorie und der Sozialgeschichte bei. Sie schärfte auch die Kritik der Bewegung an Identität als einem natürlichen Gegebenen.
Veröffentlichung der theoretischen Vorläufer von Gender Trouble in der anglophonen Theorie
**1983** — Obwohl Butlers Schlüsselwerk später erschien, erlebte die frühe 1980er Jahre die Konsolidierung poststrukturalistischer Ideen in der anglophonen feministischen und literarischen Kritik. Diese Periode bereitete den Boden für das breitere politische Nachleben der Bewegung.
Tod von Michel Foucault
**1984-06-25** — Foucaults Tod markierte das Ende eines der tiefgründigsten historischen Projekte des Poststrukturalismus. Sein Archiv, seine Vorlesungen und veröffentlichten Werke reorganisierten weiterhin die Debatten in den Geistes- und Sozialwissenschaften.
Gender Trouble und die queer-theoretische Wende
**1990** — Butlers Werk brachte poststrukturalistische Einsichten in eine neue Phase der feministischen und queeren Theorie. Das Ergebnis war nicht das Ende der Bewegung, sondern eine ihrer einflussreichsten Neuinterpretationen.
Sources
- primary_textJacques Derrida, Of Grammatology
Standard English translation by Gayatri Chakravorty Spivak; foundational text for deconstruction.
- primary_textJacques Derrida, Writing and Difference
Collection of essays central to the critique of structuralism and metaphysics of presence.
- primary_textMichel Foucault, The Order of Things
Classic statement of archaeology and historical epistemes.
- primary_textMichel Foucault, Discipline and Punish
Key text on discipline, surveillance, and the modern prison.
- primary_textMichel Foucault, The History of Sexuality, Volume 1
Important for the analysis of power, discourse, and subject formation.
- encyclopedia_entryStanford Encyclopedia of Philosophy: Jacques Derrida
Reliable overview of Derrida’s philosophy and its major interpretations.
- encyclopedia_entryStanford Encyclopedia of Philosophy: Michel Foucault
Authoritative summary of Foucault’s methods, themes, and legacy.
- encyclopedia_entryInternet Encyclopedia of Philosophy: Poststructuralism
Accessible scholarly overview of the movement and its central themes.
- primary_textJudith Butler, Gender Trouble
Major successor text that adapts post-structuralist ideas into feminist and queer theory.
- scholarly_bookJohn Sturrock, Structuralism
Useful for situating the transition from structuralism to post-structuralism.
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