Schleier des Nichtwissens
Eine gerechte Ordnung, so schlägt Rawls vor, beginnt mit einem Wagnis radikaler Selbstvergessenheit: Gestalte die Regeln so, als würdest du in ihnen als jemand ganz anderes erwachen.

Quick Facts
- Period
- 1971 – 1971
- Region
- Americas
- Key Figures
- Amartya Sen, David Hume, Immanuel Kant +3 more
Key Figures
Amartya Sen
Successor
Economics and political philosophyAmartya Sens Begegnung mit John Rawls war niemals ein einfacher Akt der Nachfolge oder Ablehnung. Es war vielmehr eine A...
David Hume
Interlocutor
Scottish EnlightenmentDavid Hume war kein Kommentator von al-Ghazali im direkten historischen Sinne, und er hat al-Ghazalis Denken nicht geprä...
Immanuel Kant
Interlocutor
German philosophyImmanuel Kant gibt der Schönheit eine ihrer einflussreichsten modernen Formulierungen in der *Kritik der Urteilskraft*, ...
John Rawls
Originator
Political philosophy, Harvard UniversityJohn Rawls wird oft als der philosophische Widersacher des Kommunitarismus betrachtet, doch diese Einordnung verfehlt di...
Martha Nussbaum
Successor
Philosophy, law, and political theoryMartha Nussbaum ist eine der tiefgründigsten und eindrucksvollsten Gesprächspartnerinnen von Peter Singer, weil sie sein...
Robert Nozick
Critic
Political philosophy, Harvard UniversityRobert Nozick vertritt einen anderen philosophischen Stil als Ayn Rand, ist jedoch zentral für ihr Erbe, da er dazu beig...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Als John Rawls begann, das Argument zu formen, das in *Eine Theorie der Gerechtigkeit* kulminieren sollte, war das Ansehen der Moralphilosophie in der anglophon...
Die zentrale Idee
Der Schleier des Unwissens wird oft mit einem einfachen Aufruf zur Fairness verwechselt, doch Rawls meinte etwas Präziseres und Strengeres. In der ursprüngliche...
Das System
Rawls führte den Schleier des Nichtwissens nicht als eigenständiges Rätsel ein. Er gehört zu einer größeren Architektur, in der die grundlegende Struktur einer ...
Spannungen & Kritiken
Die stärksten Einwände gegen den Schleier des Nichtwissens kommen nicht von Menschen, die denken, Rawls sei verwirrt gewesen, was Fairness bedeutet. Sie stammen...
Vermächtnis & Echos
Der Schleier des Nichtwissens hat die Architektur überdauert, die ihn hervorgebracht hat. Rawls’ eigene Darstellung bleibt die kanonische Quelle, doch das Konze...
Timeline
John Rawls wird in Baltimore geboren.
**1921-02-21** — Rawls’ frühes Leben würde später fast absichtlich unheldenhaft erscheinen, was zu einem Denker passte, der sich für Institutionen und nicht für Charisma interessierte. Seine reife Philosophie würde von der Frage geprägt sein, wie gewöhnliche Bürger ein soziales Ordnung einander gegenüber rechtfertigen könnten.
Rawls vollendet seine Harvard-Doktorarbeit
**1949** — Rawls’ Dissertation begann den langen Weg zur Theorie der Gerechtigkeit, obwohl der berühmte Schleier des Nichtwissens später kommen würde. Die Ausbildung war wichtig, da sie ihn in die analytische Philosophie einordnete, ihn jedoch mit ihrem dünnen moralischen Vokabular unzufrieden ließ.
Rawls veröffentlicht 'Gerechtigkeit als Fairness'
**1958** — Dieser Aufsatz präsentiert eine frühe Form der Auffassung, dass Gerechtigkeit als Fairness und nicht als Nutzen verstanden werden sollte. Das Papier ist einer der klarsten Schritte in Richtung der ursprünglichen Position und des Schleiers des Nichtwissens.
Rawls verbreitet das Harvard-Manuskript von A Theory of Justice.
**1967** — Bis Ende der 1960er Jahre hatte Rawls eine ausgereifte Darstellung der ursprünglichen Position, und das Manuskript begann sein wissenschaftliches Leben in Diskussion und Kritik. Die Idee, Prinzipien hinter einem Schleier des Nichtwissens zu wählen, war nun fest als zentrales Element des Werkes verankert.
