George Berkeley
1685 - 1753
George Berkeley wird oft als philosophische Kuriosität in Erinnerung behalten, der Bischof, der die materielle Substanz leugnete und darauf bestand, dass Sein gleich Wahrgenommenwerden ist. Aber ihn auf eine Kuriosität zu reduzieren, verfehlt die Kraft seines Denkens. Für Hume war Berkeley nicht nur ein Ziel oder eine Neuheit; er war ein disziplinierter Gesprächspartner, der den Empirismus bis zu einem Punkt gefährlicher Ehrlichkeit getragen hatte. Wenn alles Wissen durch Ideen im Geist kommt, fragte Berkeley, was rechtfertigt dann den weiteren Sprung zu einem unknowable materiellen Substrat hinter diesen Ideen? Die Frage war nicht ornamental. Sie war ein Skalpell.
Diese Frage war wichtig, weil Berkeley aufdeckte, wie viel von gewöhnlicher Gewissheit auf Gewohnheit und verbaler Konvention beruht, anstatt auf direktem Wissen. In A Treatise Concerning the Principles of Human Knowledge und den Three Dialogues between Hylas and Philonous zerlegte er die Annahme, dass sinnliche Erfahrung uns Zugang zu einer von Geist unabhängigen materiellen Welt verschafft. Das war nicht bloße Ikonoklasmus. Berkeleys tiefster Antrieb war moralisch und religiös. Er fürchtete, dass, wenn die Philosophie zu viel an Abstraktion zugesteht, sie Raum für Skeptizismus, Unglauben und die Korrosion des gemeinschaftlichen Lebens lassen würde. Sein Immaterialismus war als Rettungsaktion gedacht: Wenn man die metaphysische Fiktion der Materie abstreift, wird die Welt innerhalb eines theistischen Rahmens mehr, nicht weniger, verständlich.
Diese Rettung kam mit einem psychologischen Preis. Berkeleys öffentliche Haltung ist die der gelassenen Gewissheit: fromm, klar, fast pastoral. Doch die Intensität seines Angriffs auf die materielle Substanz deutet auf einen Denker hin, der von Instabilität heimgesucht wird. Er leugnete Materie nicht einfach aus willkürlicher Gegensätzlichkeit. Er schien zu glauben, dass die Gewohnheiten der Philosophie täuschend geworden waren, dass die Sprache die Denker verführt hatte, Entitäten zu erfinden, die sie niemals wirklich kennen konnten. Seine Lösung war radikale Reinigung. Alles, was nicht als Idee erfahren oder in göttlicher Wahrnehmung verankert werden konnte, wurde als unnötiges Gepäck behandelt. Der Preis dieser Klarheit war die Trennung der Philosophie von der gesunden Menschenverstandswelt, die sie zu beschreiben beanspruchte.
Berkeleys Leben offenbart auch eine Spannung zwischen Idealismus und weltlicher Ambition. Er war ein Kirchenmann, Pädagoge und öffentlicher Anwalt, kein zurückgezogener Spekulant. Er suchte Patronage, reiste viel und förderte ehrgeizige praktische Projekte, einschließlich kolonialer und bildungspolitischer Vorhaben. Diese öffentliche Nützlichkeit steht unbehaglich neben der inneren Strenge seiner Metaphysik. Der gleiche Geist, der Materie leugnete, musste auch Institutionen, Finanzen, Macht und soziale Abhängigkeit navigieren. Seine Philosophie mag nach Gewissheit gestrebt haben, aber seine Karriere erforderte Verhandlung, Kompromiss und die sehr weltlichen Maschinen des kirchlichen und politischen Lebens.
Hume nahm Berkeley ernst, weil Berkeley zeigte, wie weit die empiristische Selbstkritik gehen konnte. Hume erweiterte diesen Druck zu einem umfassenderen Skeptizismus über Kausalität, Identität und das Selbst. Doch die beiden Männer unterscheiden sich scharf im Temperament. Berkeley schützt den Glauben, indem er die Metaphysik überarbeitet; Hume, skeptischer und weniger tröstlich, erklärt den Glauben durch menschliche Psychologie und Gewohnheit. Berkeley ist daher sowohl Vorgänger als auch Warnung. Er zeigt, dass Skeptizismus über Substanz nicht zu totalem Zweifel werden muss, aber er zeigt auch, wie viel metaphysische Reparatur nötig ist, um eine kohärente Welt aufrechtzuerhalten. Humes kälterer Genius bestand darin, diese Reparatur scheitern zu lassen und dann zu fragen, was Menschen tun, wenn die Gewissheit verloren ist.
