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Concept or Thought Experiment

Unendlicher Regress

Ein Regress ist der geduldigste Befrager der Philosophie: Stelle eine erklärende Frage, und er fragt dasselbe nach deiner Antwort, dann nach der Antwort auf diese Antwort, bis das Denken entscheiden muss, ob es einen Grund gefunden hat oder lediglich in einen endlosen Abstieg gerät.

400 BC – presentEurope
Unendlicher Regress

Quick Facts

Period
400 BC – present
Region
Europe
Key Figures
Aristotle, David Hume, Immanuel Kant +3 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Zenons Paradoxien der Teilung

**400 BC** — Zeno von Elea formuliert Argumente, die Bewegung und Pluralität so erscheinen lassen, als würden sie sich in endlose Teilungen auflösen. Diese Paradoxien benennen noch nicht den unendlichen Regress, aber sie begründen die antike Intuition, dass eine Folge scheitern kann, weil sie niemals zu einem Abschluss gelangt.

Platon inszeniert den Regress im Parmenides

**380 BC** — In der Parmenides unterzieht Plato die Theorie der Formen einer eingehenden Kritik, die die Möglichkeit einer erklärenden Multiplikation aufwirft. Der Dialog wird zu einer der frühesten und einflussreichsten Dramatisierungen des Regressdrucks in der Metaphysik.

Aristoteles' Analytica posteriora

**340 BC** — Aristoteles argumentiert, dass wissenschaftliches Wissen erste Prinzipien erfordert und nicht von einer unendlichen Kette von Demonstrationen abhängen kann. Seine Darstellung der Demonstration wird zum klassischen Anti-Regress-Modell für die spätere Philosophie.

Aquinus schreibt die Summa Theologiae.

**1265** — Thomas von Aquin entwickelt seine Auffassung von Kausalserien und der Unmöglichkeit eines unendlichen Regresses im relevanten per se Sinne. Seine Unterscheidung zwischen Arten von Serien wird zentral für mittelalterliche und spätere kosmologische Argumente.

Scholastische Unterscheidungen zirkulieren in der frühneuzeitlichen Debatte

**1530** — Der scholastische Wortschatz der per se und per accidens Serien prägt weiterhin die Argumente über Kausalität und die Existenz Gottes. Die frühneuzeitlichen Philosophen erben das Regressproblem als Teil der überlieferten Maschinerie der Metaphysik.

Humes Kritik der kausalen Notwendigkeit

**1739** — In der "Abhandlung über den menschlichen Verstand" untergräbt Hume die Gewissheit, mit der Philosophen von beobachteten Sequenzen zu notwendigen Erklärungen übergehen. Sein Skeptizismus schwächt das Vertrauen, dass der Regress immer in einer privilegierten ersten Ursache enden muss.

Kants Kritik der reinen Vernunft

**1781** — Kant formuliert die Antinomien der reinen Vernunft und zeigt, wie die Vernunft gegensätzliche Schlussfolgerungen erzeugen kann, wenn sie eine totale Erklärung verlangt. Der unendliche Regress wird zum Symptom des eigenen Strebens des Geistes nach dem Unbedingten.

Chisholm und das epistemische Regressproblem

**1976** — Die analytische Epistemologie des zwanzigsten Jahrhunderts systematisiert das Regressproblem als eine Herausforderung für die Rechtfertigung. Chisholms Werk trägt dazu bei, die foundationalistischen, kohärentistischen und skeptischen Antworten zu verdeutlichen, die weiterhin zentral für die Debatte sind.

BonJour und die Wiederbelebung des Kohärenzdenkens

**1983** — Laurence BonJours Werk bietet dem Kohärentismus eine anspruchsvolle moderne Verteidigung gegen regressbasierte Fundamentalisierung. Die Debatte darüber, ob gegenseitige Unterstützung den Regress stoppen kann, wird zu einem der bedeutendsten erkenntnistheoretischen Streitfragen der Epoche.

Die Fundierung tritt in die zeitgenössische Metaphysik ein

**1990** — Die Metaphysik des späten zwanzigsten Jahrhunderts beginnt, das Fundamentieren von der Kausalität zu unterscheiden und belebt die Regressfragen in einem neuen Idiom. Philosophen fragen, ob erklärende Abhängigkeit ein fundamentales Niveau erfordert oder unendlich geschichtet sein kann.

Regress in zeitgenössischen Grundierungsdebatten

**2012** — Analytische Metaphysiker diskutieren zunehmend über den unendlichen Regress im Hinblick auf Grundierungs- ketten, ontologische Priorität und Fundamentaliät. Das alte Problem taucht wieder auf in Debatten darüber, ob die Realität eine fundamentale Basis haben muss.

Der unendliche Regress bleibt ein aktueller philosophischer Test.

**2024** — Aktuelle Arbeiten in der Erkenntnistheorie, Metaphysik, Wissenschaftsphilosophie und der Interpretation von KI verwenden weiterhin den Regress als Test für Erklärung und Rechtfertigung. Das Konzept bleibt unverzichtbar, wann immer Philosophen fragen, was, wenn überhaupt, schließlich die Frage stoppt.

Sources

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