Transhumanismus
Transhumanismus ist das moderne Wagnis, dass Biologie nicht Schicksal ist: dass Medizin, Computertechnik und Design nicht nur dazu verwendet werden können, das menschliche Wesen zu heilen, sondern es auch zu überarbeiten. Sein Versprechen ist die Befreiung von Gebrechlichkeit; seine Gefahr besteht darin, dass es, während es versucht, die menschliche Bedingung zu überwinden, auch das dünner machen könnte, was diese Bedingung erst erstrebenswert macht.

Quick Facts
- Period
- 1901 – 2000
- Region
- Europe
- Key Figures
- Donna Haraway, Francis Fukuyama, J. B. S. Haldane +3 more
Key Figures
Donna Haraway
Interlocutor
Feminist theory; science and technology studiesDonna Haraway ist eine der prägenden Architektinnen des kritischen Posthumanismus, weil sie Hybride politisch ernsthaft ...
Francis Fukuyama
Critic
Political theory; bioethicsFrancis Fukuyama wurde zu einem der wichtigsten Kritiker des Transhumanismus, nicht weil er den technologischen Fortschr...
J. B. S. Haldane
Precursor
Evolutionary biology; science writingJ. B. S. Haldane gehört zur Vorgeschichte des Transhumanismus, ist aber für dessen Genealogie unverzichtbar, weil er spe...
Julian Huxley
Originator
British humanism; evolutionary biologyJulian Huxley ist die Figur, die dem Transhumanismus seinen Namen gab und, was noch wichtiger ist, eine seiner ersten ko...
Michael Sandel
Critic
Political philosophy; Harvard UniversityMichael Sandel trat als eine der sichtbarsten und beständigsten Stimmen des Kommunitarismus hervor, indem er eine abstra...
Nick Bostrom
Proponent
University of Oxford; Future of Humanity InstituteNick Bostrom steht als einer der folgenreichsten und beunruhigendsten Philosophen des frühen einundzwanzigsten Jahrhunde...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Transhumanismus trat nicht als eine einheitliche Doktrin auf, sondern vielmehr als eine Konvergenz von Druck, Ängsten und technologischen Möglichkeiten. Bis zum...
Die zentrale Idee
Im Kern ist Transhumanismus die Behauptung, dass Menschen Vernunft und Technologie nutzen sollten, um die biologischen, kognitiven und psychologischen Einschrän...
Das System
Transhumanismus wird philosophisch erst dann interessant, wenn er über Aspiration hinaus in die Struktur übergeht. Die Bewegung ist keine einheitliche Doktrin, ...
Spannungen & Kritiken
Die gravierendsten Einwände gegen den Transhumanismus sind nicht, dass er technologisch unmöglich ist, sondern dass er moralisch überoptimistisch sein könnte. S...
Vermächtnis & Echos
Der Einfluss des Transhumanismus ist nicht eine einzige Institution oder ein Kanon, sondern eine Verstreuung seiner Themen über Medizin, Technologie, Politik un...
Timeline
Haldane veröffentlicht "Daedalus; oder, Wissenschaft und die Zukunft"
**1923** — J. B. S. Haldanes Vortrag und Essay stellen Ektogenese, genetische Intervention und eine wissenschaftlich neu gestaltete Zukunft vor. Sie trugen dazu bei, die spekulative biologische Transformation intellektuell ernsthaft und nicht nur phantasievoll zu machen.
Julian Huxley prägte den Begriff "Transhumanismus".
**1957** — In seinem Aufsatz "Transhumanismus" schlägt Huxley vor, dass die Menschheit sich durch Wissen und bewusste Selbstlenkung selbst transzendieren kann. Der Begriff benennt ein breiteres nachkriegszeitliches Vertrauen, dass die Evolution bewusst geleitet werden könnte.
Die technologische Zukunft wird zu einem Mainstream-Kulturhorizont.
**1960** — Das frühe Weltraumzeitalter normalisiert die Vorstellung, dass menschliche Grenzen technische Probleme und keine endgültigen Grenzen sind. Dieser Wandel bereitet den Boden für spätere Überlegungen zur Verbesserung in der Informatik, Medizin und Raumfahrtkultur.
FM-2030 popularisiert futuristische Selbsttransformation.
**1986** — Der Futurist FM-2030 verwendet die Sprache der Transformation, der Lebensverlängerung und des menschlichen Werdens, um eine neue, säkulare Vision des radikalen Selbstüberwindens zu formulieren. Seine öffentliche Persona trug dazu bei, die Diskussion über Enhancement in die futuristische Kultur des späten zwanzigsten Jahrhunderts einzuführen.
