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KritikerOxford moral philosophyUnited Kingdom

Bernard Williams

1929 - 2003

Bernard Williams war einer der formidablesten Kritiker des Konsequentialismus, weil er ihn auf der Ebene der moralischen Psychologie angreifte, nicht nur auf der Ebene der politischen Ergebnisse. Geboren 1929 und ausgebildet in der intellektuellen Kultur des mid-century Oxford, wurde er zu einem Philosophen, der Abstraktionen misstraute, die vorgaben, moralisch neutral zu sein. Seine zentrale Frage war gnadenlos und persönlich: Kann eine Moral, die alles nach dem aggregierten Ergebnis misst, noch Raum fĂŒr IntegritĂ€t, Verantwortung und die Projekte lassen, die ein Leben zu einem eigenen machen? FĂŒr Williams war diese Frage nicht akademisch. Sie war eine Autopsie dessen, was mit einer Person geschieht, wenn die Theorie sie auffordert, ihre eigenen Verpflichtungen zu verlassen und sich selbst als Werkzeug zu betrachten.

Seine bekannteste Kritik, die in Essays wie „A Critique of Utilitarianism“ und spĂ€ter in Ethics and the Limits of Philosophy (1985) entwickelt wurde, wird oft als der „IntegritĂ€ts“-Einwand zusammengefasst. Wenn die Moral einer Person sagt, dass das beste Ergebnis das Brechen eines Versprechens, das Verlassen einer Berufung oder das Opfern einer privaten LoyalitĂ€t rechtfertigt, dann wird die Person zu einem bloßen Kanal fĂŒr Werte, anstatt zu einem Akteur mit einem Leben. Williams hielt dies fĂŒr eine Korruption, nicht fĂŒr eine Klarstellung. Menschen leben nicht aus der Distanz; sie leben aus Projekten, Bindungen und Geschichten, die der Handlung ihre Bedeutung verleihen. Eine Theorie, die diese Innenschau ignoriert, mag logisch ordentlich und moralisch unmenschlich sein.

Dennoch war Williams kein sentimentaler Verteidiger dessen, was auch immer man liebte. Er konnte streng, ja sogar misstrauisch gegenĂŒber SelbsttĂ€uschung sein. Er wusste, dass Appelle an die „IntegritĂ€t“ zu einer schmeichelhaften Maske fĂŒr moralische Faulheit, Eitelkeit oder Provinzialismus werden können. Diese Spannung ist zentral fĂŒr seinen Charakter: Er misstraute Systemen, aber er misstraute auch den selbstsĂŒchtigen Geschichten, die Individuen ĂŒber ihre eigene Tugend erzĂ€hlen. Das Ergebnis war ein kritischer Stil, der in beide Richtungen schnitt. Er entblĂ¶ĂŸte die Arroganz moralischer Theorien, weigerte sich jedoch auch, den einfachen Trost zu akzeptieren, dass persönliche Verpflichtung automatisch edel sei.

Williams’ öffentliche Persona war oft die eines urbanen, brillanten Skeptikers, eines Denkers, der mit trockener PrĂ€zision durch ethisches Großtun schnitt. Doch die Kraft seines Werkes kommt aus etwas HĂ€rterem: Er verstand, wie anspruchsvoll das moralische Leben ist und wie oft Menschen Prinzipien entweder nutzen, um Verantwortung zu umgehen oder um Grausamkeit zu rechtfertigen. Er glaubte, dass der Traum des Konsequentialismus von Unparteilichkeit zu einer Maschine der Entfremdung werden könnte, die Akteure zwingt, sich von dem, was sie lieben, zu distanzieren, um einer abstrakten TotalitĂ€t zu dienen. Deshalb sind seine Argumente auch heute noch schmerzhaft. Sie stellen nicht nur eine Theorie in Frage; sie offenbaren ihre Kosten.

Seine Kritik hatte Folgen, die ĂŒber die Philosophie hinausgingen. Sie half, Debatten in Richtung Fragen der Anforderungen, persönlicher Projekte und moralischer Überbleibsel zu verschieben, und ließ die Konsequentialisten nicht nur verteidigen, was ihre Theorie empfiehlt, sondern auch, welche Art von Person sie erfordert, dass man wird. Williams’ eigene WidersprĂŒchlichkeit besteht darin, dass sein Angriff auf Systeme manchmal weniger Anleitung bietet, als die Leser wĂŒnschen. Aber das war auch Teil seiner moralischen Diagnose: Er dachte, dass das ethische Leben nicht vollstĂ€ndig durch Algorithmen regierbar ist und dass jede Theorie, die das Gegenteil behauptet, das Menschsein zu einem Instrument ihrer eigenen Vollkommenheit abflachen riskiert.

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