Eine Theorie der Gerechtigkeit wird veröffentlicht.
**1971** — Das Buch verleiht dem Schleier des Unwissens seine kanonische Form und transformiert sofort die politische Philosophie. Rawls’ Formulierung der ursprünglichen Position wird zu einem der einflussreichsten Gedankenexperimente in der modernen Ethik und Politik.
Robert Nozick veröffentlicht Anarchie, Staat und Utopie.
**1974** — Nozicks libertäre Kritik zwingt Rawls' Theorie in eine anhaltende öffentliche Debatte. Die Herausforderung durch die Anspruchstheorie hilft, die dauerhafte Trennlinie zwischen gemusterter Gerechtigkeit und historischer Gerechtigkeit zu definieren.
Rawls veröffentlicht Politischer Liberalismus
**1993** — Rawls überarbeitet den breiteren Rahmen seiner Theorie, um den Pluralismus und das Stabilitätsproblem zu adressieren. Die ursprüngliche Position bleibt wichtig, steht jedoch nun innerhalb eines expliziteren Berichts über die öffentliche Vernunft.
Rawls veröffentlicht *Gerechtigkeit als Fairness: Eine Neufassung*
**2001** — Diese prägnante Neufassung klärt die mit dem Schleier des Nichtwissens und dem Differenzprinzip verbundenen Prinzipien. Sie trug dazu bei, die Lehrfunktion der Theorie und ihren langfristigen philosophischen Einfluss zu sichern.
Rawls stirbt
**2002-11-24** — Rawls’ Tod markierte das Ende einer philosophischen Karriere, die bereits die politische Theorie weltweit umgestaltet hatte. Sein zentrales Instrument blieb jedoch in den Debatten über Gerechtigkeit, Ungleichheit und Legitimität weiterhin voll aktiv.
Amartya Sen veröffentlicht *Die Idee der Gerechtigkeit*
**2009** — Sen erneuert das Gespräch, indem er die ideale Theorie kritisiert und gleichzeitig Rawls’ Anliegen für Gerechtigkeit bewahrt. Der Schleier des Nichtwissens übersteht diese Kritik als Maßstab, selbst wenn Philosophen darüber hinausgehen.
Globale Debatten über Ungleichheit beleben die rawlsianische Sprache
**2013** — Die Diskussion über Ungleichheit, Gesundheitsversorgung und Chancen verwendet zunehmend rawlsianische Begriffe in der öffentlichen Politik und der akademischen Arbeit. Der Schleier des Nichtwissens wird zu einer standardmäßigen Methode, um zu prüfen, ob Institutionen aus jeder sozialen Position akzeptabel wären.
Die öffentliche Debatte über Gerechtigkeit in algorithmischen Systemen erweitert die Relevanz von Rawls.
**2016** — Fragen zu Diskriminierung, Daten und intransparenter Entscheidungsfindung machen den Schleier des Nichtwissens als heuristische Methode neu nützlich. Das Gedankenexperiment wird zunehmend auf Technologie angewendet, nicht nur auf klassische Verteilungsgerechtigkeit.
Sources
- primary_textJohn Rawls, A Theory of Justice, rev. ed. (Harvard University Press, 1999)
Canonical statement of the original position and veil of ignorance.
- primary_textJohn Rawls, Political Liberalism, expanded ed. (Columbia University Press, 2005)
Rawls’s mature account of pluralism and public reason.
- primary_textJohn Rawls, Justice as Fairness: A Restatement (Harvard University Press, 2001)
Concise late clarification of the theory.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: 'John Rawls'
Authoritative overview of Rawls’s philosophy and major debates.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: 'Original Position'
Detailed discussion of the device itself and its interpretations.
- referenceInternet Encyclopedia of Philosophy: 'John Rawls'
Accessible scholarly overview.
- secondary_textSamuel Freeman, Rawls (Routledge, 2007)
Major scholarly study of Rawls’s theory and its development.
- secondary_textThomas Nagel, 'Rawls on Justice' in Moral Questions (Cambridge University Press, 1979)
Classic philosophical discussion of Rawls’s framework.
- secondary_textAmartya Sen, The Idea of Justice (Harvard University Press, 2009)
Important critique and extension of Rawlsian ideal theory.
- secondary_textMartha C. Nussbaum, Frontiers of Justice (Harvard University Press, 2006)
Capabilities-based development and critique of Rawlsian assumptions.
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