Das Humangenomprojekt beginnt
**1990** — Der Start des Genomprojekts verwandelt die Vererbung in ein großangelegtes wissenschaftliches Objekt und weckt Hoffnungen auf prädiktive und interventionistische Medizin. Er wirft auch die Möglichkeit auf, dass genetisches Wissen nicht nur zur Heilung von Krankheiten, sondern auch zur Neugestaltung von Eigenschaften genutzt werden könnte.
Die Welt-Transhumanistische Vereinigung wird gegründet.
**1998** — Organisierter Transhumanismus nimmt institutionelle Gestalt an mit der Schaffung einer Bewegung, die sich dem ethischen Einsatz von Technologie zur Erweiterung menschlicher Fähigkeiten widmet. Der Verband trägt dazu bei, den Transhumanismus von verstreuter futuristischer Spekulation in ein identifizierbares philosophisches und politisches Netzwerk zu überführen.
Frühe Debatten über genetische Verbesserung intensivieren sich
**2000** — Die öffentliche Diskussion über Embryonenauswahl, Klonen und menschliche Verbesserung erweitert die Sichtbarkeit des Transhumanismus und lädt zu anhaltender ethischer Kritik ein. Die Bewegung wird zum Ziel von Sorgen über Ungleichheit, Eugenik und die Bedeutung der menschlichen Würde.
Fukuyama veröffentlicht Unsere posthumanistische Zukunft
**2003** — Francis Fukuyamas Buch wird zu einer der einflussreichsten hochrangigen Kritiken des Transhumanismus. Er argumentiert, dass die Verbesserung die menschlichen Qualitäten bedroht, die der liberalen Demokratie und der moralischen Gleichheit zugrunde liegen.
Bostrom veröffentlicht "Eine Geschichte des transhumanistischen Denkens"
**2005** — Nick Bostrom bietet eine kanonische philosophische Genealogie für die Bewegung, indem er sie mit dem Humanismus, den Idealen der Aufklärung und modernen Anliegen zur Selbstverbesserung verknüpft. Der Aufsatz hilft, den Transhumanismus als eine ernsthafte intellektuelle Tradition und nicht als Modeerscheinung zu definieren.
Die Bewegung reorganisiert sich als Humanity+.
**2009** — Die World Transhumanist Association nimmt den Namen Humanity+ an und erweitert ihre öffentliche Identität. Das Rebranding signalisiert einen Versuch, die Ethik der Enhancement zugänglicher und weniger sektiererisch zu gestalten.
Die Genbearbeitung im CRISPR-Zeitalter betritt die öffentliche Vorstellungskraft
**2012** — Gene-Editing-Technologien lassen präzise biologische Eingriffe weit weniger spekulativ erscheinen als zuvor. Transhumanistische Hoffnungen und bioethische Ängste verstärken sich, während die Grenze zwischen Therapie und Enhancement zunehmend durchlässig wird.
Die Beschleunigung der KI erneuert die Spekulation über das Posthumanistische
**2020** — Schnelle Fortschritte im großangelegten maschinellen Lernen beleben Fragen zur kognitiven Erweiterung, Automatisierung und letztlich zur Verschmelzung von Mensch und Maschine. Transhumanistische Themen treten in neuer Form auf, da die Menschen fragen, ob Intelligenz selbst das nächste Gebiet der Neugestaltung werden könnte.
Sources
- primary_textNick Bostrom, "A History of Transhumanist Thought"
Canonical genealogy of the movement by a leading philosopher.
- primary_textJulian Huxley, "Transhumanism" in New Bottles for New Wine
Foundational statement that gives the movement its name.
- primary_textJ. B. S. Haldane, Daedalus; or, Science and the Future
Early speculative precursor on biological and technological transformation.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: Transhumanism
Authoritative overview of the philosophical issues and debates.
- referenceInternet Encyclopedia of Philosophy: Transhumanism
Accessible scholarly overview with historical and ethical context.
- scholarly_bookFrancis Fukuyama, Our Posthuman Future
Influential critique of enhancement and human nature.
- scholarly_bookMichael J. Sandel, The Case Against Perfection
Major philosophical critique focused on giftedness and mastery.
- scholarly_bookMax More and Natasha Vita-More, eds., The Transhumanist Reader
Representative anthology of transhumanist texts and debates.
- primary_textDonna Haraway, "A Cyborg Manifesto"
Important interlocutor for debates about hybridity and embodiment.
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