Sein
Sein ist die älteste Frage, die die Philosophie je gestellt hat, und die schwierigste, die sie immer noch nicht ganz loslassen kann: Wenn Nichts immer vorstellbar ist, warum existiert überhaupt etwas?

Quick Facts
- Period
- 400 BC – present
- Region
- Europe
- Key Figures
- Aristotle, Jacques Derrida, Jean-Paul Sartre +3 more
Key Figures
Aristotle
Developer
Classical Greek philosophyFür Al-Farabi ist Aristoteles der Erste Lehrer: die große Quelle disziplinierter Forschung, geordneter Argumentation und...
Jacques Derrida
Successor/Critic
DeconstructionJacques Derrida war nicht einfach ein Philosoph, der die Metaphysik kritisierte; er war ein Denker, der das Wesen der Ge...
Jean-Paul Sartre
Successor/Critic
ExistentialismJean-Paul Sartre war für den absurden Helden sowohl ein naher Verbündeter als auch ein scharfer Kontrast, doch seine Bed...
Martin Heidegger
Originator/Interpreter
Phenomenology and fundamental ontologyMartin Heidegger ist eine der verstörendsten philosophischen Figuren des zwanzigsten Jahrhunderts, weil er nicht nur fra...
Parmenides
Originator
Eleatic philosophyParmenides steht am Anfang der Ontologie, weil er eine skandalöse Forderung aufstellte: Denke nur das, was denkbar ist, ...
Plato
Interlocutor
Classical Greek philosophyPlaton ist für Al-Farabi nicht nur als Autor der Republik von Bedeutung, sondern auch als der Philosoph der geordneten S...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Lange bevor „Sein“ zu einem technischen Begriff wurde, war es bereits eine Wunde im Denken. Die Menschen schauten auf die Welt und fanden überall Veränderung: T...
Die zentrale Idee
Heideggers große Behauptung ist nicht, dass das Sein eine hinter den Dingen verborgene Sache ist, noch dass es ein oberstes Objekt ist, das darauf wartet, beoba...
Das System
Die Kraft von Heideggers Idee liegt in ihrer Architektur. Sobald das Sein von den Seienden unterschieden wird, stellt sich die Frage, wie die menschliche Existe...
Spannungen & Kritiken
Keine Ontologie dieses Ausmaßes übersteht ohne Widerstand, und Heideggers hat einige der schärfsten Kritiken auf sich gezogen. Der erste Einwand ist konzeptione...
Vermächtnis & Echos
Das Erbe des Seins ist kein ordentliches Erbe. Es ist eine Kette von Transformationen, von denen viele feindlich, einige dankbar und alle von dem Gefühl geprägt...
Timeline
Parmenides verfasst das später als Über die Natur bezeichnete Gedicht.
**500 BC** — In den erhaltenen Fragmenten des Gedichts unterscheidet Parmenides den Weg der Wahrheit vom Weg der Meinung und erhebt den Anspruch, dass das, was ist, nicht aus dem, was nicht ist, hervorgehen kann. Das Werk zwingt die griechische Philosophie, sich mit dem Problem des Nichtseins als einer Bedrohung für das Denken selbst auseinanderzusetzen.
Platon schreibt den Sophisten
**380 BC** — Platons Dialog konfrontiert die Schwierigkeit, über Falschheit, Differenz und Nichtsein zu sprechen, ohne die Logik in Widerspruch zu führen. Der Text wird zu einer bleibenden Ressource für spätere Überlegungen darüber, was es bedeutet, dass etwas ist und nicht ist.
Aristoteles entwickelt die Lehre, dass das Sein auf viele Arten gesagt wird.
**340 BC** — In der Metaphysik weist Aristoteles die Idee zurück, dass das Sein eine einzige Gattung ist, und analysiert stattdessen Substanz, Aktualität, Potenzialität und Kausalität. Dies wird zu einem der haltbarsten klassischen Rahmenwerke für das Denken über das Existieren.
Thomas von Aquin synthetisiert Sein und Schöpfung
**1270** — In der mittelalterlichen scholastischen Philosophie wird das Sein zunehmend durch die Linse der Kontingenz und der göttlichen Schöpfung verstanden. Die Behandlung des Esse bei Thomas von Aquin vertieft die Verbindung zwischen Existenz und Abhängigkeit und verleiht dem Problem, warum es etwas gibt und nicht nichts, eine theologischen Gestalt.
