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Nachfolger / InterpretTwentieth-century epistemology; analytic philosophyUnited States

Roderick Chisholm

1916 - 1999

Roderick Chisholm gehört zu der Generation, die Moores antiskeptisches Vertrauen geerbt hat und versuchte, es philosophisch explizit zu machen. Er ist hier wichtig, nicht weil er Moores Argumente unverändert wiederholte, sondern weil er alltägliches Wissen als etwas behandelte, das die Epistemologie rechtfertigen und nicht auflösen sollte. In dieser Hinsicht bewahrte er einen von Moores tiefsten Instinkten: Beginne mit dem, was gewisser ist, und lasse die Theorie darauf antworten.

Chisholms Philosophie wurde von einem Temperament geprägt, das zugleich streng und kämpferisch war. Er baute Systeme nicht nur wegen ihrer Eleganz; er wollte, dass die Philosophie auf die hartnäckige Tatsache antwortet, dass Menschen bereits als Wissende leben. Diese Überzeugung verlieh seiner Arbeit moralische Ernsthaftigkeit. Wenn Skepsis herrschen dürfte, würde die Philosophie zu einer Übung in Selbstlähmung werden, einer Disziplin, die Zweifel leichter beschreiben könnte, als sie Handlung, Glauben oder Verantwortung rechtfertigen könnte. Chisholms Antwort war, darauf zu bestehen, dass Rechtfertigung kein dekoratives Beiwerk zum Wissen ist, sondern dessen notwendiger Grund. Er machte die Epistemologie somit zu einem Tribunal, das nicht fragte, ob unsere alltäglichen Überzeugungen psychologisch bequem waren, sondern ob sie unter Druck verteidigt werden konnten.

Diese Haltung brachte ihre eigenen Spannungen mit sich. Öffentlich trat Chisholm als Verteidiger des gesunden Menschenverstands gegen skeptische Übergriffe auf. Privat erforderte die Position eine strenge Disziplin: Er musste immer wieder Prinzipien finden, die stark genug waren, um Skepsis zu blockieren, ohne in Dogmatismus zu verfallen. Seine Arbeiten zur epistemischen Rechtfertigung und zu den Bedingungen des Wissens halfen, Moores Erbe in einer methodologisch selbstbewussteren Form lebendig zu halten. Wo Moore damit zufrieden war zu sagen, dass er wusste, dass er Hände hatte, wollte Chisholm untersuchen, was solche Ansprüche rechtfertigt und wie sie in breitere Theorien des Wissens passen. Sein Projekt ist somit eine Fortsetzung durch Klarstellung: Moores gesunder Menschenverstand wird zum Ausgangspunkt einer formelleren Epistemologie.

Doch die Ernsthaftigkeit des Projekts offenbarte einen Widerspruch in seinem Zentrum. Chisholm bewunderte alltägliche Gewissheit, konnte sich jedoch nicht einfach darauf ausruhen. Er musste sie anfechten, analysieren und zunehmend strengen Standards unterwerfen. Das Ergebnis war eine Philosophie, die die alltägliche Welt nur schützte, indem sie sie einem anspruchsvollen Rechtfertigungsapparat unterordnete. In diesem Sinne war seine Verteidigung des gesunden Menschenverstands nie bloß konservativ; sie war auch disziplinarisch. Er rettete den alltäglichen Glauben, aber nur nachdem er ihn einer philosophischen Prüfung unterzogen hatte, die ebenso destabilisieren wie sichern konnte.

Die Konsequenzen dieser Haltung waren erheblich. Chisholms Arbeit half, einen wichtigen Weg in der Epistemologie des zwanzigsten Jahrhunderts zu definieren, der Rechtfertigung als zentrales Problem und nicht als peripheren Feinschliff behandelte. Das hatte seinen Preis. Es ermutigte Philosophen, Wissen in Bezug auf interne Standards, inferentielle Strukturen und defensive Argumentation zu betrachten, manchmal auf Kosten der gelebten Leichtigkeit, mit der Menschen tatsächlich durch die Welt gehen und glauben, was sie müssen. Doch dieser Preis offenbart auch Chisholms intellektuelle Ehrlichkeit: Er wusste, dass, wenn alltägliche Gewissheit der modernen Kritik standhalten sollte, sie die Prüfung überstehen müsste.

Die Überraschung in Chisholms Verhältnis zu Moore besteht darin, dass sie offenbart, wie sehr die spätere Philosophie von Moores scheinbarer Einfachheit abhing. Sobald Philosophen zu fragen begannen, was als Rechtfertigung ohne Skepsis zählen könnte, fanden sie sich oft darin wieder, Moores grundlegende Position in technischer Gewandung neu zu entdecken. Chisholms Bedeutung liegt darin, zu zeigen, dass Moore nicht nur ein gesprächiger Antiskeptiker war; er war auch die Quelle einer dauerhaften epistemischen Haltung. Chisholm repräsentiert die Art und Weise, wie Moores Erbe nicht als Slogan, sondern als Aufgabe überlebte. Wenn die Philosophie nicht ohne alltägliche Gewissheit beginnen kann, dann muss sie diese Gewissheit sorgfältiger erklären. Chisholm nahm diese Last auf sich.

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