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Poststrukturalismus

Poststrukturalismus ist die Kunst, wackelnde Fundamente zu beobachten: Er fragt, wie Systeme von Sprache, Macht und Begierde die Subjekte hervorbringen, die sich selbst als frei von ihnen vorstellen.

1901 – 2000Europe
Poststrukturalismus

Quick Facts

Period
1901 – 2000
Region
Europe
Key Figures
Jacques Derrida, Judith Butler, Julia Kristeva +2 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Geburt von Claude Lévi-Strauss

**1901-04-15** — Lévi-Strauss’ strukturelle Anthropologie würde eine der Hauptbedingungen für den Poststrukturalismus werden, obwohl er selbst kein Poststrukturalist war. Sein Werk machte es möglich, Kultur als ein System von Beziehungen und nicht als eine Ansammlung isolierter Fakten zu denken.

Die Geburt von Roland Barthes

**1915-11-12** — Barthes würde dazu beitragen, die französische Kritik von der strukturellen Analyse hin zu den instabileren Textpraktiken zu bewegen, die mit dem Poststrukturalismus verbunden sind. Seine Karriere verfolgte die Bewegung vom Code zum Spiel, vom System zur Pluralität.

Geburt von Michel Foucault

**1926-10-15** — Foucault wurde zu einem der einflussreichsten Diagnostiker von Wissen und Macht innerhalb der Bewegung. Seine historische Methode würde die Art und Weise, wie Philosophen und Historiker über Institutionen, Normen und Subjektbildung nachdachten, neu definieren.

Geburt von Jacques Derrida

**1930-07-15** — Derridas Arbeit über das Schreiben, die Différance und die Instabilität von Zentren wurde zur charakteristischen philosophischen Artikulation des poststrukturalistischen Misstrauens. Seine Karriere würde die Bewegung weit über Frankreich hinaus berühmt und umstritten machen.

Johns Hopkins Symposium und Derridas 'Struktur, Zeichen und Spiel'

**1966** — Das Symposium von 1966 über den Strukturalismus führte die französische Theorie einem breiteren anglophonen Publikum zu und offenbarte interne Spannungen innerhalb der strukturalistischen Methode. Derridas Vortrag wurde zu einem Meilenstein, weil er zeigte, dass Strukturen von einem Zentrum abhängen, das selbst instabil ist.

Veröffentlichung von Die Ordnung der Dinge

**1966** — Foucaults Buch verfolgte die historischen Bedingungen des Wissens über Epochen hinweg und half, die Vorstellung einer einheitlichen, kontinuierlichen Geschichte der Vernunft zu erschüttern. Es wurde zu einem der meistdiskutierten Bücher des Jahrzehnts und zu einer Schlüsselquelle für das poststrukturalistische Denken.

Derridas Trilogie der GrĂĽndungstexte

**1967** — Von Grammatologie, Schreiben und Differenz sowie Sprache und Phänomenen etablierten Derrida als den bedeutendsten Kritiker von Präsenz, Autorschaft und Logozentrismus. Ihre Veröffentlichung markierte einen entscheidenden Moment in der Konsolidierung poststrukturalistischer Themen.

Veröffentlichung von Überwachen und Strafen

**1975** — Foucaults Analyse von Disziplin, Überwachung und Normalisierung erweiterte die poststrukturalistische Kritik von Texten auf Institutionen. Das Buch wurde grundlegend für spätere Arbeiten in der Kriminologie, Soziologie und politischen Theorie.

Veröffentlichung von Der Wille zum Wissen, Band 1

**1976** — Foucaults Darstellung der Sexualität als ein durch Diskurs und Macht produziertes Objekt trug zur Transformation des Feminismus, der Queer-Theorie und der Sozialgeschichte bei. Sie schärfte auch die Kritik der Bewegung an Identität als einem natürlichen Gegebenen.

Veröffentlichung der theoretischen Vorläufer von Gender Trouble in der anglophonen Theorie

**1983** — Obwohl Butlers Schlüsselwerk später erschien, erlebte die frühe 1980er Jahre die Konsolidierung poststrukturalistischer Ideen in der anglophonen feministischen und literarischen Kritik. Diese Periode bereitete den Boden für das breitere politische Nachleben der Bewegung.

Tod von Michel Foucault

**1984-06-25** — Foucaults Tod markierte das Ende eines der tiefgründigsten historischen Projekte des Poststrukturalismus. Sein Archiv, seine Vorlesungen und veröffentlichten Werke reorganisierten weiterhin die Debatten in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Gender Trouble und die queer-theoretische Wende

**1990** — Butlers Werk brachte poststrukturalistische Einsichten in eine neue Phase der feministischen und queeren Theorie. Das Ergebnis war nicht das Ende der Bewegung, sondern eine ihrer einflussreichsten Neuinterpretationen.

Sources

  • primary_text
    Jacques Derrida, Of Grammatology

    Standard English translation by Gayatri Chakravorty Spivak; foundational text for deconstruction.

  • primary_text
    Jacques Derrida, Writing and Difference

    Collection of essays central to the critique of structuralism and metaphysics of presence.

  • primary_text
    Michel Foucault, The Order of Things

    Classic statement of archaeology and historical epistemes.

  • primary_text
    Michel Foucault, Discipline and Punish

    Key text on discipline, surveillance, and the modern prison.

  • primary_text
    Michel Foucault, The History of Sexuality, Volume 1

    Important for the analysis of power, discourse, and subject formation.

  • encyclopedia_entry
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Jacques Derrida

    Reliable overview of Derrida’s philosophy and its major interpretations.

  • encyclopedia_entry
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Michel Foucault

    Authoritative summary of Foucault’s methods, themes, and legacy.

  • encyclopedia_entry
    Internet Encyclopedia of Philosophy: Poststructuralism

    Accessible scholarly overview of the movement and its central themes.

  • primary_text
    Judith Butler, Gender Trouble

    Major successor text that adapts post-structuralist ideas into feminist and queer theory.

  • scholarly_book
    John Sturrock, Structuralism

    Useful for situating the transition from structuralism to post-structuralism.

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