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Philosopher

Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoir machte eine verheerend einfache Behauptung: Weiblichkeit ist kein natürliches Schicksal, sondern eine historische Bedingung. Aus dieser Behauptung heraus rekonstruierte sie das Terrain von Freiheit, Verkörperung, Liebe, Arbeit und Unterdrückung.

1908 – 1986Europe
Simone de Beauvoir

Quick Facts

Period
1908 – 1986
Region
Europe
Key Figures
Frantz Fanon, Jean-Paul Sartre, Judith Butler +2 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Geburt in Paris

**1908-01-09** — Simone de Beauvoir wird in eine bürgerliche katholische Familie in Paris geboren. Die soziale Welt ihrer Kindheit, mit ihren Erwartungen an Weiblichkeit und dem Rückgang des Familienvermögens, wird später Teil des Hintergrunds, vor dem sie über Abhängigkeit und Freiheit nachdenkt.

Bildung einer intellektuellen Partnerschaft

**1929** — Beauvoir besteht die Agrégation in Philosophie und tritt in den Kreis junger französischer Existentialisten, darunter Jean-Paul Sartre, ein. Diese Begegnung vermittelt ihr eine gemeinsame philosophische Sprache der Freiheit und der Situation, auch wenn sie ihre eigenen kritischen Anwendungen dafür entwickelt.

Die Ethik der Mehrdeutigkeit

**1943** — Beauvoir veröffentlicht *Die Ethik der Ambivalenz*, ihren bedeutenden philosophischen Aufsatz über Freiheit unter Bedingungen der Unsicherheit. Das Buch behandelt Themen, die später in feministischer Form wieder auftauchen werden: Verantwortung, schlechte Glaube und die fragile Realität der menschlichen Freiheit.

Veröffentlichung von Das andere Geschlecht

**1949** — Das andere Geschlecht erscheint und wird zu einem der einflussreichsten Bücher der Philosophie und des Feminismus des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Analyse der Frau als das Andere und die Behauptung, dass die Frau gemacht, nicht geboren wird, verändern die Debatten über Geschlecht, Gender, Arbeit und Verkörperung.

Die englischsprachige Übersetzung erweitert die Rezeption.

**1953** — Das andere Geschlecht wurde von H. M. Parshley ins Englische übersetzt und bringt Beauvoir in die anglophone Debatte, obwohl die Übersetzung weithin für Auslassungen und Verzerrungen kritisiert wird. Der Empfang des Buches zeigt, wie unterschiedlich die intellektuellen Kulturen den Schock ihres Arguments verstanden.

Der Weibliche Mystik tritt in die Debatte ein

**1963** — Betty Friedans *Der Weibliche Mythos* trägt dazu bei, Fragen über häusliche Eingeschlossenheit und weibliche Unzufriedenheit in den Vereinigten Staaten zu popularisieren. Obwohl es in mancher Hinsicht keine direkte Fortsetzung von Beauvoir ist, zeigt es das wachsende öffentliche Bewusstsein für die Probleme, die Beauvoir analysiert hatte.

Die französische Frauenbefreiungsbewegung intensiviert sich

**1970** — Die feministischen Politiken der 1970er Jahre in Frankreich verleihen Beauvoirs Analysen neue Dringlichkeit in den Kämpfen um Arbeit, Sexualität und Reproduktion. Ihre Ideen werden Teil eines aktiven politischen Feldes und nicht nur einer philosophischen Kontroverse.

Das Erwachsenwerden erweitert ihre Gesellschaftskritik.

**1979** — Beauvoir veröffentlicht Das Alter, in dem sie ihre Methode auf die soziale Produktion des Alters ausdehnt. Das Buch bestätigt, dass ihr Anliegen stets größer war als nur das Geschlecht: Sie untersuchte, wie Gesellschaften Marginalität durch Normen von Wert und Sichtbarkeit herstellen.

Tod in Paris

**1986-04-14** — Beauvoir stirbt in Paris nach einem Leben, das sie zu einer der prägenden intellektuellen Figuren des modernen Frankreichs machte. Zu diesem Zeitpunkt war ihre Analyse der Weiblichkeit zu einem Maßstab für den Feminismus weit über den französischen Kontext hinaus geworden.

Englische Überarbeitung von Das andere Geschlecht

**1989** — Eine neue englische Übersetzung von Constance Borde und Sheila Malovany-Chevallier erscheint viel später und belebt die Debatte über Beauvoirs Sprache und Präzision. Die Überarbeitung unterstreicht, wie Übersetzung das philosophische Leben eines klassischen Textes verändern kann.

Gender Trouble rekonstruiert Beauvoirs Erbe

**1990** — Judith Butlers *Gender Trouble* trägt dazu bei, Beauvoir zu einer grundlegenden Referenz für die zeitgenössische Geschlechtertheorie zu machen, während sie gleichzeitig ihr Rahmenwerk überarbeitet. Die Behauptung, dass Geschlecht performativ ist, führt Beauvoir in eine neue theoretische Epoche.

Beauvoir bleibt zentral in feministischen und geschlechtertheoretischen Debatten.

**2018** — Bis zur späten Konsensbildung im einundzwanzigsten Jahrhundert bleibt Beauvoirs Frage lebendig in Debatten über Verkörperung, Transpolitik, Fürsorge, Arbeit und Intersektionalität. Ihr Satz über das Werden einer Frau organisiert weiterhin Meinungsverschiedenheiten, weil er ein Problem benennt, das noch nicht gelöst ist.

Sources

  • primary_text
    Simone de Beauvoir, The Second Sex, trans. Constance Borde and Sheila Malovany-Chevallier (Vintage, 2011)

    Standard modern English translation of Beauvoir’s landmark work.

  • primary_text
    Simone de Beauvoir, The Second Sex, trans. H. M. Parshley (Knopf, 1953)

    Historic English translation that shaped early Anglophone reception.

  • primary_text
    Simone de Beauvoir, The Ethics of Ambiguity, trans. Bernard Frechtman (Citadel Press, 1976)

    Key existential essay on freedom, responsibility, and situation.

  • primary_text
    Simone de Beauvoir, Memoirs of a Dutiful Daughter, trans. James Kirkup (Putnam, 1959)

    Autobiographical source for her formation and intellectual world.

  • encyclopedia_entry
    Stanford Encyclopedia of Philosophy: Simone de Beauvoir

    Reliable overview of Beauvoir’s philosophy and its interpretation.

  • encyclopedia_entry
    Internet Encyclopedia of Philosophy: Simone de Beauvoir

    Accessible scholarly survey of Beauvoir’s life and thought.

  • scholarly_book
    Toril Moi, Simone de Beauvoir: The Making of an Intellectual Woman (Oxford University Press, 2008)

    Major study of Beauvoir’s intellectual development and method.

  • scholarly_book
    Debra B. Bergoffen, The Philosophy of Simone de Beauvoir: Gendered Phenomenologies, Erotic Generosities (SUNY Press, 1997)

    Important philosophical interpretation of Beauvoir’s ethics and embodiment.

  • scholarly_book
    Nancy Bauer, How to Do Things with Pornography (Harvard University Press, 2015)

    Contains substantial engagement with Beauvoir and feminist philosophy.

  • scholarly_book
    Judith Butler, Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity (Routledge, 1990)

    Key successor text for understanding Beauvoir’s legacy in gender theory.

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