Kant veröffentlicht die Kritik der reinen Vernunft
**1781** — Kant argumentiert, dass Existenz kein reales Prädikat ist und schränkt die Fähigkeit der spekulativen Vernunft ein, metaphysische Fragen über das Absolute zu beantworten. Seine Kritik gestaltet das Terrain neu, auf dem die spätere Ontologie operieren muss.
Martin Heidegger wird geboren.
**1889** — Heideggers spätere Arbeiten werden die Frage nach dem Sein transformieren, indem sie sie an die Temporalität, die Weltlichkeit und das menschliche Dasein binden. Seine philosophische Entwicklung beginnt in einem Deutschland, in dem Phänomenologie, Theologie und Neukantianismus alle eine Rolle spielen.
Sein und Zeit erscheint
**1927** — Heideggers frühes Hauptwerk führt Dasein, das In-der-Welt-Sein, Sorge und den ontologischen Unterschied ein. Es wird zu einem der folgenreichsten philosophischen Bücher des zwanzigsten Jahrhunderts.
Was ist Metaphysik? wird geliefert
**1929** — Heideggers Vortrag radikalisiert die Beziehung zwischen Sein und Nichts, indem er behauptet, dass das Nichts in der Angst offenbart wird. Der Text intensiviert sowohl die Originalität als auch die Kontroversen seines ontologischen Projekts.
Heidegger wird Rektor der Universität Freiburg.
**1933** — Seine öffentliche Assoziation mit dem Nationalsozialismus wird zu einer der umstrittensten Episoden in der modernen Philosophie. Spätere Leser haben Schwierigkeiten, zu bestimmen, inwieweit die politische Wende mit seiner Ontologie und seinem historischen Denken verbunden ist.
Die Frage nach der Technik wird entwickelt
**1949** — Heideggers Kritik der Technologie stellt das moderne Leben als eine Art der Offenbarung dar, in der Wesen als Bestand bereitgehalten werden. Der Aufsatz erweitert die Ontologie zu einer Diagnose der modernen Zivilisation.
Sartre veröffentlicht Sein und Nichts
**1943** — Sartre passt Heideggers Vokabular an und contestiert es, indem er Negation, Freiheit und Selbsttäuschung in den Mittelpunkt der existenziellen Analyse rückt. Das Buch trägt dazu bei, das philosophische Drama des Seins und Nichts über Fachkreise hinaus zu popularisieren.
Derridas frühe heideggerianische Auseinandersetzungen vertiefen die Kritik der Präsenz.
**1970** — In seinem Werk erweitert Derrida Heideggers Herausforderung an die Metaphysik, indem er zeigt, wie Präsenz von Differenz, Spur und Verschiebung abhängt. Dies wird zu einer der einflussreichsten Neuinterpretationen des Seins in der Theorie des späten zwanzigsten Jahrhunderts.
Sources
- primary_textMartin Heidegger, Being and Time, trans. John Macquarrie and Edward Robinson
Standard English translation of Heidegger's fundamental work.
- primary_textMartin Heidegger, 'What Is Metaphysics?' in Pathmarks, trans. William McNeill
Key text for Heidegger's relation between being and nothingness.
- primary_textMartin Heidegger, 'The Question Concerning Technology' in Basic Writings, ed. David Farrell Krell
Important later essay on technology and revealing.
- primary_textParmenides, Fragments, in Early Greek Philosophy, trans. A. A. Long and D. N. Sedley
Reliable source for the Eleatic challenge to being and nonbeing.
- primary_textPlato, Sophist, trans. Nicholas P. White
Central dialogue on nonbeing, falsehood, and being.
- primary_textAristotle, Metaphysics, trans. W. D. Ross
Classical account of being said in many ways.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: 'Martin Heidegger'
Comprehensive scholarly overview of Heidegger's philosophy.
- referenceStanford Encyclopedia of Philosophy: 'Heidegger's Being and Time'
Focused treatment of Heidegger's early masterpiece.
- referenceInternet Encyclopedia of Philosophy: 'Martin Heidegger'
Accessible scholarly reference on Heidegger's major themes.
- secondary_textRichard Polt, Heidegger: An Introduction
Clear scholarly introduction to Heidegger's ontology and its reception.
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