Jeremy Bentham
1748 - 1832
Bentham ist der große Architekt des konsequentialistischen moralischen Denkens in seiner modernen, programmatischen Form. Er war nicht einfach ein Theoretiker des Glücks; er war ein Reformer, der wollte, dass die moralische Sprache öffentlich, genau und im Recht anwendbar wird. Seine zentrale Frage war, wie man Institutionen beurteilen kann, ohne auf Geheimnis, Tradition oder Rang zurückzugreifen. Die Antwort, die er entwickelte, war berühmt kompromisslos: Lust und Schmerz sind die moralischen Währungen, und Handlungen und Politiken sind danach zu bewerten, inwieweit sie erstere erhöhen und letztere verringern.
Was Bentham philosophisch interessant macht, ist, dass sein Utilitarismus untrennbar mit institutioneller Kritik verbunden war. In An Introduction to the Principles of Morals and Legislation (1789) stellte er nicht nur eine Doktrin auf; er entwickelte eine Methode. Sein felicific calculus versuchte, die Dimensionen werttragender Konsequenzen zu spezifizieren: Intensität, Dauer, Gewissheit und Umfang. Der Punkt war nicht, dass Ethik in irgendeinem groben Sinne auf Arithmetik reduziert werden könnte, sondern dass moralisches Urteil rechenschaftspflichtig werden sollte. Er wollte eine Legislative, nicht ein Priestertum der Moral.
Benthams Einfluss war enorm, weil er den Konsequentialismus wie ein Werkzeug für Reformen erscheinen ließ. Gefängnisdisziplin, rechtliche Kodifizierung, Armutsfürsorge und administrative Transparenz fielen alle in seinen Blick. Er wurde oft für seine Kälte verspottet, doch die größere Wahrheit ist, dass seine Theorie von Mitgefühl für das Leiden und Ungeduld mit willkürlicher Macht motiviert war. Der gleiche Denker, der die moralische Sprache auf Lust und Schmerz reduzierte, griff auch die Grausamkeit an, wo immer er sie fand, einschließlich in den Institutionen, die behaupteten, die Gesellschaft zu schützen.
Seine Widersprüche sind Teil der Geschichte. Benthams Vertrauen in die Messung gab dem Konsequentialismus sein Rückgrat, aber es verleitete auch spätere Leser dazu, sich vorzustellen, dass allen Werten leicht vergleichbar sind. Das war nie ganz seine eigene Ansicht, doch es wurde zu einer der wiederkehrenden Gefahren der Doktrin. Er bleibt unverzichtbar, weil er der Theorie ihren schärfsten modernen Ausdruck verlieh: nicht als vage Aufforderung zu nützlichen Ergebnissen, sondern als Herausforderung an das moralische und politische Leben, sich durch das zu rechtfertigen, was es tatsächlich produziert.
Philosophies
Konsequentialismus
Originator
School or MovementDeontologie
Critic
School or MovementErfahrungsmaschine
Predecessor
Concept or Thought ExperimentHedonismus
Developer
Concept or Thought ExperimentJohn Stuart Mill
Proponent
PhilosopherMichel Foucault
Interlocutor
PhilosopherPanoptikum
Originator
Concept or Thought ExperimentPeter Singer
Precursor
PhilosopherUtilitarismus
Originator
School or Movement