Emergenz
Emergenz benennt die hartnäckige Tatsache, dass eine Sache mehr werden kann als die Summe ihrer Bestandteile: Leben, Geist und soziale Ordnung scheinen nicht durch Magie zu entstehen, sondern durch Organisation — und genau das macht die Frage so schwierig.

Quick Facts
- Period
- 1801 – 1900
- Region
- Europe
- Key Figures
- C. D. Broad, C. Lloyd Morgan, Jaegwon Kim +3 more
Key Figures
C. D. Broad
Proponent
British analytic philosophy; CambridgeCharles Dunbar Broad steht im Zentrum der philosophischen Emergenz, weil er der Lehre eine der klarsten und beständigste...
C. Lloyd Morgan
Proponent
British evolutionary psychology and philosophyC. Lloyd Morgan ist einer der Hauptarchitekten des Emergentismus, weil er half, die Idee von verstreutem wissenschaftlic...
Jaegwon Kim
Critic
Analytic philosophy of mindJaegwon Kim ist einer der wichtigsten Kritiker des robusten Emergenzbegriffs in der Philosophie des zwanzigsten Jahrhund...
Mary Jane Crocker
Interlocutor
Philosophy of science and mindMary Jane Crocker wird hier als Vertreterin der späteren philosophischen Diskussion aufgenommen, die klärte, was Emergen...
Philip Warren Anderson
Successor
Physics; condensed matter theoryPhilip Warren Anderson war einer der großen Architekten der Festkörperphysik des zwanzigsten Jahrhunderts, doch seine bl...
Samuel Alexander
Proponent
British philosophy; Manchester and OxfordSamuel Alexander gab dem Emergenzbegriff seine ambitionierteste metaphysische Architektur. In *Space, Time, and Deity* s...
The Story
This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.
Die Welt, die es erschuf
Das Konzept der Emergenz entstand aus einem doppelten Druck: dem Erfolg der neuen Wissenschaften, die die Natur in Teile zerlegten, und dem wachsenden Verdacht,...
Die zentrale Idee
Der einfachste Weg, das Konzept der Emergenz zu erfassen, besteht darin, mit einem Fall zu beginnen, der offensichtlich erscheint, und dann zu bemerken, wie sch...
Das System
Sobald das Entstehen benannt wird, beginnt es sich auszubreiten. Das Konzept gehört nicht mehr nur zur Chemie oder zur Philosophie des Geistes; es beginnt, jede...
Spannungen & Kritiken
Emergenz hat immer von zwei Seiten Misstrauen erregt. Reduktionisten befürchten, dass sie entweder unnötig oder inkohärent ist; starke Emergentisten sorgen sich...
Vermächtnis & Echos
Das Konzept der Emergenz hat die alte emergentistische Metaphysik überdauert, indem es zu etwas Breiterem und Elastischerem geworden ist. Was als philosophische...
Timeline
Das evolutionäre Problem der Neuheit schärft sich.
**1878** — Die Biologie und Psychologie des späten neunzehnten Jahrhunderts setzen sich zunehmend mit der Frage auseinander, wie wirklich neue Eigenschaften in der Evolution und Entwicklung entstehen. Der Hintergrund ist nicht eine einzelne Veröffentlichung, sondern ein Klima, in dem der Mechanismus nicht mehr ausreicht, um das Leben und den Geist zu erklären.
C. Lloyd Morgan beginnt, die emergente Entwicklung zu artikulieren.
**1890** — Morgans frühe Arbeiten in Psychologie und Evolution helfen, Neuheit als philosophisches Problem und nicht nur als biologisches Kuriosum zu begreifen. Sein vorsichtiger Ansatz zur Tierpsychologie und -verhalten wird zu einem Zugang zu einer Theorie der geschichteten Organisation.
Samuel Alexander veröffentlicht den ersten Band von *Space, Time, and Deity*.
**1903** — Alexanders metaphysisches System präsentiert die Realität als eine sich entfaltende Reihe von Ebenen, von denen jede neue Qualitäten hervorbringt. Das Werk wird zu einem Meilenstein für Denker, die versuchen, Naturalismus mit ontologischer Neuheit in Einklang zu bringen.
Die Gestaltpsychologie stellt elementaristische Erklärungen in Frage.
**1912** — Gestalt-Denker beginnen zu argumentieren, dass Wahrnehmung und Kognition strukturierte Ganzheiten sind, anstatt Aggregationen von Empfindungen. Ihre Arbeit stärkt die breitere Intuition, dass Organisation Eigenschaften erzeugen kann, die in isolierten Teilen fehlen.
C. D. Broad veröffentlicht *The Mind and Its Place in Nature*
**1925** — Broads Buch gibt dem Begriff des Emergenz eine präzise philosophische Formulierung, insbesondere durch seine Unterscheidung zwischen resultierenden und emergenten Eigenschaften. Es wird zu einer kanonischen Aussage der Lehre in der Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts.
Debatte über mentale Kausalität intensiviert sich
**1930** — Mit der Stärkung physikalistischer Erklärungen des Geistes beginnen Philosophen sich zu fragen, ob höhere mentale Eigenschaften kausale Wirksamkeit haben können. Diese Debatte wird zu einem der beständigen Druckpunkte für den Emergentismus.
Philip W. Anderson veröffentlicht 'Mehr ist anders'
**1972** — Andersons Essay verleiht dem Konzept der Emergenz eine erneute wissenschaftliche Autorität, indem er argumentiert, dass höhere Organisationsstufen neue Prinzipien erfordern. Das Stück wird zu einer klassischen Aussage der Idee, dass das Ganze die erklärende Reichweite seiner Teile überschreiten kann.
Jaegwon Kim schärft die Kritik an der emergenten Kausalität.
**1989** — Kims Arbeit zur mentalen Kausalität und Reduktion verstärkt die Herausforderung für robuste Formen der Emergenz. Seine Argumente zwingen Philosophen dazu, zu klären, ob höhere Eigenschaften erklärend, kausal oder beides sind.
Die Komplexitätswissenschaft popularisiert die Selbstorganisation.
**1995** — Arbeiten in nichtlinearen Dynamiken, künstlichem Leben und komplexen adaptiven Systemen machen emergentes Verhalten zu einem zentralen wissenschaftlichen Thema. Das Konzept wird in Disziplinen, die Schwarmverhalten, Musterbildung und kollektives Verhalten untersuchen, allgemein.
Philosophische Debatten unterscheiden zwischen schwacher und starker Emergenz.
**2001** — Die analytische Philosophie trennt zunehmend wohlwollende Vorstellungen von Emergenz von stärkeren metaphysischen Ansprüchen an irreduzibler Neuheit. Diese Periode trägt dazu bei, das Konzept für die zeitgenössische Verwendung zu stabilisieren und gleichzeitig seine ehrgeizigsten Formen einzugrenzen.
Emergenz tritt in die Philosophie des Geistes, die Biologie und die Sozialtheorie als ein gemeinsames Rahmenwerk ein.
**2010** — Das Konzept wird zu einem gemeinsamen Bezugspunkt in den Disziplinen, die sich mit Ebenen der Organisation und kollektivem Verhalten befassen. Es wird verwendet, um Bewusstsein, Leben, Institutionen und Berechnung zu diskutieren.
Emergenz bleibt ein aktuelles Problem in Wissenschaft und Philosophie.
**2024** — Aktuelle Debatten fragen weiterhin, ob höherstufige Eigenschaften lediglich nützliche Beschreibungen oder reale Merkmale der Welt sind. Die Frage bleibt offen, da sie an der Grenze zwischen Erklärung, Neuheit und Ontologie steht.
Sources
- primary_textBroad, C. D. The Mind and Its Place in Nature (1925)
Classic formulation of emergentism and the distinction between resultant and emergent properties.
- primary_textAlexander, Samuel. Space, Time, and Deity (1920)
Major metaphysical system presenting reality as evolving through levels of novelty.
- primary_textMorgan, C. Lloyd. Emergent Evolution (1923)
Early influential statement of emergentism in evolutionary and psychological contexts.
- primary_textAnderson, P. W. 'More Is Different' (Science, 1972)
Seminal scientific essay re-legitimizing emergence in condensed matter and complex systems.
- encyclopedia_entryStanford Encyclopedia of Philosophy: Emergent Properties
Authoritative overview of emergence, weak and strong forms, and key debates.
- encyclopedia_entryStanford Encyclopedia of Philosophy: Mental Causation
Useful for the critique of emergent mental properties and causal exclusion.
- encyclopedia_entryInternet Encyclopedia of Philosophy: Emergent Properties
Accessible survey of the concept and its historical background.
- scholarly_articleBedau, Mark A. 'Weak Emergence' (Philosophical Perspectives, 1997)
Important modern attempt to define a nonmysterious form of emergence.
- scholarly_articleO'Connor, Timothy and Hong Yu Wong. 'The Metaphysics of Emergence' (Noûs, 2005)
Influential contemporary defense of strong emergence.
- scholarly_bookKim, Jaegwon. Physicalism, or Something Near Enough (2005)
Major critique of strong emergent causation and nonreductive physicalism.
Explore Related Archives
The philosophies documented here connect to the broader record. Explore the context through our sister archives.


